
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die Sommerferien gehen mit diesem Freitag zu Ende. Deswegen wünsche ich zunächst allen Schülerinnen und Schülern, ganz besonders natürlich den ABC-Schützinnen und -Schützen der Klassenstufe 1 und denjenigen, für die an den weiterführenden Schulen ein neuer Lebensabschnitt beginnt, sowie allen Lehrerinnen und Lehrern einen guten Start in das neue Schuljahr. Und ich verbinde damit auch die Bitte an alle Autofahrerinnen und Autofahrer, in den nächsten Wochen noch umsichtiger im Straßenverkehr zu sein. Vielen Dank!
Die Sommerferien in der Gemeinde Tholey waren sicher für viele eine Zeit der Erholung. Mit Blick auf die Projekte im Gemeindegebiet waren sie aber auch eine Zeit des Machens, eine Zeit, in der diverse kleine und große Maßnahmen vorangetrieben werden konnten. Deswegen nutze ich diese Ausgabe ganz bewusst, um Ihnen als Leserinnen und Lesern einen umfassenden Überblick über die sichtbaren und vielleicht weniger sichtbaren Maßnahmen rund um unsere Heimat zu geben.
Nahversorgung in Überroth-Niederhofen gesichert
Zunächst aber noch eine gute Nachricht in Sachen Nahversorgung: Denn im Dorfladen Überroth-Niederhofen geht es ab dem 10. August wie gewohnt weiter! Am Freitag, dem 31. Juli 2026 hat der Frischemarkt Klesen unter Inhaberin Fabienne Thies und ihrem Vater Peter letztmals geöffnet. Persönliche, sehr gut nachvollziehbare Umstände haben letztlich zu diesem Entschluss geführt. Auch ich möchte den beiden sowie dem gesamten Team des Frischemarkts an dieser Stelle ganz herzlich Dankeschön sagen für das große Engagement der vergangenen Jahre!
Am 10. August geht es nun aber weiter: Denn Daniela Groß übernimmt zusammen mit ihrem Ehemann Benedikt und Schwiegermutter Annemarie den Laden. Die Öffnungszeiten von Montag bis Samstag jeweils von 06:00 Uhr bis 12:00 Uhr bleiben bestehen. Auch den neuen Inhabern gilt ein besonderes Dankeschön für die Bereitschaft, ebenso Ortsvorsteher Dominik Weinert für seinen großen Einsatz und den Eigentümern des Gebäudes für das gute Miteinander. Das macht unsere Dorfgemeinschaften aus und unsere Orte auch so besonders lebenswert! Damit bleibt die Nahversorgung im Bohnental weiter gesichert, sowohl analog als auch digital.
Von großen und kleineren Projekten – wo stehen wir aktuell?
Die Sommerferien sind auch immer so etwas wie die Halbzeit des Jahres und daher ein sehr guter Anlass, eine Bestandsaufnahme dessen zu betreiben, was seit Beginn des Jahres 2026 an größeren und kleineren Projekten in unserer Gemeinde vorangetrieben wurde. Mein großer Dank gilt vorab dem gesamten Team im Rathaus, das mit viel Herzblut und Engagement zu Werke geht. Danke dafür! Hier nun die Übersicht:
An- und Umbau Feuerwehrgerätehaus Hasborn-Dautweiler
Die Maßnahme, die insgesamt rund 4 Millionen Euro (ca. 2 Mio. Euro Zuschuss des Kreises) kosten wird, geht bereits in ihre finale Phase: Aktuell finden noch letzte Arbeiten rund um den Anbau für die Atemschutzwerkstatt statt, in der künftig die so wichtige Schutzausrüstung der Kameradinnen und Kameraden nach Einsätzen gereinigt, gewartet und geprüft wird – im Einsatz ist das überlebenswichtig. Parallel läuft bereits der Umbau der bestehenden Fahrzeughalle, sodass hier auch künftig alle geltenden Vorgaben eingehalten werden können. Damit entsteht ein hochmodernes Feuerwehrgerätehaus für die Einsatzkräfte des Löschbezirks Hasborn-Dautweiler und darüber hinaus, denn in der neuen Werkstatt werden auch Atemschutzgeräte der umliegenden Löschbezirke und über die Gemeinde Tholey hinaus gewartet.
Zusammen mit dem neuen Waldbrand-Tanklöschfahrzeug, das am vergangenen Freitag bei uns angekommen ist und zeitnah in Dienst gestellt werden kann (Kostenpunkt 580.000 Euro, davon 400.000 Euro Zuschuss des Kreises) haben wir erneut zwei wichtige Investitionen in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger und die der Einsatzkräfte getätigt.
Feuerwehrgerätehaus Bohnental
Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses im Bohnental, dessen Baubeginn für 2027 vorgesehen ist, stellt den nächsten wichtigen Baustein für eine zeitgemäße Feuerwehrinfrastruktur dar. Nachdem die Grundstücke inzwischen in das Eigentum der Gemeinde Tholey übergehen und die Bauleitplanung – Teiländerung des Flächennutzungsplans sowie Aufstellung des Bebauungsplans – kurz vor dem Abschluss steht, können wir das bereits begonnene Ausschreibungsverfahren für einen Generalplaner voraussichtlich im November abschließen. Die Bauleistungen sollen dann im Frühjahr 2027 vergeben werden, damit das Gerätehaus planmäßig im Jahr 2028 mit der Ankunft des neuen Wechselladerfahrzeugs für den Löschbezirk Bohnental fertiggestellt sein wird.
Kindercampus Hasborn-Dautweiler
Der Kindercampus, der künftig das Schulzentrum in Hasborn-Dautweiler ergänzen wird, hat sich zu einem echten Vorzeigeprojekt entwickelt. Das sieht auch die Landesregierung so, die das Projekt zusammen mit dem Landkreis umfassend bezuschusst und sich vergangene Woche in Person der Bildungsministerin ein Bild vor Ort machen konnte. Denn der Neubau, der künftig eine sechsgruppige Kindertagesstätte im Erdgeschoss und moderne schulische Räumlichkeiten im Obergeschoss für Vormittag und Ganztag vereint, setzt Maßstäbe. Denn nach dem Spatenstich im März 2026 wird das Gebäude bereits Ende 2026 an die Gemeinde übergeben werden. In den letzten Wochen wurden die Module in Rekordzeit angeliefert und aufgebaut, zudem sind, obwohl ein Generalunternehmer beauftragt ist, gleich fünf Betriebe aus der Gemeinde Tholey direkt am Bau beteiligt.
Der weitere Zeitplan sieht vor, dass nach Einbau der Möbel und der Großküchen der Betrieb des Obergeschosses durch Schule und Freiwillige Ganztagsbetreuung bereits im Frühjahr 2027 starten kann, die Kita Hasborn-Dautweiler wird zum neuen Kindergartenjahr 2027/2028, also im Sommer 2027 in die neuen Räumlichkeiten einziehen. Hinzu kommt ein völlig neues Außenspielgelände für die Kita sowie eine Verkehrsgestaltung, die gemeinsam mit einem Planungsbüro erarbeitet und in die Tat umgesetzt werden wird. Das gesamte Projekt samt Außengestaltung wird am Ende rund 9 Millionen Euro kosten, das Gebäude selbst rund 7 Millionen Euro – es ist damit deutlich günstiger als viele vergleichbare Einrichtungen, wie das zuständige Ministerium uns erneut bestätigt hat.
Kita Theley – Umbau des Seniorenhauses zur Kindertageseinrichtung
Wo ein Neubau aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht möglich ist, müssen andere Lösungen her, so auch in Theley. Nach dem Erwerb des ehemaligen Seniorenhauses der Stiftung Hospital und dem zwischenzeitlichen Erhalt aller relevanten Genehmigungen und Förderbescheide starten im September nun auch dort die Umbauarbeiten für den Umzug der neungruppigen Kita in die dann neuen Räumlichkeiten. Zunächst werden Abbrucharbeiten im Inneren sowie der Anbau einer Rampe im hinteren Gebäudeteil zum künftigen Außenspielbereich erfolgen.
Ziel ist es, die neue Kindertagesstätte, die dann über moderne Räumlichkeiten, viel Platz für pädagogische Konzepte, Klimatisierung und vieles mehr verfügen wird, bis Ende 2027 fertigzustellen und dann auch den Umzug vorantreiben zu können. Die Maßnahme zeigt, wie wichtig Beharrlichkeit bei der Umsetzung solcher Projekte ist. Denn Abstimmungen mit Fördermittelgebern und Baufirmen brauchen Zeit – Zeit, die sich am Ende bestenfalls in optimalen Ergebnissen bezahlt machen wird. Sollte eine Erweiterung nötig sein, wäre auch die je nach Platzbedarfen am Standort problemlos in den Folgejahren möglich.
Die Freiwillige Ganztagesbetreuung wird nach Beginn der Bauarbeiten erneut umziehen und Räumlichkeiten im Umfeld der Grundschule/Gemeinschaftsschule nutzen. Perspektivisch planen Landkreis und Gemeinde aber bereits einen zweckmäßigen Neubau im Umfeld beider Schulen, der die Raumbedarfe vollständig decken wird. Hierüber wird der Gemeinderat im November beraten.
Kurzfristig fertiggestellt wird dagegen der obere Teil des Schulhofs der Grundschule, hier werden neben schattenspendenden Elementen auch weitere Spielgeräte aufgebaut, die die Aufenthaltsqualität auf dem Schulhof deutlich erhöhen. Die Arbeiten sollen in den kommenden Wochen abgeschlossen werden.
Kita Tholey – der Weg zur Krippeneinrichtung
Aufgrund der Vorgaben des Landesjugendamtes und der weiteren zuständigen Behörden und dem großen Bedarf an Krippenplätzen wurde entschieden, die gemeindliche Kita in Tholey zur reinen Krippeneinrichtung umzufunktionieren. Die Bauarbeiten zur Umrüstung der bisherigen altersgemischten Gruppe in eine Krippengruppe wurden in den Sommerferien abgeschlossen, zeitnah kann auch die Vergabe der Bauarbeiten zur Schaffung eines kindgerechten Außengeländes erfolgen, wobei hier der Fokus im Besonderen auf Kindern unter drei Jahren liegen wird.
Freizeithaus St. Mauritius in Tholey
Das Projekt mit den größten Herausforderungen ist derzeit vermutlich das Freizeithaus St. Mauritius. Um für den maroden Teil der Halle überhaupt noch Fördermittel zu erhalten und gleichzeitig auch die anstehenden, baufälligen Häuser abzureißen, musste dieser Abriss bereits Ende 2024 erfolgen. Seither laufen die Planungen für den Ersatzneubau samt Integration des bestehenden Gebäudeteils (der alten Schule) auf Hochtouren.
Sie zeigen aber auch die Schwierigkeiten, die sich Gemeinden dabei in den Weg stellen: Dabei geht es insbesondere um strikte Vorgaben der Fördermittelgeber, die diese wiederum kritisch prüfen müssen, um weitere Bundesmittel für das Vorhaben zu erhalten. Zwischenzeitlich konnte in vielen Gesprächen mit all diesen Behörden ein Kompromiss erzielt werden, der einen Neubau und die Umnutzung des bestehenden Gebäudes möglich werden lässt. Nun gilt es, die Finanzierung sicherzustellen, denn das gesamte Projekt wird eine höhere Millionensumme beanspruchen. Hierüber hat der Gemeinderat im September zu beraten. Gibt er grünes Licht, soll auch dieses Projekt in die Ausführungsplanung gebracht und dann auch ab 2027 umgesetzt werden. Für mich steht jedenfalls fest, dass der Ortsteil Tholey und letztlich die gesamte Gemeinde Tholey ein modernes Zentrum für kulturelle Veranstaltungen und die Ortsgemeinschaft ohne Nutzungskonflikte braucht.
Modernisierung unserer Hallen und Einrichtungen
Ein wichtiger Schritt mit Blick auf unsere Gebäude ist neben notwendigen Neubauten auch der Erhalt unserer Bestandsgebäude. Deswegen wurden und werden derzeit gleich mehrere Maßnahmen angestoßen:
Neue Bestattungsformen auf Friedhöfen
Auch auf den Friedhöfen geht es mit Blick auf die geplante Etablierung neuer Bestattungsformen weiter. Durch einen tragischen Todesfall unseres bisherigen Planers mussten einige der Planungen leider zunächst neu vergeben werden. Im Herbst sollen nun aber auf dem Friedhof in Hasborn-Dautweiler die Arbeiten für den neuen Ruhehain abgeschlossen werden, u.a. durch Pflanzungen und die Aufstellung von Stelen. Auf dem Friedhof in Tholey entsteht derzeit im ruhigen, rückwärtigen Bereich ein neuer Urnengarten, ebenfalls wird mit dem Bau des Sternenkinderfeldes im vorderen, bebaumten Bereich begonnen. Im Anschluss folgen die weiteren Friedhöfe.
Eine Vielzahl von Projekten! Und eine Liste, die noch um viele kleinere Maßnahmen ergänzt werden könnte. Die Liste zeigt aber, dass wir stetig daran arbeiten, unsere Gemeinde und ihre Infrastruktur weiterzuentwickeln und den Bürgerinnen und Bürgern damit möglichst viele Möglichkeiten zu bieten. Und darauf bin ich stolz.
Tempo-30-Zonen, eine neue Hallenabrechnung und das Wertstoffzentrum – Grund zur Sorge oder zum Frust?
In den vergangenen Wochen wurde ich auf drei Themen angesprochen, die ich an dieser Stelle ebenfalls kurz ansprechen möchte.
Tempo-30-Zonen in einigen Ortsteilen: In den vergangenen Monaten wurden u.a. in Hasborn-Dautweiler, Theley und Tholey Zonen eingerichtet, in denen seither Tempo 30 auf den Straßen gilt. An einigen Stellen haben diese Maßnahmen zu Unmut und teils auch unangebrachter persönlicher Kritik geführt. Ich will hier noch einmal betonen: Bei keiner dieser Zonen handelt es sich um den Versuch einer Gemeinde, durch anschließende Verkehrsüberwachung „Geld zu verdienen“. Vielmehr geht es darum, teils lange bekannte Gefahrenstellen (Fußgängerüberwege, Ausfahrten aus Einkaufsmärkten, Wohngebiete) in besonderem Maße zu schützen. Die Anpassung gesetzlicher Regelungen auf Bundesebene hat dazu geführt, dass bei Feststellung gewisser Gefahrenlagen solche Zonen inzwischen einfacher eingerichtet werden können. Sollten die zuständigen Behörden unisono der Meinung sein, dass dies notwendig ist, werden wir uns daher auch weiter nicht verschließen, solche Zonen einzurichten.
Neue Abrechnung unserer Hallen und Räume: In den kommenden Monaten werden wir gemeinsam mit den Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern die Buchungssystematik unserer Hallen umstellen und digitalisieren. Das bedeutet u.a., dass Nutzergruppen künftig halbjährlich Abrechnungen über ihre Nutzungstage erhalten, diese prüfen können und bei Abweichungen (z.B. beim Entfall von Trainingsterminen) die Gemeindeverwaltung darüber informieren, damit die Rechnung angepasst werden kann. Dadurch wollen wir gerade auch die vielen Nutzungskonflikte aufgrund der Vielzahl an aktiven Gruppen eindämmen. An den sehr moderaten Nutzungsgebühren ändert sich weiterhin nichts: Bei Nutzung im Rahmen der Jugendarbeit fällt pro Nutzungsstunde ein Betrag von 0,50 Euro (50 Cent) pro Stunde an, bei Nutzung durch Erwachsene 1,50 Euro. Der Ertrag aus dieser Gebühr beläuft sich jährlich auf rund 10.000 Euro, die Instandhaltungskosten aller Hallen und Räume belaufen sich auf rund 1.000.000 Euro, die Nutzungsgebühren decken also ein Prozent der Kosten. Mehr als eine symbolische Gebühr ist es nicht – aber eben auch unser Beitrag für eine aktive Vereinslandschaft.
Gewerbliche Anlieferungen am EVS Wertstoff-Zentrum: Einige Fragen haben mich auch hierzu erreicht. Die Antwort ist aber sehr eindeutig: Gewerbliche Anlieferungen sind in den Wertstoff-Zentren des EVS im gesamten Saarland nicht möglich. Das heißt, dass in Hasborn-Dautweiler nur private Abfälle (in den entsprechenden Mengen) angenommen werden, gewerbliche Akteure die Deponie in Illingen bzw. die Verbrennungsanlage in Velsen anfahren müssen oder alternativ eine Entsorgung im Betrieb beauftragen können. Was hingegen möglich ist: Privatpersonen können gewerbliche Fahrzeuge nutzen, um z.B. nach privaten Entrümpelungen Abfall zu entsorgen. Hierfür ist nur ein Formular als Selbstauskunft erforderlich, das bei Anlieferung vorzulegen ist. Ich bitte darum, diese Regeln zu beachten, da nur so ein dauerhafter Betrieb unseres WSZ möglich bleibt.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
diese Ausgabe ist außergewöhnlich umfangreich geworden. Es ist aber eben auch eine, die die Vielfalt an Themen und Projekten in unserer Gemeinde sehr gut wiedergibt. Dass bei alledem nicht immer alles rund laufen kann, dass es Probleme gibt und nicht jeder mit allen Maßnahmen einverstanden ist, das ist auch für mich völlig normal. Mir geht es vor allem darum, in „Driwwer geschwätzt“ möglichst ausführlich und transparent über unsere tägliche Arbeit zu berichten. Ich hoffe, dass mir das auch in dieser Ausgabe gelungen ist.
Sollten Sie nach dem Lesen Fragen zu den Themen der Ausgabe haben oder auch zu anderen Bereichen aus unserer Gemeinde, dann melden Sie sich bitte: Rufen Sie mich an, kontaktieren Sie mich über die verschiedenen Kanäle oder vereinbaren Sie einen Termin im Rathaus. Ich freue mich auf jeden Austausch im Sinne unserer Heimat.
In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal bei „Driwwer geschwätzt“.
Ihr Bürgermeister
Andreas Maldener
