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Hendrik Zeiger bleibt beim Ironman in Tallinn unter neun Stunden

3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen – was klingt wie das Wochenprogramm für einen sportlichen Menschen, hat Hendrik Zeiger aus Sotzweiler in an einem einzigen Tag bewältigt. Und das weniger als neun Stunden.

Der 31-jährige Triathlet hat beim Ironman in Tallinn in Estland die komplette Langdistanz in acht Stunden, 50 Minuten und 49 Sekunden absolviert und ist auf dem 25. Platz der Gesamtwertung des 2000-Teilnehmerstartfeldes gelandet.

Bei einem Besuch im Rathaus der Gemeinde Tholey berichtete der Maschinenbauingenieur Bürgermeister Andreas Maldener von dem außergewöhnlichen Rennen, bei dem er in seiner Altersklasse sogar Rang acht belegte.

Mit dem Triathlonsport begann Hendrik Zeiger 2019. Während der Corona-Zeit intensivierte er sein Training deutlich, 2022 folgte der erste Ironman. Damals benötigte er noch rund 9 Stunden und 50 Minuten. Schon eine Zeit unter zehn Stunden gilt auf der Langdistanz als starke Leistung. In Tallinn gelang ihm nun der nächste große Schritt: die Marke von neun Stunden zu unterbieten.

Zeiger gehörte in Tallinn zum Team Nine Sub 9, einer deutschen Triathlon-Initiative, die ambitionierte Amateursportler dabei unterstützt, eine Langdistanz unter neun Stunden zu bewältigen.

Der Wettkampf begann allerdings unter schwierigen Bedingungen. Dichter Nebel lag über dem See, der erste Wendepunkt war kaum zu erkennen. Der Start wurde deshalb zunächst verschoben. Erst nach rund 45 Minuten Verzögerung konnte das Rennen beginnen.

Auch für Zeiger selbst verlief der Schwimmstart alles andere als problemlos. Das kalte Wasser und das fehlende Einschwimmen machten ihm zu schaffen. Nach wenigen hundert Metern bekam er Probleme mit der Atmung und musste mehrfach auf dem Rücken schwimmen, um wieder ruhig atmen zu können. Gleichzeitig erschwerte der Nebel die Orientierung erheblich. Dennoch fand er zunehmend seinen Rhythmus und beendete die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke nach 59 Minuten.

Auf dem Fahrrad lief es deutlich besser. Die ersten 30 bis 35 Kilometer führten über eine für den normalen Verkehr gesperrte Autobahn. Unter zahlreichen Brücken und an Raststätten feuerten Zuschauerinnen und Zuschauer die Sportlerinnen und Sportler an. Später führte die Strecke über Landstraßen und weiter nach Tallinn.

Bis etwa Kilometer 55 oder 60 fuhr Zeiger weitgehend allein. Danach bildete sich eine kleine Gruppe mit ähnlich schnellen Fahrern. Trotz des zunehmenden Gegenwinds, der besonders auf den letzten rund 40 Kilometern viel Kraft kostete, hielt Zeiger sein hohes Tempo. Nach 180 Kilometern lag seine Durchschnittsgeschwindigkeit bei mehr als 40 Kilometern pro Stunde. Die Radzeit blieb unter viereinhalb Stunden.

Beim Wechsel zum abschließenden Marathon zeigte die Uhr eine Gesamtzeit von rund 5 Stunden und 36 Minuten. Damit wurde erstmals deutlich, dass die angestrebte Zeit unter neun Stunden erreichbar war. Zeiger lief zunächst konstant mit einer Pace von rund 4:30 Minuten pro Kilometer. Nach dem Halbmarathon verschlechterte sich das Wetter allerdings erneut. Stärker werdender Wind und Regen machten die letzten Kilometer zunehmend anstrengend. Trotzdem hielt er sein Tempo hoch genug, um sein Ziel sicher zu erreichen.

Nach einer Marathonzeit von 3 Stunden und 14 Minuten überquerte Hendrik Zeiger schließlich die Ziellinie. Mit 8:50:49 Stunden hatte er die Neun-Stunden-Marke deutlich unterboten. Platz 25 im Gesamtfeld und Rang acht in seiner Altersklasse machten das Ergebnis auch sportlich besonders wertvoll.

Hinter dieser Leistung steckt ein erheblicher Trainingsaufwand. Unter der Woche trainiert Zeiger täglich ein bis zwei Stunden, am Wochenende stehen Einheiten von vier bis fünf Stunden auf dem Programm. Unterstützt wird er von einem Trainer, der ihn sowohl körperlich als auch mental auf die Belastungen eines Ironman vorbereitet. Zeiger selbst ist ebenfalls als Coach tätig und gibt seine Erfahrungen an andere Sportlerinnen und Sportler weiter.

Auch die Versorgung während des Wettkampfs spielt eine wichtige Rolle. Nach eigenen Angaben nahm Zeiger während des Ironman rund ein Kilogramm reine Kohlenhydrate zu sich. Diese werden überwiegend in flüssiger Form aufgenommen, ergänzt durch Elektrolyte und Wasser.

„Eine solche Leistung verdient großen Respekt. Hendrik Zeiger zeigt eindrucksvoll, was mit Ausdauer, Disziplin, konsequentem Training und mentaler Stärke möglich ist. Besonders freut es mich, dass ein Sportler aus unserer Gemeinde auf diesem hohen Niveau erfolgreich ist“, sagte Bürgermeister Andreas Maldener. „Für sein nächstes großes Ziel wünsche ich ihm viel Erfolg.“

Dieses Ziel ist klar definiert: Zeiger möchte sich für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifizieren. Eine direkte Anmeldung ist dort nicht möglich; die Startplätze werden über Qualifikationsrennen vergeben. In Tallinn reichte der 25. Gesamtplatz noch nicht, da die Startplätze nach einem Schlüssel aus Altersklasse und Leistung vergeben werden. Gerade in der Altersklasse der 30- bis 34-Jährigen ist die Konkurrenz besonders stark.

Die nächste Chance folgt im kommenden April bei einem Ironman in Südafrika. Dort will Hendrik Zeiger erneut angreifen – mit dem Ziel, den nächsten großen Schritt zu schaffen und sich den Traum von einem Start auf Hawaii zu erfüllen.