Gemeinde Tholey investiert Millionen in Kitas, Feuerwehr und Infrastruktur
18. September 2026
Am 21. September geht’s in Theley los
18. September 2026

Gemeinderat stellt Weichen für neues Freizeithaus St. Mauritius

Die Reaktivierung eines Veranstaltungsortes für größere kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse in neuem Gewand rückt in der Gemeinde Tholey näher: Der Gemeinderat hat die Fortführung des Umbaus und Ersatzneubaus des Freizeithauses St. Mauritius beschlossen und zugleich die Grundlage für die Finanzierung des rund 8,7 Millionen Euro teuren Projekts geschaffen. Die Entscheidung fiel einstimmig.

Das bestehende Freizeithaus soll grundlegend saniert und durch einen Neubau ergänzt werden. Ziel ist es, in Tholey Räumlichkeiten zu schaffen, die auch für größere Veranstaltungen geeignet sind. Einen entsprechenden Bedarf gibt es laut Bürgermeister Andreas Maldener nicht nur für den Ortsteil Tholey, sondern für die gesamte Gemeinde. „Die bestehenden Kulturhallen in Hasborn-Dautweiler und Theley sind stark ausgelastet und werden zudem für den Schul- und Vereinssport benötigt. Dadurch stehen sie für größere oder mehrtägige Veranstaltungen nur eingeschränkt zur Verfügung.“

Die Planungen für das Freizeithaus hatte der Gemeinderat bereits im Juli 2025 anerkannt. Seitdem fanden weitere Abstimmungen mit dem Ministerium für Inneres, Bauen und Sport statt. Im Juni 2026 wurde dabei eine grundsätzliche Finanzierungszusage erreicht. Gleichzeitig sind wichtige Vorarbeiten auf dem Gelände abgeschlossen: Sowohl die Kampfmittelsondierungen als auch die Untersuchungen des Landesdenkmalamtes blieben ohne Befund. Damit gilt die vorgesehene Fläche als bebaubar. Im Umfeld hatte die Gemeinde zuvor bereits vier Gebäude erworben und abreißen lassen. Auch der marode bisherige Veranstaltungssaal wurde zurückgebaut.

Ein wesentlicher Teil der Investition soll durch Fördermittel aufgefangen werden. Von den derzeit kalkulierten Gesamtkosten von rund 8,7 Millionen Euro gelten etwa sechs Millionen Euro als förderfähig. Daraus werden rund vier Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln aus der Städtebauförderung erwartet. Die Fördermittel sollen auf die Programmjahre 2027 und 2028 verteilt werden.

Weitere 2,5 Millionen Euro sollen aus Mitteln des Länder- und Kommunalinfrastrukturfinanzierungsgesetzes, dem sogenannten Sondervermögen, in das Projekt fließen. Der Gemeinde stehen daraus insgesamt 6,23 Millionen Euro zur Verfügung. Ein Teil wurde bereits für den Kindercampus und das Feuerwehrgerätehaus in Hasborn-Dautweiler eingesetzt. Auch andere Vorhaben wie energetische Sanierungen von Hallen und Dorfgemeinschaftshäusern oder Straßenbaumaßnahmen sollen aus diesem Finanzierungsinstrument unterstützt werden. Für weitere Projekte verblieben nach der derzeitigen Planung noch rund drei Millionen Euro.

Nach Abzug der vorgesehenen Fördermittel und der 2,5 Millionen Euro aus dem Sondervermögen verbleibt für das Freizeithaus zunächst ein kommunaler Finanzierungsanteil von rund 2,25 Millionen Euro. Dieser soll durch eine zusätzliche Bedarfszuweisung des Landes weiter verringert werden. Je nach Höhe dieser Unterstützung rechnet die Gemeinde am Ende mit einem kreditfinanzierten Eigenanteil zwischen rund 1,1 und 1,7 Millionen Euro. Voraussetzung ist die Genehmigung einer entsprechenden Sonderkreditaufnahme. Nach Gesprächen des Bürgermeisters liegt dafür bereits eine mündliche Zusage der Hausspitze des Innenministeriums vor; die schriftliche Bestätigung soll folgen.

„Mit dieser Entscheidung wird ein Projekt auf den Weg gebracht, das weit über den Ortsteil Tholey hinaus Bedeutung hat. Entscheidend ist, dass ein großer Teil der Investition über unterschiedliche Fördermöglichkeiten finanziert werden kann und der bei der Gemeinde verbleibende Anteil dadurch deutlich reduziert wird“, sagt Bürgermeister Andreas Maldener. „Gleichzeitig entsteht eine Veranstaltungsstätte, die Möglichkeiten eröffnet, die es in dieser Form bislang in der Gemeinde nicht gibt.“