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30. Juli 2026

Kindercampus Hasborn-Dautweiler nimmt Gestalt an Ministerin besucht die Baustelle

Bildung und Betreuung unter einem Dach, kurze Bauzeiten und ein zukunftsweisendes Konzept: Mit dem neuen Kindercampus in Hasborn-Dautweiler entsteht ein Projekt, das neue Maßstäbe für die Kinderbetreuung und den Schulbetrieb setzt. Nach dem symbolischen Spatenstich im März schreiten die Arbeiten zügig voran. Seit dem 19. Juli werden die vorgefertigten Module auf dem Gelände im Brühlpark gegenüber der Grundschule montiert. Dank der modularen Bauweise soll die Errichtung des Gebäudes bereits nach rund 14 Tagen abgeschlossen sein.

Von dem Fortschritt überzeugte sich jetzt auch Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot bei einem Besuch der Baustelle. Im Mittelpunkt standen dabei das innovative Konzept eines gemeinsamen Standorts für Kindertagesstätte und Grundschule sowie die wirtschaftliche und nachhaltige modulare Bauweise.

Wie Bürgermeister Andreas Maldener erklärte, hat die Gemeinde Tholey mit dem Kindercampus auf den steigenden Bedarf an Betreuungs- und Bildungsplätzen reagiert. Im Erdgeschoss entsteht eine moderne Kindertagesstätte mit zwei Krippengruppen, vier Regelkindergarten-Gruppen sowie ein multifunktionaler Speiseraum und natürlich den notwendigen sanitären Einrichtungen. Das Obergeschoss bietet künftig Platz sechs Unterrichts- und Betreuungsräume für die Grundschule und die Freiwillige Ganztagsschule sowie eine Mensa sowie auch hier natürlich den sanitären Einrichtungen. Durch die gemeinsame Nutzung eine Gebäudes werden Leerstände vermieden und die vorhandene Infrastruktur optimal genutzt. Dennoch seien beide Bereiche – also Kita und Grundschule – räumlich getrennt und somit absolut unabhängig voneinander zu nutzen.

„Durch die direkte Nähe zur bestehenden Grundschule und der Sporthalle entstehen wertvolle Synergien, die kurze Wege und eine optimale Nutzung der Infrastruktur ermöglichen“, betonte der Bürgermeister. „Mit dem neuen Kindercampus Hasborn-Dautweiler entsteht ein echtes Vorzeigeprojekt für Bildung und Betreuung. Hier werden verschiedene Angebote sinnvoll gebündelt und zukunftsfähig weiterentwickelt.“

Errichtet wird das Gebäude als Hybridkonstruktion aus Stahl und Holz durch die Kleusberg GmbH & Co. KG. Nach Angaben von Projektleiterin Alexandra Taenzer werden insgesamt 64 Module mit einem Gewicht von jeweils elf bis 14 Tonnen verbaut.

„Fenster, Türen und wesentliche Vorinstallationen für die Haustechnik sind bereits werkseitig eingebaut“, so die Baustellenchefin.  Mit einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern entstehe ein Gebäude, das rund 70 Prozent schneller errichtet werden könne als ein vergleichbarer konventioneller Bau. Voraussetzung dafür sei eine besonders intensive und präzise Planung.

Auch energetisch erfüllt der Neubau modernste Anforderungen. Eine Photovoltaikanlage sowie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sorgen für eine nachhaltige Energieversorgung. Die Wärmepumpe unterstützt zugleich die Kühlung des Gebäudes an heißen Tagen.

Von dem Bauprojekt profitieren auch Unternehmen aus der Gemeinde Tholey. So übernimmt die AF Elektrotechnik aus Theley die Elektroarbeiten, die Bard GmbH aus Tholey ist für die Sanitärinstallation zuständig und die Stahlbau Scholl GmbH aus Hasborn ist an der Stahlkonstruktion beteiligt. Die Planung stammt vom Architekturbüro Peter Heinz aus Tholey. Für die Außenanlagen- und Verkehrsplanung zeichnet die Paulus & Partner GmbH aus Wadern verantwortlich. Weitere regionale Unternehmen sollen im Verlauf des Projekts hinzukommen.

„Mit dem Kindercampus investieren wir nicht nur in moderne Bildungs- und Betreuungsangebote, sondern bauen gleichzeitig effizient und wirtschaftlich. Durch die zahlreichen Synergien können die Kosten deutlich reduziert werden. Mit Gebäude, Außenanlagen und Maßnahmen zur Verkehrssicherung rechnen wir mit Gesamtkosten von rund 8,5 bis 9 Millionen Euro. Das ist im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise äußerst günstig und könnte auch für andere Kommunen ein interessantes Modell sein“, sagte Bürgermeister Andreas Maldener.

Das sah auch Ministerin Christine Streichert-Clivot so: „Hier entsteht Zukunft in Modulbauweise in kürzester Zeit“, resümierte sie nach ihrem Besuch beeindruckt.

Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Ende 2026 geplant. Anschließend soll der schulische Betrieb im Obergeschoss bereits beginnen. Der Betrieb der Kindertagesstätte ist – abhängig von Witterung und Fertigstellung der Außenanlagen – zum Kindergartenjahr 2027/2028 geplant. Die Kita wird dann wie bereits am bisherigen Hasborner Standort von der katholischen KiTa gGmbH betrieben. Partner der Freiwilligen Ganztagsschule bleibt die WIAF gGmbH.

Neben dem Neubau wird auch das Umfeld neu gestaltet. Anpassungen in der Parkstraße und in einem Teilbereich der Brückenstraße sollen künftig für mehr Verkehrssicherheit und eine bessere Erreichbarkeit sorgen.

Die Finanzierung des Projekts läuft über verschiedene Förderprogramme. Für den schulischen Bereich stehen unter anderem Mittel aus dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau, dem Schulbauprogramm „BAUSTEIN“ sowie ergänzende Bedarfszuweisungen zur Verfügung. Der Kita-Bereich wird zu einem erheblichen Teil durch das Landesprogramm zur Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze, den Landkreis St. Wendel und weitere Bedarfszuweisungen gefördert.