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Imker: Asiatische Hornisse soll gebremst werden

Sie ist etwas kleiner als die heimische Hornisse, etwas dunkler. Auffallend sind die gelben Beine. Seit rund 20 Jahren breitet sie sich auf dem europäischen Kontinent aus: die Vespa velutina. Ihre ursprüngliche Heimat liegt in Südostasien, daher wird sie auch asiatische Hornisse genannt.

„Auch im Saarland registrieren wir immer mehr Sichtungen, insbesondere entlang von Flüssen oder in der Nähe von Gewässern“, sagt Bernd Morbach, Vorsitzender des Imkervereins Schaumberg. Und dies ist ein Problem, nicht nur für Imker. „Die asiatische Hornisse bedroht unsere heimische Biodiversität. Denn sie hat keinen natürlichen Feind und jagt Jahr für Jahr viele Insekten für ihre Larven. Auch vor schwachen Honigbienenvölkern macht sie nicht Halt“, erläutert Morbach.

Eine Gefahr, daher ist die asiatische Hornisse meldepflichtig. Im Saarland unterstützen die Imkervereine das Zentrum für Biodokumentation im Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz dabei. Die Imker-Kreisverbände haben sich daher organsiert, Task Forces gegründet. Morbach steht der St. Wendeler Task Force vor: „Wenn jemand meint, eine asiatische Hornisse entdeckt zu haben, ist dies bitte auf dem eigens eingerichteten Online-Portal zu melden unter: www.velutina-saar.de. Hier sind Name, Sichtungsort zu nennen und ein Foto der Hornisse hochzuladen.“ Das Foto ist deshalb wichtig, damit ein Experte begutachten kann, ob es wirklich die Vespa velutina ist. Falls ja, wird ein Imker in der Nähe informiert.

Der Imker stellt dann einen Locktopf auf: Zu je einem Drittel enthält dieser Schwarzbier, Holunderbeerensaft und süßen Wein. „Diese Mischung hat sich als besonders anlockend herausgestellt“, sagt Morbach.

Glückt das Anlocken, markiert der Imker die Hornisse, versucht, ihr zu folgen. Morbach: „Meistens befinden sich die Nester in einem Umkreis von etwa 100 Metern.“ Einige Anläufe brauche es, bis das Nest lokalisiert sei. Doch komme die Hornisse immer wieder. Und wenn eine unmarkierte angelockt werde, so stamme sie sehr wahrscheinlich aus dem gleichen Nest. Technische Hilfsmittel sollen auch zum Einsatz kommen, eine App werde beispielsweise gerade entwickelt.

Ist das Nest entdeckt, muss das Zentrum für Biodokumentation informiert werden. Morbach: „Auf keinen Fall sollte man selbst versuchen, die Nester zu entfernen.“ Dies gelte vor allem für die Sekundärnester. Denn die asiatische Hornisse baue zwei: „Das erste, das Primärnest, oft in der Nähe von Gebäuden, Ställen. Wenn die Königin genügend Mitstreiter hat, wird meistens im Sommer das Sekundärnest gebaut, in Bäumen, in 10 bis 20 Metern Höhe.“ Die Sekundärnester sind bis zu einem Meter hoch, bis zu 80 cm breit. Das Einflugloch ist seitlich – und nicht unten, wie bei einheimischen Hornissen.

Morbach: „Die asiatische Hornisse wird bleiben. Jedoch müssen wir versuchen, ihre Population unter Kontrolle zu bekommen. Daher bitten wir die Bevölkerung, uns dabei zu unterstützen.“