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Grabungsfest im Wareswald Dr. Klaus-Peter Henz offiziell verabschiedet

Geschichte zum Anfassen, spannende Einblicke in die Römerzeit und ein bewegender Abschied prägten das diesjährige archäologische Grabungsfest im Wareswald. Auf dem Grabungsgelände zwischen den Gemeinden Tholey, Oberthal und Marpingen wurde nicht nur die faszinierende Welt des gallo-römischen Vicus lebendig, sondern auch der langjährige Projektleiter Dr. Klaus-Peter Henz offiziell verabschiedet.

Seit inzwischen 24 Jahren lädt das archäologische Grabungsfest Besucherinnen und Besucher jeden Sommer dazu ein, die laufenden Ausgrabungen hautnah zu erleben. Dank der kontinuierlichen Grabungsarbeiten der TERREX gGmbH seit 2001 sind zahlreiche Gebäudestrukturen eines römischen Siedlungsplatzes wieder sichtbar geworden. Keller, Badewannen, Fußbodenheizungen und viele weitere Relikte vermitteln eindrucksvoll, wie die Menschen im Wareswald vor rund 2.000 Jahren lebten. Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die aktive Einbindung ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, die bei den Grabungen selbst mitarbeiten und so Archäologie unmittelbar erleben können. Das Grabungsgebiet kann das ganze Jahr über besichtigt werden.

Den offiziellen Teil des Festes eröffneten Landrat Udo Recktenwald, Bürgermeister Andreas Maldener und Terrex-Geschäftsführer Christian Kaster. Im Mittelpunkt stand dabei die offizielle Verabschiedung von Dr. Klaus-Peter Henz, der das Grabungsprojekt seit seinem Beginn im Jahr 2001 leitete und den Wareswald mit großem wissenschaftlichem Engagement weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht hat. Er wird Ende des Jahres in den verdienten Ruhestand gehen. Mit dem Fest wollten die Verantwortlichen ihm einigen würdigen Rahmen zum Abschied bieten.

Der 1959 in Saarbrücken geborene Archäologe absolvierte nach einer kaufmännischen Ausbildung ein Studium der Klassischen Archäologie, Vorderasiatischen Archäologie und Alten Geschichte an der Universität des Saarlandes sowie der Freien Universität Berlin. Nach seiner Promotion im Jahr 1992 sammelte er bei Auslandsgrabungen in Griechenland, Syrien und Aserbaidschan wertvolle Erfahrungen. Es folgten zahlreiche Ausgrabungen im Saarland sowie die Leitung bedeutender archäologischer Projekte, bevor er 2001 die Verantwortung für das Grabungsprojekt „Gallo-römischer Vicus Wareswald“ übernahm.

Unter seiner Leitung konnten zahlreiche bedeutende Funde geborgen, wissenschaftlich ausgewertet und veröffentlicht werden. Moderne Visualisierungen machten die einstige römische Siedlung für Besucherinnen und Besucher anschaulich erlebbar. Auch das jährlich stattfindende Grabungscamp in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Tholey entwickelte sich unter seiner Leitung zu einem festen Bestandteil des Projekts. Hobby-Archäologinnen und Hobby-Archäologen aus der gesamten Bundesrepublik beteiligen sich regelmäßig an den Ausgrabungen und legten im Laufe der Jahre zahlreiche bemerkenswerte Befunde frei, darunter Reste einer römischen Fußbodenheizung, Pfostenlöcher und Siedlungsgruben.

Auf einem damals neu erschlossenen Grabungsfeld im Vicus Wareswald wurde unter seiner Ägide eine verschüttete Sandsteinskulptur nach geschätzten 1.800 Jahren wieder das Tageslicht befördert, die sich als Darstellung der römischen Gottheit „Fortuna“ erwies und die in archäologischen Fachkreisen als Sensationsfund galt (Archivfoto).

Bürgermeister Andreas Maldener würdigte die außergewöhnlichen Verdienste des scheidenden Projektleiters: „Dr. Klaus-Peter Henz hat den Wareswald mit seinem unermüdlichen Einsatz zu einem archäologischen Aushängeschild der Gemeinde Tholey und des Saarlandes entwickelt. Ohne seine wissenschaftliche Kompetenz, seine Leidenschaft und seine hervorragende Vernetzung wäre der Wareswald heute nicht die touristische Attraktion und das bedeutende Forschungsprojekt, das er heute ist. Für dieses außergewöhnliche Engagement gilt ihm großer Dank und höchste Anerkennung.“

Neben der offiziellen Verabschiedung bot das Grabungsfest ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Römische Legionäre der Legio XIIII Gemina (Foto), keltische Handwerker der Gruppe Treveromagos, ein römischer Steinmetz, historische Spiele, Schmuckhandwerk sowie Bastelangebote mit Ton für Kinder vermittelten Geschichte auf anschauliche Weise. Führungen mit Dr. Klaus-Peter Henz durch das Grabungsgelände, eine botanische Exkursion mit Diplom-Biologe Michael Keller sowie Informationen zum Projekt „Smart Wendeler Land“ rundeten das Angebot ab.