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5. November 2026

„Driwwer geschwätzt“ – die Infoseite des Bürgermeisters #28: Für Sicherheit, Bildung und Daseinsvorsorge: aktuelle Weichenstellungen in unserer Heimat

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

manchmal sind es große Bauprojekte, manchmal Entscheidungen über Gebühren und Eintrittspreise – die Themen im Gemeinderat sind so unterschiedlich wie das Leben in unserer Gemeinde selbst. Gemeinsam ist ihnen aber eines: Am Ende geht es immer darum, unsere Gemeinde zukunftsfähig aufzustellen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit den finanziellen Möglichkeiten umzugehen.

In dieser Ausgabe möchte ich deshalb über zwei wichtige Investitionen in unsere Infrastruktur sprechen: über das neue Feuerwehrgerätehaus im Bohnental und über die geplante Erweiterung des Schulzentrums in Theley. Gleichzeitig geht es um Entscheidungen, die niemand gerne trifft – nämlich steigende Gebühren beim Abwasser und Abfall sowie angepasste Eintrittspreise in unserem Erlebnisbad Schaumberg und im Sauna Vicus. Mir ist wichtig, gerade solche Entscheidungen nicht nur mitzuteilen, sondern auch zu erklären, was dahintersteht.

Damit wünsche ich viel Spaß beim Lesen!

Ein neues Zuhause für die Feuerwehr im Bohnental

Bei unserer Freiwilligen Feuerwehr haben wir in den vergangenen Jahren an vielen Stellen investiert – in Fahrzeuge, Ausrüstung und moderne Gebäude, u.a. in Hasborn-Dautweiler, wo die neue Atemschutzwerkstatt nahezu fertiggestellt ist. Denn eine leistungsfähige Feuerwehr braucht nicht nur engagierte Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner, sondern auch die notwendigen Rahmenbedingungen für ihre wichtige Arbeit.

Ein weiterer großer Schritt ist nun beim geplanten Neubau des Feuerwehrgerätehauses für den Löschbezirk Bohnental gelungen: Der Gemeinderat hat die erforderliche Bauleitplanung mit den notwendigen Beschlüssen zur Teiländerung des Flächennutzungsplans und zur Aufstellung des Bebauungsplans abgeschlossen. Zuvor waren beide Dokumente in zwei öffentlichen Auslegungsrunden auf den Weg gebracht worden. Das vorgesehene Gelände in Scheuern umfasst rund 3.000 Quadratmeter und wird damit künftig die planungsrechtliche Grundlage für den Neubau bilden.

Gleichzeitig konnten wir einen weiteren wichtigen Schritt machen: Die Generalplanungsleistungen wurden an das Büro Heinzplan aus unserer Gemeinde Tholey vergeben. Ich freue mich sehr darüber, dass damit auch planerisches Know-how aus unserer eigenen Gemeinde in dieses wichtige Projekt einfließt.

Unser Ziel ist dabei nicht einfach ein neues Gebäude. Wir wollen gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden, die bereits einiges an Input geleistet haben, ein modernes und zukunftsfähiges Feuerwehrgerätehaus errichten, das den Anforderungen unserer Einsatzkräfte langfristig gerecht wird.

Dazu gehört natürlich ausreichend Platz für Fahrzeuge und Ausrüstung. Besonders wichtig ist dabei der neue Gerätewagen Logistik 2, dessen Beschaffung der Gemeinderat bereits beschlossen hat. Dieses Fahrzeug lässt sich mit unterschiedlichen Rollcontainern sehr flexibel einsetzen – beispielsweise bei der Löschwasserversorgung über längere Wegstrecken, bei Vegetationsbränden, technischen Hilfeleistungen oder auch in Katastrophenlagen.

Genau diese Entwicklung wollen wir auch beim neuen Gerätehaus berücksichtigen. Deshalb soll die Planung nicht nur den heutigen Bedarf abdecken. Wir wollen Erweiterungsmöglichkeiten vorsehen, insbesondere mit Blick auf künftige Aufgaben im Bereich des Katastrophenschutzes.

Das ist aus meiner Sicht entscheidend. Wenn wir heute ein Feuerwehrgerätehaus neu bauen, dürfen wir nicht nur darauf schauen, was 2026 benötigt wird. Ein solches Gebäude soll viele Jahrzehnte genutzt werden. Deshalb müssen wir heute schon mitdenken, welche zusätzlichen Anforderungen in zehn oder zwanzig Jahren auf unsere Feuerwehr zukommen könnten.

Der Neubau ist damit ein weiterer Baustein unserer umfangreichen Investitionen in den Brandschutz. Bereits im Sommer hatte ich darüber informiert, dass der Baubeginn für 2027 vorgesehen ist; nach der bisherigen Planung soll das neue Gerätehaus im Sommer 2028 fertiggestellt werden. Vor allem aber ist es eine Investition in die Menschen, die dort ihren Dienst leisten. Unsere Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden sind rund um die Uhr bereit, anderen zu helfen. Dafür verdienen sie nicht nur unseren Dank, sondern auch Gebäude, Fahrzeuge und Ausrüstung, die ihnen ein sicheres und professionelles Arbeiten ermöglichen.

Gemeinsam für einen starken Schulstandort Theley

Eine weitere wichtige Weichenstellung betrifft unser Schulzentrum in Theley, nachdem mit dem Kindercampus in Hasborn-Dautweiler bereits eine maßgebliche Zukunftsinvestition mitten im Bau befindlich ist. In Theley stehen sowohl die Gemeinde Tholey als Trägerin der Grundschule als auch der Landkreis St. Wendel als Träger der Gemeinschaftsschule vor derselben Herausforderung: Wir brauchen zusätzliche Räume.

Die Gemeinschaftsschule Schaumberg ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Mittlerweile werden dort annähernd 800 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Vier Mietcontainer dienen bereits als Übergangslösung; zusätzlich werden zehn bis zwölf Unterrichtsräume benötigt. Gleichzeitig muss die Gemeinde aufgrund des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung zusätzliche Räume für unsere Grundschulkinder schaffen.

Statt nun zwei Bauvorhaben nebeneinander zu planen, haben Landkreis und Gemeinde gemeinsam geprüft, ob es nicht einen besseren Weg gibt. Die Antwort lautet: Wir wollen gemeinsam bauen. Geplant ist ein Neubau, der zusätzliche Räume für die Gemeinschaftsschule ebenso umfasst wie fünf Gruppen- beziehungsweise Klassenräume und weitere Funktionsräume für die Freiwillige Ganztagsschule. Hinzukommen soll eine Mensa für bis zu 180 Personen, die gleichzeitig als Veranstaltungsraum für die Schulgemeinschaft genutzt werden kann.

Der große Vorteil liegt auf der Hand: Ein gemeinsames Gebäude ist wirtschaftlicher als zwei getrennte Bauvorhaben. Grundstücke, Erschließung, Gebäudetechnik, Verkehrsflächen oder auch die Mensa können gemeinsam gedacht und genutzt werden. Genau diese Synergieeffekte sollen helfen, die Investition wirtschaftlicher zu gestalten und gleichzeitig eine moderne Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur zu schaffen.

Nach der aktuellen Kostenschätzung geht es um eine Gesamtinvestition von rund 7,5 Millionen Euro. Davon würden nach dem derzeitigen Modell etwa 4,9 Millionen Euro auf den Landkreis und 2,6 Millionen Euro auf die Gemeinde entfallen. Gleichzeitig sollen Fördermöglichkeiten konsequent genutzt werden. Die endgültige Kostenverteilung wird erst im weiteren Planungsverfahren festgelegt.

Für mich ist bei diesem Projekt aber noch ein anderer Punkt besonders wichtig: die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Gemeinde. Wir verfolgen hier kein „Kreisprojekt“ und kein „Gemeindeprojekt“, sondern ein gemeinsames Ziel: gute Bedingungen für unsere Schülerinnen und Schüler. Die bisherigen Gespräche mit dem Landkreis sind von Vertrauen und einem gemeinsamen Lösungswillen geprägt. Der Landkreis soll die Bauträgerschaft übernehmen, die weiteren Planungen erfolgen aber in enger Abstimmung miteinander und unter Einbeziehung der künftigen Nutzer.

Ich bin überzeugt: Genau so sollte kommunale Zusammenarbeit funktionieren. Nicht Zuständigkeiten voneinander abgrenzen, sondern gemeinsam überlegen, wie man für die Kinder und Familien die beste und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvollste Lösung schaffen kann.

Abwasser und Abfall: Warum die Gebühren steigen

Kommen wir zu einem Thema, das verständlicherweise niemand gerne liest: Gebühren werden teurer. Ab dem kommenden Jahr müssen sowohl bei der Abwasserentsorgung als auch beim Abfall höhere Kosten getragen werden. Mir ist wichtig, dabei deutlich zu machen, wo diese Steigerungen herkommen.

Bei den Abwassergebühren erhöht sich die Schmutzwassergebühr in der Gemeinde von derzeit 4,32 Euro auf 4,49 Euro je Kubikmeter, die Niederschlagswassergebühr steigt von 0,93 Euro auf 0,99 Euro je Quadratmeter befestigter Fläche.

Ein wesentlicher Teil der Schmutzwassergebühr wird dabei gar nicht von der Gemeinde selbst bestimmt. Für jeden Kubikmeter Frischwasser müssen wir einen Verbandsbeitrag an den Entsorgungsverband Saar, kurz EVS, entrichten. Dieser Beitrag steigt 2027 von rund 3,83 Euro auf rund 3,93 Euro pro Kubikmeter. Allein diese Erhöhung schlägt sich unmittelbar in unserer Gebührenkalkulation nieder. Zusätzlich wirkt sich ein rückläufiger Wasserverbrauch auf die Kostenverteilung aus. Wir versuchen dabei ausdrücklich, solche Steigerungen nicht eins zu eins an die Bürgerinnen und Bürger weiterzureichen. Durch Gebührenüberdeckungen aus den Vorjahren konnte ein noch deutlicherer Anstieg verhindert werden. Diesen Weg wollen wir auch künftig nutzen, um steigende EVS-Beiträge soweit möglich abzufedern.

Zur Einordnung: Bei einem angenommenen Verbrauch von 45 Kubikmetern pro Person bedeutet die höhere Schmutzwassergebühr für einen Vier-Personen-Haushalt rund 30 Euro Mehrkosten im Jahr. Bei 500 Quadratmetern versiegelter Fläche kommen durch die höhere Niederschlagswassergebühr nochmals rund 30 Euro jährlich hinzu.

Auch beim Abfall steigen die Gebühren des EVS. Für 2027 und 2028 ist eine Anpassung um jeweils 7,9 Prozent bei wesentlichen Gebührentatbeständen vorgesehen. Gründe sind unter anderem höhere Logistik- und Personalkosten, steigende Zinsaufwendungen, der Ausbau und Betrieb der Wertstoffzentren und die CO₂-Bepreisung von Abfallbrennstoffen.

Das sind keine erfreulichen Nachrichten. Gleichzeitig gehört es aus meiner Sicht zu einer ehrlichen Kommunalpolitik, solche Entwicklungen nachvollziehbar zu erklären. Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft sind grundlegende Leistungen der Daseinsvorsorge – und sie müssen dauerhaft zuverlässig und kostendeckend organisiert werden.

Erlebnisbad Schaumberg und Sauna Vicus: Neue Preise – und eine fairere Struktur

Auch im Erlebnisbad Schaumberg und im Sauna Vicus werden die Eintrittspreise zum 4. Januar 2027 angepasst. Eine solche Entscheidung fällt uns nicht leicht. Unser Erlebnisbad ist weit mehr als ein Freizeitangebot. Es ist ein Ort für Familien, für Kinder, für Vereine, für den Schwimmunterricht, für Gesundheit und Begegnung – und damit ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge, der jährlich über 200.000 Besucherinnen und Besucher anzieht.

Gleichzeitig können auch wir uns den erheblichen Kostensteigerungen der vergangenen Jahre nicht entziehen: Personalkosten sind gestiegen, ebenso die Preise für Dienstleistungen, Waren und Beschaffungen. Hinzu kommen die erheblichen Aufwendungen für Energie, Reinigung, Wartung und Instandhaltung eines solchen Bades. Die Vorlage für den Gemeinderat stellt deshalb klar fest, dass eine Anpassung der Tarife notwendig geworden ist.

Für uns war aber ebenso wichtig, diese Gelegenheit zu nutzen, um die Tarifstruktur einfacher und an mehreren Stellen fairer zu gestalten. Das gilt besonders für Familien. Der bisherige starre Familientarif wird durch einen Familienrabatt von 20 Prozent auf die jeweiligen Einzeltarife ersetzt. Damit richtet sich der tatsächliche Preis künftig stärker danach, wie viele Erwachsene und Kinder gemeinsam das Bad besuchen. Berücksichtigt werden können bis zu zwei Erwachsene mit fünf Kindern beziehungsweise Jugendlichen oder ein Erwachsener mit bis zu sechs Kindern beziehungsweise Jugendlichen.

Damit reagieren wir auch auf die Realität moderner Familien. Eine Familie besteht eben nicht immer aus genau zwei Erwachsenen und zwei Kindern. Alleinerziehende Familien sollen ebenso angemessen berücksichtigt werden wie Familien mit mehreren Kindern.

Gleichzeitig wird das Tarifsystem übersichtlicher. Im Erlebnisbad entfällt der bisherige 2,5-Stunden-Tarif. In der Sauna wird künftig ein Vier-Stunden-Tarif angeboten, während die bisherigen 4,5- und 5,5-Stunden-Tarife entfallen. Zudem können Gäste künftig bereits am Eingang entscheiden, ob sie beispielsweise eine Tageskarte wünschen, statt beim Verlassen nachzahlen zu müssen.

Für Gruppen gibt es ebenfalls eine neue Vergünstigung: Je angefangene 15 Personen erhält künftig eine Aufsichtsperson freien Eintritt.

Natürlich bleibt am Ende eine Preiserhöhung eine Preiserhöhung. Das möchte ich auch gar nicht schönreden. Unser Anspruch war aber, die notwendige Anpassung so auszugestalten, dass Fairness und soziale Gesichtspunkte weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Denn eines steht für uns außer Frage: Das Erlebnisbad Schaumberg soll auch künftig ein Bad für die Menschen unserer Gemeinde und der Region bleiben – für Familien ebenso wie für Schulen, Vereine, Kinder, Seniorinnen und Senioren und alle, die dort ihre Freizeit verbringen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

diese vier Themen zeigen aus meiner Sicht sehr gut, vor welchen Aufgaben Kommunen heute stehen: Wir wollen investieren und unsere Infrastruktur modernisieren. Gleichzeitig steigen an vielen Stellen die laufenden Kosten. Beides müssen wir zusammenbringen – mit Augenmaß, mit klaren Prioritäten und mit einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger.

Genau darum wird es auch in den kommenden Wochen ganz wesentlich gehen. Denn nun beginnen die Haushaltsberatungen für das kommende Jahr. Dabei werden wir viele Weichen stellen: Welche Investitionen können und müssen wir angehen? Wo setzen wir Schwerpunkte? Welche Projekte haben Priorität? Und wie schaffen wir es, unsere Gemeinde auch unter schwieriger werdenden finanziellen Rahmenbedingungen weiter voranzubringen?

Der Haushalt ist deshalb weit mehr als ein Zahlenwerk. Er ist der Fahrplan dafür, was wir in unserer Heimat in den kommenden Jahren gestalten können.

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal bei „Driwwer geschwätzt“.

Ihr Bürgermeister
Andreas Maldener