

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
„Driwwer geschwätzt“ ist auch weiterhin die eine Rubrik, die ich gerne nutze, um über aktuelle Geschehnisse aus unserer Gemeinde zu berichten, Themen zu erläutern und Hintergründe zu geben. Die letzte Ausgabe liegt erst rund vier Wochen zurück. Aber auch seither ist wieder viel passiert in unserer Gemeinde. Und es ist Halbzeit in diesem Jahr 2026. Und damit Zeit, mit Beginn der Sommerferien auf das bisherige Jahr 2026 zu blicken.
Wir haben also Halbzeit. Halbzeit in einer Gemeinde, die lebens- und liebenswert ist. Aus den verschiedensten Gründen, die jeder hoffentlich bei sich selbst finden wird, wenn er oder sie beim Lesen über seine Heimat nachdenkt. In den vergangenen Wochen hat eine Studie eines Tabakkonzerns dieses Bild in der Öffentlichkeit getrübt. Wir hatten in den Tholeyer Nachrichten bereits darüber berichtet. Für mich – und für viele andere auch, das zeigen mir die unzähligen Nachrichten, die ich erhalten habe – gilt weiterhin: Eine Platzierung in einem Ranking aus der Vogelperspektive beschreibt nicht die Wirklichkeit unserer Gemeinde. Die Gemeinde Tholey ist eine lebenswerte Flächengemeinde mit neun Ortsteilen, starken Vereinen, engagierten Menschen im Ehrenamt, einer guten medizinischen Versorgung, leistungsfähigen Kitas und Schulen sowie innovativen Angeboten für die Zukunft. Wer ausschließlich urbane Maßstäbe anlegt, bewertet den ländlichen Raum nicht fair, er wertet ihn herab, statt ihn wert zu schätzen. Wir lassen uns deshalb nicht auf eine Zahl oder einen Listenplatz reduzieren. Entscheidend ist nicht, wie ein Algorithmus unsere Gemeinde bewertet, sondern wie die Menschen hier leben. Und darauf können wir trotz mancher Probleme, auf die ich in dieser Kolumne auch eingehe – weiter stolz sein.
Nun aber zu den Themen der heutigen Ausgabe. Ich möchte berichten über ein neues Förderprogramm, dass unsere Gemeinde grüner machen soll, über das Thema Parkplätze am Hofgut Imsbach und über Schwierigkeiten, in einer Gemeinde zu jedem Zeitpunkt überall zu sein, um alles sauber zu halten. In diesem Sinne. Viel Spaß beim Lesen!
Mehr „Grün“ für die Gemeinde Tholey – mit Anreizen statt Verboten
Mehr Grün vor der Haustür – das ist ein wichtiges Thema, gerade in Zeiten, in denen der Klimawandel uns alle betrifft, in denen Temperaturen steigen und Hitzeperioden länger werden. Mit kleineren Bühlflächen in einigen Ortsteilen haben wir im vergangenen Jahr bereits ein erstes Zeichen gesetzt. Mehr Grün vor der ist damit weit mehr als eine Frage der Optik. Bäume, Sträucher, Stauden und Blühflächen kühlen unsere Orte an heißen Sommertagen, verbessern die Luft, schaffen Lebensräume für Insekten und Vögel und helfen dabei, Regenwasser besser aufzunehmen. Genau deshalb möchte die Gemeinde Tholey private Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer künftig gezielt dabei unterstützen, versiegelte Flächen zu entsiegeln, Schottergärten zurückzubauen und neue Bäume zu pflanzen.
Mir und uns geht es dabei bewusst nicht darum, mit Verboten zu arbeiten oder mit erhobenem Zeigefinger aufzutreten. Diesen Punkt habe ich auch immer wieder in Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern betont, denen dieses Thema am Herzen liegt. Wir wollen vielmehr ermutigen, ermöglichen und belohnen. Wer sein Grundstück grüner, klimafreundlicher und lebenswerter gestalten möchte, soll dafür praktische Unterstützung erhalten. Denn eine grünere und damit auch lebenswertere und resilientere Gemeinde entsteht am besten dort, wo Menschen aus Überzeugung mitmachen, nicht aus Zwang.
Mit unserer neuen Förderrichtlinie, die vom Gemeinderat beschlossen wurde und zeitnah auf den Internetseiten der Gemeinde veröffentlich werden wird, setzen wir einen einfachen, aber wichtigen Impuls: Weniger Grau, mehr Leben. Gefördert wird der Rückbau von versiegelten Flächen und Schottergärten ab insgesamt 10 Quadratmetern. Hier unterstützt die Gemeinde mit 20 Euro pro Quadratmeter, maximal 700 Euro je Antrag. Außerdem fördern wir die Anschaffung und Pflanzung eines standortgerechten heimischen Laub- oder Obstbaumes pro bebautem Grundstück mit pauschal 75 Euro. Das deckt nicht alle Kosten, das ist uns bewusst. Aber es ist ein Anreiz, solche Maßnahmen noch einmal genauer in den Blick zu nehmen.
Dabei gilt: Grün ist nicht gleich Grün. Besonders wertvoll sind Pflanzen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch Nahrung und Lebensraum bieten — etwa heimische Sträucher, Stauden, Obstbäume, Blühpflanzen und andere tier- und insektenfreundliche Arten. Wer bei der Auswahl auf standortangepasste und möglichst heimische Pflanzen achtet, schafft kleine Oasen für Bienen, Schmetterlinge, Vögel und andere Tiere — und macht den eigenen Garten zugleich lebendiger, robuster und pflegeleichter.
Wichtig für alle Interessierten: Die Maßnahmen müssen vor Beginn beantragt und von der Gemeinde bewilligt werden. Die geförderten begrünten Flächen sind mindestens zehn Jahre zu erhalten. So stellen wir sicher, dass aus einer guten Idee auch eine nachhaltige Wirkung entsteht. Die Beantragung wird einfach und digital erfolgen.
Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Gemeinde Tholey Schritt für Schritt klimaangepasster, lebenswerter und natürlicher gestalten. Jede entsiegelte Fläche zählt. Jeder Baum zählt. Und jede Bürgerin und jeder Bürger, der mitmacht, leistet einen sichtbaren Beitrag für unsere Gemeinde, für die Artenvielfalt und für kommende Generationen.
Ich lade Sie daher herzlich ein: Machen Sie mit. Verwandeln wir gemeinsam kleine graue Flächen in lebenswerte Orte.
Grünpflege durch die Gemeinde Tholey – eine Mammutaufgabe, die manchmal Geduld braucht
Ich bleibe gerne beim Thema Natur und komme zu Fragen, zu denen ich immer wieder auch Zuschriften und Nachrichten von Menschen aus unserer Gemeinde erhalte. Denn gerade in den vergangenen Wochen haben uns immer wieder Hinweise und auch Beschwerden zur Grünpflege in unserer Gemeinde erreicht. Dabei ging es unter anderem um Grasflächen, Straßenbegleitgrün, Sträucher oder auch um sensible Bereiche wie unsere Friedhöfe. Ich kann diese Rückmeldungen gut nachvollziehen. Wenn Grünflächen ungepflegt wirken, Wege zuwachsen oder auf Friedhöfen der Eindruck entsteht, dass nicht zeitnah genug gemäht wurde, ist das für einige Menschen verständlicherweise ärgerlich. Gerade Friedhöfe sind Orte des Gedenkens und der Würde. Deshalb nehmen wir solche Hinweise sehr ernst.
Gleichzeitig möchte ich diese Ausgabe nutzen, um zu erläutern, warum die Grünpflege in einer Flächengemeinde wie unserer eine besondere Herausforderung ist. Unsere Gemeinde umfasst mehr als 57 Quadratkilometer und verfügt über eine Vielzahl öffentlicher Grünflächen: Friedhöfe, Spielplätze, Straßenränder, Plätze, Wege, Anlagen an öffentlichen Gebäuden und vieles mehr. Einige davon, zum Beispiel die Grünflächen entlang der Bundes- und Landesstraßen, werden auch vom Landesbetrieb für Straßenbau gepflegt.
Besonders in den Monaten Mai, Juni und Juli sorgt die Witterung häufig für ein enormes Wachstum. Wärme, Regen und längere Tage lassen Gras, Hecken und Sträucher innerhalb kurzer Zeit stark nachwachsen. Was an einem Tag noch ordentlich aussieht, kann wenige Tage später bereits wieder einen anderen Eindruck vermitteln. Unser Baubetriebshof ist dabei mit großem Einsatz unterwegs, für den ich dem Team auch sehr dankbar bin. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich jedoch nicht ausschließlich um die Grünpflege.
Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem auch Straßenunterhaltung, Spielplatzkontrollen, Unterstützung bei Veranstaltungen, Pflege kommunaler Gebäude und Anlagen, Winterdienstvorbereitungen, Reparaturen sowie viele weitere Arbeiten, die im Alltag einer Gemeinde anfallen. Fahrzeuge, Geräte und Personal können dabei immer nur an einem Ort gleichzeitig eingesetzt werden. Deshalb lässt es sich trotz sorgfältiger Planung nicht immer vermeiden, dass einzelne Flächen später bearbeitet werden, als wir oder die Bürgerinnen und Bürger es uns wünschen würden. Hier gilt es dann auch, Prioritäten zu setzen. Was manchmal beliebig aussieht, hat häufig gute Gründe.
Um in der wachstumsstarken Zeit schneller voranzukommen, beauftragt die Gemeinde gerade auch in den Sommermonaten zusätzlich externe Firmen. Auch dadurch versuchen wir, die Pflegeintervalle zu verkürzen und besonders betroffene Bereiche zeitnah abzuarbeiten. Dennoch bleibt die Aufgabe angesichts der großen Fläche und der vielen zu betreuenden Standorte anspruchsvoll.
Zugleich arbeiten wir daran, die Grünpflege künftig noch besser planbar zu machen. Dazu gehört auch der Einsatz moderner Technik. Unsere zu pflegenden Flächen sollen noch genauer in digitalen Katastern erfasst werden. Auf dieser Grundlage können künftig volldigitale Pflegepläne entstehen, die eine bessere Übersicht, Priorisierung und Steuerung ermöglichen. Das wird nicht von heute auf morgen alle Herausforderungen lösen, aber es ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz und Verlässlichkeit.
Ich danke an dieser Stelle allen Bürgerinnen und Bürgern, die uns aufmerksam auf Missstände hinweisen, aber auch allen, die Verständnis dafür haben, dass nicht jede Fläche jederzeit gleichzeitig gepflegt werden kann. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit großem Engagement daran, unsere Gemeinde ordentlich, lebenswert und gepflegt zu halten. Dafür noch einmal vielen Dank!
Parkplätze rund ums Hofgut Imsbach – eine Einordnung
Seit dem 8. Juni 2026 werden auf den privaten Parkflächen rund um das Hofgut Imsbach Parkgebühren fällig. Zu diesem Schritt hat sich der private Betreiber entschieden und die Maßnahme zum Anfang dieses Monats auch umgesetzt. Nach einer kostenfreien ersten halben Stunde werden demnach für die folgenden 30 Minuten zwei Euro fällig, jede weitere Stunde kostet einen Euro. Für Gäste der Gastronomie bleibt das Parken kostenfrei.
Für mich als Bürgermeister und für uns als Gemeinde Tholey ist dieser Schritt selbstverständlich eine Entwicklung, die wir nicht begrüßen können. Auch und gerade deswegen hatten wir uns bis zuletzt darum bemüht, diesen Schritt zu verhindern, auch im Rahmen einer nicht unerheblichen Kostenbeteiligung, aber auch mit anderen Vorschlägen. Denn begründet hat der neue Eigentümer die Einführung der Gebühren mit dem Unterhalt der Flächen, der erhebliche laufende Kosten verursache, beispielsweise für Instandhaltung, Pflege, Beleuchtung oder Müllbeseitigung. Leider war ein solcher Weg am Ende nicht möglich.
Für mich gilt weiterhin, dass es einem privaten Investor in einer solchen Situation letztlich unbenommen ist, selbst zu bestimmen, was auf seinem Grund und Boden geschieht. Auch wissen wir um die Kosten, die zur Pflege des Landschaftsparks und der Gebäude aufgebracht werden müssen. Zumal auch am Bostalsee und an anderen touristischen Destinationen im Saarland Parkgebühren üblich sind. Dennoch ist es nun eben erstmalig so, dass in unserer Gemeinde solche Gebühren erhoben werden. Hinzu kommt, dass 30 Minuten schlicht nicht ausreichen, um beispielsweise verstorbene Angehörige im Friedwald zu besuchen oder die Natur im Landschaftspark bei einem Spaziergang zu genießen.
Daher plant die Gemeinde in enger Abstimmung mit dem SaarForst Landesbetrieb und der Friedwald GmbH derzeit die Schaffung zusätzlicher, kostenfreier Parkflächen im direkten Umfeld. Das geht nicht sofort, aber alle Partner arbeiten daran, schon in wenigen Wochen eine solche Möglichkeit zu bieten, gerade für Spaziergängerinnen und Spaziergänger und die Besucherinnen und Besucher des Friedwalds. Erste Termine vor Ort haben bereits stattgefunden. Darüber hinaus stehen auch schon heute im Umfeld der Johann-Adams-Mühle kostenfreie Parkplätze zur Verfügung, die für einige Menschen, darunter gerade Spaziergängerinnen und Spaziergänger, eine Alternative darstellen können, um den Landschaftspark zu begehen.
Was will ich damit sagen? Dass die Gemeinde Tholey und dass ich selbst Tag für Tag daran arbeiten, die Lebensqualität in unserer Heimat hoch zu halten. Das gilt auch in anderen Ortsteilen. Zum Beispiel auch beim Thema Nahversorgung. Denn obwohl die Bauarbeiten zum Edeka-Markt wegen der anstehenden Kanalsanierung in der Ortsmitte, die zwingende Voraussetzung für alle weiteren Schritte ist, konnten wir mit dem Konzept „Friedas 24“ Abhilfe schaffen. Ein Modell, das Schule macht. Denn in dieser Woche eröffnet in Scheuern ein weiterer „Friedas“-Supermarkt in unserer Gemeinde seine Türen. Dieser digitale Supermarkt ist neben dem bestehenden Angebot in Überroth-Niederhofen (vielen Dank auch den Betreibern an dieser Stelle, die für den Ort so wertvoll sind!) eine echte Bereicherung für die Lebensmittelversorgung im Bohnental. Analog wie digital, durch die beiden Angebote haben alle Altersgruppen die Möglichkeit, mit kurzen Wege Artikel des täglichen Bedarfs zu kaufen. Ich freue mich daher sehr, wenn beide Angebote auch künftig so gut angenommen werden!
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Halbzeit in 2026 – und die Sommerferien starten mit dem Erscheinen dieser Ausgabe. In diesem ersten Halbjahr des Jahres 2026 konnten wir bereits einige Erfolge verzeichnen. Mit wichtigen Projekten vor allem in den Bereichen Sicherheit und Bildung, die große Schritte nach vorne machen konnten. Aber auch mit Projekten, bei denen wir uns alle mehr Geschwindigkeit wünschen würden. Hier werden wir in der „zweiten Halbzeit 2026“ Fortschritte machen, denn die harte Vorarbeit ist bereits geleistet. In den drei ersten Ausgaben dieses Jahres ging es mir jedenfalls immer darum, Sie auf diesem Weg mitzunehmen und dabei neben den positiven Aspekten auch die schwierigen Themen nie auszulassen, sondern sie auch zu beleuchten.
Umso mehr gilt auch heute meine Einladung: Sollten Sie also noch eine Frage zu den Themen dieser Ausgabe haben oder sich für ganz andere Bereiche unserer Gemeinde interessieren, dann lassen Sie es mich bitte wissen – per Mail, in den sozialen Medien oder in meiner Sprechstunde im Rathaus. Ich selbst weiß diesen Kontakt sehr zu schätzen!
Bleibt mir nur, Ihnen und uns allen eine schöne, erholsame und trotzdem ereignisreiche Sommerzeit zu wünschen. Mit schönem Wetter, vielen tollen Festen, spannenden Begegnungen und vor allem auch der nötigen Lebensfreude – denn die gibt es in unserer Gemeinde zum Glück allemal. In genau diesem Sinne freue ich mich auf viele Begegnungen in den kommenden Wochen: Digital, aber noch viel mehr analog.
In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal bei „Driwwer geschwätzt“.
Ihr Bürgermeister
Andreas Maldener
