Kommunen am Limit
22. Juni 2026

So bleiben Wohnräume im Sommer angenehm kühl Energieberatung der Verbraucherzentrale informiert über wirksamen Hitzeschutz

Steigende Temperaturen machen vielen Menschen auch in den eigenen vier Wänden zu schaffen und lassen sie nachts nicht schlafen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale hat deshalb praktische Tipps zusammengestellt, mit denen sich Wohnräume im Sommer wirksam vor Überhitzung schützen lassen.

Richtig lüften
Lüften ist besonders effektiv, wenn die Außentemperatur deutlich unter der Raumtemperatur liegt. Ein Thermometer mit Anzeige von Innen- und Außentemperatur hilft dabei, den optimalen Zeitpunkt zu erkennen – denn das persönliche Temperaturempfinden kann täuschen. Die tiefsten Außentemperaturen herrschen in der Regel morgens vor Sonnenaufgang. Lüften zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang ist damit am effektivsten.

Rollläden, Außenjalousien und andere Verschattungssysteme nutzen
Ein Großteil der Wärme gelangt über Fenster in den Innenraum. Deshalb ist ein wirksamer Sonnenschutz besonders wichtig. Außenliegende Systeme wie Rollläden oder Außenjalousien sind deutlich effektiver als innenliegende Lösungen, da die Sonnenenergie gar nicht erst in den Raum gelangt. Automatisch gesteuerte Systeme können auch bei Abwesenheit für eine optimale Verschattung sorgen.

Sonnenschutzfolien und Sonnenschutzverglasung einsetzen
Auch Sonnenschutzfolien oder spezielle Verglasungen können das Aufheizen von Räumen reduzieren. Spezielle Folien und Verglasungen minimieren den Verdunklungseffekt, indem sie das sichtbare Licht weitgehend durchlassen und überwiegend die anderen Lichtwellenbereiche filtern. Sonnenschutzfolien können auch nachträglich auf bestehende Verglasungen aufgebracht werden. Als einfache Alternative kann im Einzelfall bereits ein helles Tuch helfen, das außen vor dem Fenster angebracht wird. Wenn dieses feucht ist, gibt es durch die Verdunstung noch einen zusätzlichen Kühlungseffekt.

Klimageräte bewusst auswählen und effizient nutzen
Klimageräte sorgen zwar für Abkühlung, verursachen jedoch einen hohen Stromverbrauch und entsprechende Kosten. Wer ein Klimagerät nutzen möchte, sollte auf eine hohe Energieeffizienzklasse achten. Fest installierte Splitgeräte arbeiten in der Regel deutlich effizienter als mobile Monoblockgeräte. Zusätzlich sollte der Geräuschpegel bei der Auswahl berücksichtigt werden. Wichtig: Während des Betriebs sollten die Fenster geschlossen bleiben.

Ventilatoren als stromsparende Alternative prüfen
Vor der Anschaffung eines Klimageräts kann sich ein Ventilator lohnen. Er benötigt deutlich weniger Strom und verursacht geringere Betriebskosten. Auch Luftbewegung durch geöffnete Fenster kann als angenehm empfunden werden: Selbst wenn die Außentemperatur etwas höher liegt, kann ein Luftzug die gefühlte Temperatur senken – vorausgesetzt, es herrscht ausreichend Luftbewegung.

Dach- und Fassadenbegrünungen schaffen natürlichen Hitzeschutz
Bäume, Sträucher sowie begrünte Fassaden und Dächer sorgen für natürliche Verschattung und reduzieren die Aufheizung von Gebäuden. Durch die Verdunstungsprozesse der Pflanzen werden lokal die Temperaturen gesenkt. Negativ sind hingegen Steingärten. Diese heizen sich stark auf, speichern die Wärme und verstärken die Hitze. Viel Grün, zum Beispiel Bäume und Büsche rund ums Haus, führt zu lokalen Kühlungseffekten.

Gute Dämmung sorgt ganzjährig für Wohnkomfort
Eine hochwertige Dämmung von Dach und Außenwänden wirkt sich dauerhaft positiv auf das Raumklima aus. Im Sommer wird die Erwärmung der Gebäudekonstruktion reduziert, wodurch Innenräume länger angenehm kühl bleiben.

Außenwände befeuchten
Die Befeuchtung von Außenwänden, zum Beispiel mit einem Gartenschlauch, reduziert durch die Verdunstungsprozesse merklich die Oberflächentemperaturen der Wände. Dadurch wird auch der Wärmetransport durch die Wand nach innen reduziert, was das Aufheizen der Innenräume verringert.

„Die Energieberater der Verbraucherzentrale beraten Verbraucher:innen individuell und kostenfrei zu geeigneten Maßnahmen für den Hitzeschutz“, erläutert Reinhard Schneeweiß, Architekt und Energieberater der Verbraucherzentrale Saarland.

Darüber hinaus informiert die Energieberatung auch zu den Themen Heiztechnik, energetische Sanierung und erneuerbare Energien. Die Beratung findet telefonisch, per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Terminvereinbarungen sind unter 0681 50089-15 oder unter der bundesweit kostenfreien Hotline 0800 – 809 802 400 möglich. Weitere Informationen gibt es auf verbraucherzentrale-energieberatung.de sowie in verschiedenen Vorträgen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.