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Römisches Leben im Wareswald digital erleben Sonderausstellung im Theulegium begeistert zur Eröffnung

Wie sah das Leben der Römer im Schaumberger Land aus? Antworten auf diese Frage liefert die neue Sonderausstellung „Römisches Leben im Wareswald – Vergangenheit digital entdecken“ im Museum Theulegium in Tholey.

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines interdisziplinären Lehr-Lern-Projektes der Universität des Saarlandes und verbindet archäologische Originalfunde mit modernen digitalen Vermittlungsformen.

Die Originalfunde aus dem Wareswald wurden dazu durch Informationstafeln, interaktive Inhalte und digitale Anwendungen ergänzt. So entstanden neue Zugänge zur Geschichte der römischen Siedlung und zum Alltag der Menschen, die dort vor fast 2.000 Jahren lebten. Die Ausstellung zeigt zugleich, wie wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich und erlebnisorientiert für alle Altersgruppen vermittelt werden kann.

Was heißt das aber nun konkret? Zu sehen sind in der Ausstellung unter anderem römische Goldmünzen, Statuen, Opfergaben, Grabschmuck, Gefäße oder Haarklammern aus dem Wareswald. Die Exponate repräsentieren verschiedene Bereiche des römischen Alltagslebens. So steht der Hundekopf aus einem Grabmal beispielhaft für das Thema Tod und Bestattung, während eine Haarklammer Einblicke in Kosmetik und Körperpflege der alten Römer vermittelt.

Das Besondere der Ausstellung sind jedoch den innovativen Vermittlungsangeboten: Mithilfe eines 3D-Druckers wurden ausgewählte Fundstücke originalgetreu nachgebildet, sodass sie von den Besucherinnen und Besuchern berührt werden können. Ergänzt wird die Ausstellung durch rekonstruierte römische Parfüms, die historische Düfte erlebbar machen. Ein interaktiver Mediaplayer liefert darüber hinaus zusätzliche Informationen und multimediale Inhalte. Der Museumsbesuch wird so zu einem Erlebnis für mehrere Sinne. Man kann die Exponate nicht nur anschauen, man kann auch fühlen und riechen.

Wie die Verantwortlichen Christine Girardet, Nils Schnorr und Dr. Miriam Weiss von der Saar-Uni erklärten, haben zwölf Studentinnen und Studenten der Fachrichtungen Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Mittelalterliche Geschichte große Teile der Ausstellung eigenständig entwickelt– von der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Funde aus dem Wareswald über die didaktische Konzeption bis hin zur Gestaltung der Ausstellung und der Entwicklung digitaler Angebote.

Dabei würdigten ihre Dozentinnen und ihr Dozent nicht nur das Engagement der Beteiligten, sondern auch  die enge Zusammenarbeit zwischen Universität, Museum und dem Historischem Verein zur Erforschung des Schaumberger Landes. Dass dieses Konzept auf großes Interesse stößt, zeigte sich bereits bei der Eröffnung zu der Niko Leiss, der Vorsitzende des Historischen Vereins, mehr als 50 Besucherinnen und Besucher begrüßen konnte.

Diese nutzten die Gelegenheit, die Ausstellung ausführlich zu erkunden und mit den Studentinnen und Studenten sowie den Projektverantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Die hohe Resonanz unterstrich das große Interesse an der regionalen Geschichte und an modernen Formen der Wissensvermittlung, so das Fazit der Beteiligten.

Elisabeth Biwer, die Beigeordnete der Gemeinde Tholey, zeigte sich beeindruckt von der Qualität des Projekts. Sie freute sich, an der Eröffnung „einer außergewöhnlich attraktiven und modernen Ausstellung teilnehmen zu dürfen“ und dankte allen Beteiligten für ihren großen Einsatz., insbesondere den beteiligten Studentinnen und Studenten Jonas Becker, Jan Brinckmann, Julie Charpentier, Thalia Cimolino, Efe Duman, Sophie Gross, Thorsten Kind, Lena Knaup, Ophelia Kornbrust, Sophia Presti, Lara Schäfer und Pauline Weber.

Hintergrund:

Am Kreuzungspunkt der zu römischer Zeit überregional bedeutsamen Straßen zwischen Metz und Mainz einerseits und Straßburg und Trier andererseits entstand im ersten Jahrhundert nach Christus  der Vicus im Wareswald, gelegen am Fuße des Schaumbergs zwischen den heutigen Gemeinden Marpingen, Oberthal und Tholey. Viele Menschen – Reisende und Händler – benutzten die zumeist vom Militär angelegten Wege. Die dadurch hervorgerufene Nachfrage nach Unterkunft und Verpflegung, aber auch nach Gütern des täglichen Bedarfs veranlasste Händler und Handwerker sich an der Stelle des heutigen Wareswaldes niederzulassen. Es setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, der die Siedlung zu einer stattlichen Größe von mehreren Hektar besiedelter Fläche wachsen ließ. Um das Jahr 400 wurde der Vicus verlassen. Der Platz ist seither nicht mehr besiedelt.

Viele Funde aus dem Wareswald sind im Museum Theulegium am Tholeyer Rathausplatz ausgestellt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Geschichte erlebbar zu machen. 2006 vom „Historischen Verein zur Erforschung des Schaumberger Landes“ eröffnet, werden neben bedeutenden Exponaten der Vor- und Frühgeschichte insbesondere wie erwähnt römischen Funde der nahe gelegenen römischen Grabungsstätte im Wareswald sowie die geschichtliche Dokumentation zur Abtei Tholey und zur Entwicklung des „Amtes Schaumburg“ gezeigt. Geologische Besonderheiten sowie Fossilien, Eisenerze und Halbedelsteine ergänzen die Ausstellung.

Im restaurierten Kellergewölbe beeindrucken weitere Ausstellungen: das ehemalige Kantonsgefängnis, die Olga-Schwind-Ausstellung mit historischen Musikinstrumenten, die Tafelklavierwerkstatt von Peter Mönch und die Photogrammetrie-Ausstellung zu Albrecht Meydenbauer.

Die Sonderausstellung „Römisches Leben im Wareswald – Vergangenheit digital entdecken“ ist ab sofort bis zum Jahresende im Museum Theulegium in Tholey zu sehen.

Museum Theulegium

Rathausplatz 6

66636 Tholey

Telefon: 06853-50880

außerhalb der Öffnungszeiten: +49 151 67134743

E-Mail: info@theulegium.de

Öffnungszeiten:

Mittwoch        14.00-17.00 Uhr

Sonntag        14.00-17.00 Uhr

Sonderführungen sind nach telefonischer Vereinbarung möglich