

Gemeinsam helfen, gemeinsam unterstützen: Landrat Udo Recktenwald und die Bürgermeister der Kreiskommunen beziehungsweise deren Vertreter haben die „Charta für Menschen mit Demenz und deren Angehörige“ unterzeichnet. Darin verpflichten sich Landkreis, Gemeinden und Kreisstadt, vor Ort demenzgerechtere Strukturen aufzubauen.
Mitunterzeichner und Bürgermeister Andreas Maldener begrüßte die Charta ausdrücklich: „Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen benötigen Verständnis, Unterstützung und verlässliche Ansprechpartner vor Ort. Die Charta ist ein wichtiges Signal für mehr Aufmerksamkeit, mehr Hilfe im Alltag und ein starkes Miteinander in den Städten und Gemeinden des Landkreises.“
Landrat Udo Recktenwald: „Die Charta dient uns als Richtschnur und Ansporn, unsere Aktivitäten für Menschen mit Demenz und deren Angehörige zu bündeln und zu intensivieren. Alle unsere Bemühungen und Angebote werden dabei von zwei Leitgedanken bestimmt: Menschen mit Demenz haben das Recht, ein möglichst selbstbestimmtes und würdevolles Leben zu führen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Und: Erkrankte und Angehörige haben das Recht auf Beratung, Unterstützung und Entlastung. Leitgedanken, die sich auch in der Charta wiederfinden.“
Die Charta knüpft dabei an die bereits bestehenden Konzepte und Aktivitäten an, etwa an das seit 2014 bestehende Demenz-Netzwerk. Auf Initiative des Landkreises gegründet, kommen hier Kommunen, Einrichtungen, Verbände, Dienste und engagierte Einzelpersonen zusammen, um für Menschen mit Demenz und deren Angehörige einzutreten sowie Angebote zu initiieren und auszubauen.
Nun sollen auch in allen Kommunen des Landkreises Demenz-Beauftragte ernannt werden. Denn dazu haben sich die Kommunen mit der Unterzeichnung der Charta verpflichtet. Aufgabe der Beauftragten wird unter anderem die Vermittlung von Beratung und Hilfe sein. Festgeschrieben in der Charta sind außerdem die Durchführung von Informationsveranstaltungen und Schulungen, Öffentlichkeitsarbeit sowie der Ausbau des Netzwerks.
Die Charta entstand in Zusammenarbeit mit der Landesfachstelle Demenz. Der Landkreis Sankt Wendel ist nach Neunkirchen und Saarlouis der dritte saarländische Landkreis, der eine solche Charta einführt. Sie orientiert sich eng am saarländischen Demenzplan sowie an den Maßnahmen der nationalen Demenzstrategie. Laut Landesfachstelle gibt es bundesweit keine vergleichbaren Initiativen.
Im Landkreis Sankt Wendel leben aktuell rund 2.500 Menschen mit Demenz, im Saarland sind es bis zu 25.000. Durch den demografischen Wandel wird sich diese Zahl bis 2050 voraussichtlich verdoppeln.
In der Gemeinde Tholey hat man sich dieses Themas übrigens bereits seit einiger Zeit angenommen, wie Andreas Maldener erklärt: So bietet das GenerationenBüro regelmäßig in Kooperation mit dem Pflegestützpunkt des Landkreises St- Wendel einen Gesprächskreis für pflegende Angehörige sowie Angehörige von Menschen mit dementiellen Erkrankungen an, der sich immer größere Beliebtheit erfreut.
Zudem werden regelmäßig Informations- oder Vortragsveranstaltungen zu diesem Thema angeboten. Und um es das ganze Jahr über dauerhaft im Gedächtnis zu halten, beteiligt sich die Gemeinde Tholey auch regelmäßig an der „Vergiss-Mein-Nicht“-Aktion. Diese wurde vom saarländischen Sozialministerium ins Leben gerufen. Als Symbol gegen das Vergessen werden bei der Aktion Vergiss-Mein-Nicht-Pflanzen an verschiedenen öffentlichen Orten gepflanzt. Derzeit in Überroth-Niederhofen an der Bushaltestelle in der Ortsdurchfahrt.
