„DRIWWER GESCHWÄTZT“
25. Juni 2026

Deutsche Glasfaser im Gemeinderat: Viele Fragen, keine Antworten!

Es war der Punkt auf der Tagesordnung, der von den Mitgliedern des Gemeinderates und den Gästen der Sitzung mit der größten Spannung erwartet worden war und in den einige Hoffnungen gesetzt wurden:

In der Gemeinderatssitzung am 24. Juni waren Vertreter des Unternehmens Deutsche Glasfaser (DG) zu Gast, um die Mitglieder des Gremiums über den aktuellen Stand rund um den Ausbau ihres Netzes in der Gemeinde Tholey zu informieren.

„Wir alle haben Antworten erwartet, wurden aber zum wiederholten Male enttäuscht“, bilanzierte Bürgermeister Andreas Maldener den Tagesordnungspunkt nach dem Auftritt des Kommunalmanagers der DG sowie der regionalen und örtlichen Bauverantwortlichen.

Auf noch größeres Unverständnis stieß die Tatsache, dass das Bauunternehmen Geodesia,  das für die Deutsche Glasfaser tätig ist, trotz Einladung nicht zur Sitzung erschienen war. Maldener ergänzt: „Es wurde erneut deutlich, dass die Deutsche Glasfaser keinerlei Konzept für den Ausbau in unserer Gemeinde hat, keine Auskünfte zu Mängelbeseitigungen erteilen konnte und keine Prognose geben konnte, wann der Ausbau ordnungsgemäß weitergeführt werden kann.“

Was die Ratsmitglieder und den Bürgermeister noch betroffener machte: Die Vertreter der Deutschen Glasfaser schoben die Verantwortung für die derzeitige Situation nahezu vollständig an die von ihnen beauftragte Tiefbaufirma ab.

Denn: Zwischen der Gemeinde Tholey besteht – wie bei anderen Kommunen auch – kein direktes Vertragsverhältnis zu den tätigen Tiefbaufirmen. Diese sind allesamt im Auftrag der Deutschen Glasfaser tätig.

Um zumindest die größten Schadstellen zu verschließen und damit Gefahrenstellen zu beseitigen, hat die Gemeinde bereits so genannte „Ersatzvornahmen“ gegenüber der Deutschen Glasfaser angekündigt.

Konkret bedeutet dies, dass die Gemeinde Tholey selbst Aufträge an geeignete und qualifizierte Unternehmen vergibt, um bestimmte Maßnahmen durchzuführen.

Dazu wird dann beispielsweise die Asphaltierung der offenen Gräben in der Schweichhauserstraße im Ortsteil Tholey gehören. Die Kosten, die der Gemeinde Tholey dadurch entstehen, werden dann an den Verursacher weitergereicht. Das Verfahren bringt aber einige Vorgaben mit sich, die zwingend einzuhalten sind. Bürgermeister Maldener: „Wir können unsere Infrastruktur nicht auf diese Weise von Dritten verwahrlosen lassen, hier gilt es zu handeln. Auch wenn am Ende immer unklar ist, ob tatsächlich eine Kostenerstattung erfolgt.“

Der einzige Lichtblick für die Ratsmitglieder: Über Umwege will die Deutsche Glasfaser versuchen, kurzfristig zumindest einige Kunden in den Ortsteilen Theley und Bergweiler ans Netz anzuschließen, die bereits über die notwendige Infrastruktur verfügen.

Andreas Maldener bilanziert: „Der Auftritt der Deutschen Glasfaser hat zunächst allen Mitgliedern des Gemeinderates die Hoffnung auf eine schnelle Lösung geraubt. Entsprechend groß war das Unverständnis. Als Gemeinde Tholey werden wir daher die Gespräche zur Suche potentieller Alternativen zur Deutschen Glasfaser weiter vorantreiben. Aber auch wir wissen, wie schwierig dies in der aktuellen Zeit ist. Aber wir bleiben dran.“