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13. Mai 2026

„DRIWWER GESCHWÄTZT“ #24: Neues aus dem Gemeinderat und ein Update zu Projekten

#24: Neues aus dem Gemeinderat und ein Update zu Projekten

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

„Driwwer geschwätzt“ ist auch weiterhin die eine Rubrik, die ich gerne nutze, um über aktuelle Geschehnisse aus unserer Gemeinde zu berichten, Themen zu erläutern und Hintergründe zu geben. Nun liegt die letzte Ausgabe bereits drei Monate zurück. Ist nichts passiert in dieser Zeit, mag man sich nun fragen? Doch, ist die Antwort, sogar sehr viel.

So viel, dass ich nicht die Zeit gefunden habe, diese Zeilen zu schreiben. Da sie aber aus meiner eigenen Feder stammen und mir das wichtig ist, folgt nun die nächste Ausgabe – mit einem Rückblick auf die Sitzung des Gemeinderates am Mittwoch und einem Ausblick auf die Projekte, die vorangehen und auch auf die, die leider langsamer vorangehen, als wir alle uns das wohl wünschen dürften.

Nun wünsche ich viel Spaß beim Lesen und vielleicht auch beim Diskutieren – und lade Sie natürlich auch dazu ein, bei Fragen, Anregungen oder Kritik auch ins Rathaus zu kommen, meine Bürgersprechstunde zu besuchen oder ein Telefonat zu vereinbaren. Das geht nicht immer sofort, aber statt einer festen Sprechstunde, in der häufig nur wenige Minuten für Anliegen bleiben, vereinbaren wir häufig einfach ausführlichere Termine, an denen dann auch die fachlich zuständigen Kolleginnen und Kollegen des Teams teilnehmen. Auch das ist mein Ziel für eine bürgernahe Verwaltung.

Gemeinderat – Straßenbeleuchtung, ein neues Feuerwehrfahrzeug und vieles mehr

Am vergangenen Mittwoch kam der Gemeinderat zu seiner vorletzten Sitzung vor den Sommerferien zusammen, die in diesem Jahr besonders früh beginnen. Und auch wenn die Tagesordnung nur 21 Tagesordnungspunkte umfasste, standen bedeutsame Entscheidungen an, die von den Mitgliedern des Gemeinderates bereits in der Vorwoche in den drei zuständigen Ausschüssen beraten und diskutiert wurden. Auch dort wurden schon Entscheidungen getroffen, die vom Auftragswert wert ausgehend in die Zuständigkeit der Ausschüsse fallen.

Dazu gehört beispielsweise die Anschaffung eines KI-gestützten Systems zur Straßen- und Wegezustandserfassung, das eine Vielzahl von Möglichkeiten bietet, unsere Verwaltung stückweise weiter zu digitalisieren und bspw. von der Mängelmeldung bis zur Beseitigung noch schneller und bürgerfreundlicher zu machen.

Besonders freut mich, dass wir auch dieses Mal einstimmige Entscheidungen im Gemeinderat getroffen haben. Das ist nie selbstverständlich, letztlich aber auch das Ergebnis vertrauensvoller Zusammenarbeit aller Mitglieder des Gemeinderates – denn es geht um die Interessen unserer Heimat und ihrer Ortsteile. Nun aber zu den Details.

Straßenbeleuchtung – Umstellung auf LED schreitet voran

Bereits im Jahr 2025 hat der Gemeinderat den Beschluss gefasst, die gesamte Straßenbeleuchtung im Gemeindegebiet auf energiesparende LED-Beleuchtung umzustellen. Im Rahmen eines umfangreichen Sanierungskonzepts, dessen Grundlage der Straßenbeleuchtungsvertrag zwischen der Gemeinde Tholey und der energis GmbH ist, wurden seither insgesamt fünf Bauabschnitte beauftragt. In jedem dieser Bauabschnitte wurden verschiedene Leuchtentypen gegen LED-Modelle ausgetauscht, Seilleuchten zurückgebaut und durch Mastleuchten ersetzt und teilweise auch zusätzliche Masten aufgestellt.

Die Gemeinde Tholey stellt hierzu seit einigen Jahren über den Haushalt rund 150.000 Euro zur Verfügung, die durch die gezielte Nutzung von Förderprogramme so „gehebelt“ werden, dass möglichst viele Projekte umgesetzt werden können. Dabei geht es auch um Energieeinsparungen, denn bei fast 1.000 Leuchten im gesamten Gemeindegebiet sind echte Ersparnisse möglich, zumal LED-Leuchten auch deutlich wartungsärmer sind. Eine gute Investition also.

An dieser Stelle ein Hinweis: Aufgrund der schrittweisen Umrüstung der Beleuchtung erhalten wir immer einmal wieder Anrufe, in denen Bürgerinnen und Bürger schildern, es sei nach der Umrüstung dunkler geworden. Der Experte der energis GmbH hat uns hierzu mitgeteilt, dass es bei Wechseln auf LED-Beleuchtung häufig zu sog. „Gewöhnungseffekten“ kommen muss, es also eine gewisse Zeit braucht, bis sich das menschliche Auge an den Wechsel vom stärkeren Lichtkegel der LED-Beleuchtung in die Zwischenräume zwischen zwei Leuchten gewöhnt hat.

Die Gemeinde Tholey hat dennoch mit der energis GmbH vereinbart, mit einer digitalen Karte eventuell zu gering ausgeleuchtete Stellen im Gemeindegebiet eindeutig zu identifizieren und bei Bedarf mit Beleuchtung auszurüsten. Auch Bereiche, die bisher ohne Beleuchtung sind, z.B. die Zufahrt zur Johann-Adams-Mühle, werden dabei in den Blick genommen.

Ein neues Feuerwehrfahrzeug für das Bohnental

Die Sitzung des Gemeinderates war auch ein guter Tag für unsere Freiwillige Feuerwehr, vor allem auch für die Feuerwehr im Löschbezirk Bohnental. Denn der Gemeinderat hat die Beschaffung eines neuen Fahrzeugs beschlossen, eines sog. Gerätewagens Logistik 2 (GW-L2). Ein solcher Gerätewagen GW-L2 ist ein hochflexibel einsetzbares Feuerwehrfahrzeug, das sich häufig auf die Wasserversorgung über lange Wegstrecken und den Nachschub von Einsatzmitteln konzentriert und damit letztlich auch als eine Art Rüstwagen für diverse Hilfeleistungen zur Verfügung steht.

Der entscheidende Vorteil: Das Fahrzeug wird mit diversen Rollcontainern ausgestattet werden und lässt sich je nach Beladung auf den Einsatzzweck anpassen. So kann es z.B. bei Brandereignisse genutzt werden, um über Rollcontainer Schläuche zur Verfügung zur stellen, die dann den Wassertransport über weitere Wegstrecken ermöglichen, so auch bei Vegetationsbränden oder in Gewerbegebieten, wenn zusätzliches Wasser aus Löschteichen benötigt wird. Aber auch in Katastrophenlagen kann das Fahrzeug zum Einsatz kommen. Auch aufgrund dieser Flexibilität hat der Gemeinderat nun den Auftrag zu Beschaffung vergeben, der Kaufpreis für das Fahrzeug beläuft sich auf 390.000 Euro.

Die Beschaffung passt auch in die gesamte Struktur der Feuerwehren der Gemeinde Tholey. Die ergibt sich aus dem sog. Brandschutzbedarfsplan, dessen Fortschreibung der Gemeinderat im vergangenen Jahr beschlossen hatte und der vorsieht, dass das bisherige Tragkraftspritzenfahrzeug des Löschbezirks Bohnental durch ein Logistikfahrzeug ersetzt werden sollte. Genau diesen Weg gehen wir nun.

Zusammen mit den Planungen zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses im Bohnental, die weiter voranschreiten, dem Anbei an das Feuerwehrgerätehaus in Hasborn-Dautweiler und den weiteren Fahrzeugbeschaffungen der Folgejahre in den verschiedenen Löschbezirken stellen wir unsere Freiwillige Feuerwehr Schritt für Schritt zukunftsfähig auf – im Sinne aller Kameradinnen und Kameraden, aber auch im Sinne unserer Sicherheit.

Vorstellung des Familienberatungszentrums

Das Familienberatungszentrum in Tholey (FBZ) kennt vielleicht nicht jeder. Aber seine Arbeit und die der dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist enorm wichtig. Grund genug, die Tätigkeiten dem Gemeinderat aus erster Hand vorzustellen, was das Team des FBZ in der vergangenen Sitzung auch getan hat.

Seit 1. Januar 2025 hat die Lebenshilfe St. Wendel die Arbeit im Sozialraum der Gemeinde Tholey von der Stiftung Hospital übernommen. Die Mitarbeiterinnen bieten Familien vor Ort Unterstützung und Beratung in allen Lebensbereichen an, in denen sie sich bei der Erziehung ihrer Kinder belastet fühlen und Veränderung wünschen. Das Angebot ist vielfältig, es reicht von individuellen Beratungen über Einzelfallhilfen bis hin zur so wichtigen Arbeit in sozialen Gruppen und der Sozialarbeit in den beiden Grundschulen und den vier Kitas der Gemeinde Tholey sowie den beiden Einrichtungen der katholischen Kita gGmbH.

Ich bin der Lebenshilfe St. Wendel sehr dankbar, dass sie nach dem für uns alle plötzlichen Rückzug der Stiftung Hospital den Sozialraum der Gemeinde Tholey übernommen haben und seither mit kompetenten Kolleginnen vor Ort in Tholey und in den Schulen und Kitas tätig sind. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Tholey, zum Beispiel bei der Weihnachtswunschbaum-Aktion, aber auch in der Zusammenarbeit mit dem GenerationenBüro. Umso wichtiger war es mir, dem Gemeinderat all die Facetten dieser Zusammenarbeit darzulegen, die Arbeit in der öffentlichen Wahrnehmung zu stärken und auch Hemmungen bei der Kontaktaufnahme abzubauen.

Denn der Kontakt zum Familienberatungszentrum ist keine Schwäche, er kann vielmehr ein erster Schritt in eine richtige Richtung sein – genau dafür arbeite das Team vor Ort.

Weitere Beschlüsse

Natürlich hat der Gemeinderat auch weitere Beschlüsse gefasst, zum Beispiel rund um den Kindercampus in Hasborn-Dautweiler und das dortige Verkehrskonzept genauso wie zur Errichtung einer multifunktionalen Trainingsanlage im Brühlpark in Theley zusammen mit dem Landkreis St. Wendel. Die Zusammenfassung all dieser Beschlüsse finden Sie in den kommenden Wochen auch in den Tholeyer Nachrichten und auf www.tholey.de.

Projekte, die laufen – und solche, die leider stocken

Feuerwehrgerätehaus Hasborn-Dautweiler

Viele Großprojekte in der Gemeinde Tholey gehen derzeit in großen Schritten voran. Der Anbau des Feuerwehrgerätehauses in Hasborn-Dautweiler, wo unter anderem eine moderne Werkstatt zur Prüfung und Wartung von Atemschutzgeräten entsteht, die landkreisweit tätig sein kann, biegt mittlerweile schon fast auf die Zielgerade ein. Von außen sind die Ausmaße des Gebäudes bereits erkennbar. Es ist ein Bestandteil der interkommunalen Zusammenarbeit, die für uns im Landkreis St. Wendel gelebte Praxis ist. Auch das Bestandsgebäude wird einen Umbau erfahren, um den geltenden Standards in Sachen Sicherheit und Unfallverhütung zu entsprechen.

Kindercampus Hasborn-Dautweiler

Genauso voran geht es beim Kindercampus in Hasborn-Dautweiler. Nachdem die Baugrube dieser Tage fertig gestellt werden wird, konnte ich vor wenigen Tagen auch die Produktionspläne für den Bau der Module unterzeichnen, aus denen sich der Campus am Ende zusammensetzen wird. Schon in den Sommerferien werden all diese Module dann angeliefert, um Schritt für Schritt zum fertigen Campus zusammengesetzt zu werden. Ende des Jahres wird das Gebäude so fertig sein sollen, dass das Obergeschoss bereits für den schulischen Alltag genutzt werden kann. Bis zum Sommer 2027 sind dann auch das Außengelände und der Verkehrsbereich so hergerichtet, dass die Kita ihre Betriebserlaubnis erhält. Bedenkt man, dass mit Fertigstellung des Gebäudes Ende 2026 seit der Auftragsvergabe und trotz aller Verzögerungen durch Förderanträge und Abstimmungen mit den Behörden knappe zwei Jahren vergangen sind, ist das Projekt ein wirklicher Erfolg!

Kita Theley

Auch der Umbau des nicht mehr genutzten Seniorenhauses in Theley zur Kita geht nun endlich voran. Nachdem auch hier viele Abstimmungen mit den zuständigen Aufsichtsbehörden geführt werden mussten, rechnen wir dieser Tage sowohl mit dem Förderbescheid des Bildungsministeriums als auch mit der Baugenehmigung durch den Landkreis St. Wendel. Dann können zeitnah weitere Aufträge vergeben werden, um mit den Umbauarbeiten zu starten, die dann in der zweiten Jahreshälfte beginnen werden. Ziel ist es, dass die Kita Theley dann Ende 2027 in das neue Gebäude wird einziehen können, das dann insgesamt 11 Gruppen für Krippen- und Kindergartenkinder beherbergen wird. Für uns ein absolut wichtiger Schritt, um Eltern auch in Zukunft die so wichtigen Betreuungsplätze bieten zu können.

Freizeithaus St. Mauritius

Lange war es still um das Projekt, nun hoffen wir, dass es bald weitergeht. Bei diesem Projekt geht es seit vielen Monaten vor allem um die Finanzierung. Der Ersatzneubau des Freizeithauses und der Umbau des Bestandsgebäudes sind Teil der sog. „Städtebauförderung“, eines Bundesförderprogramms, das von den Ländern verwaltet wird. Nach vielen Gesprächen in den vergangenen Monaten konnte ein erster Durchbruch erzielt werden, auch dank der weiteren Fördermittel, die über das sogenannte „Sondervermögen Infrastruktur“ in die Gemeinde Tholey fließen werden. Sobald wir wissen, wann und wie es weitergeht, werden wir informieren. Aber der so wichtige Anfang ist gemacht.

Natürlich sind auch viele weitere Projekte in der Pipeline. Über jedes einzelne zu berichten – den Umbau der Sanitäranlagen der Sporthalle in Theley, den geplanten Umbau des DGH in Überroth-Niederhofen und vieles mehr – würde den Rahmen sprengen. Aber: Wir arbeiten daran, unsere Infrastruktur Schritt für Schritt auch zu modernisieren.

Deutsche Glasfaser: Es braucht langen Atem

Der Ausbau des Glasfasernetzes durch das gleichnamige Unternehmen Deutsche Glasfaser (DG) ist das Projekt, das in mir inzwischen leider nur noch viel Unverständnis hervorruft, daraus möchte ich keinen Hehl machen. Ich selbst genauso wie die Mitglieder des Gemeinderates konnten sich in den letzten Jahren viele Versprechungen anhören, die leider fast allesamt nicht eingehalten wurden. Was wir vielmehr beobachten mussten, war eine unstrukturierte Herangehensweise an den Ausbau, von der DG beauftragte Subunternehmen, die augenscheinlich nicht über die nötige Fachkompetenz verfügten und Projektleiter, die allzu häufig wechselten. Das Ergebnis: Kein angeschlossener Ortsteil, teils noch offene Baustellen und bisher kein Plan, wie es weitergeht.

Ich selbst habe immer wieder an verschiedenen Stellen nachgebohrt, Kritik geäußert und mich darum bemüht, den Ausbau zu beschleunigen. Letztlich müssen wir uns aber auch eingestehen, dass uns als Gemeinde die Hände teilweise gebunden sind. Denn der eigenwirtschaftliche Ausbau bedeutet, dass die Gemeinde Tholey kein direktes Vertragsverhältnis mit der DG hat, ebenso wenig mit den durch die DG beauftragten Tiefbauunternehmen. Oftmals bleibt uns nur, diese Unternehmen zur Mängelbeseitigung aufzufordern, bis hin zur sog. Ersatzvornahme.

Der einzige Lichtblick: Die DG hat uns unlängst informiert, dass das Unternehmen eine neuerliche „Kapitalspritze“ erhalten habe und in der Sitzung des Gemeinderates im Juni über die weiteren Schritte informieren möchte. Es bleibt nur zu hoffen, dass es an dieser Stelle im wahrsten Sinne des Wortes endlich „Licht am Ende des Glasfaser-Tunnels“ geben wird.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

es war wieder einmal eine vollgepackte Ausgabe mit vielen Informationen, Updates und positiven wie negativen Neuigkeiten rund um unsere Gemeinde Tholey. Möglichst transparent zu informieren, das ist auch weiterhin der Anspruch, den ich mit dieser Rubrik verfolge. Dabei will ich auch die unangenehmen Themen bewusst nicht auslassen, so z.B. den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur.

Trotzdem glaube ich, dass in unserer Gemeinde Tholey auch weiter die positiven Nachrichten überwiegen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen versuchen viele engagierte Kolleginnen und Kollege Tag für Tag, Projekte voranzutreiben. Bei alledem die Zuversicht zu bewahren, ist nicht immer einfach. Aber der Weg lohnt sich! Mir ist und bleibt es jedenfalls wichtig, all diese Themen einzuordnen, Hintergründe zu erklären.

Sollten Sie also noch eine Frage zu den Themen dieser Ausgabe haben oder sich für ganz andere Bereiche unserer Gemeinde interessieren, dann lassen Sie es mich bitte wissen – per Mail, in den sozialen Medien oder in meiner Sprechstunde im Rathaus.

In genau diesem Sinne freue ich mich auf viele Begegnungen in den kommenden Wochen: Digital, aber noch viel mehr analog.

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal bei „Driwwer geschwätzt“.

 Ihr Bürgermeister
Andreas Maldener