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29. Oktober 2026

Freiherr-vom-Stein-Medaille für Elisabeth Biwer und Wolfgang Recktenwald Jahrzehntelanges Engagement für die kommunale Selbstverwaltung

Hohe Ehrung für jahrzehntelanges Engagement für die kommunale Selbstverwaltung und ein lebendiges Gemeinwesen: Elisabeth Biwer aus Lindscheid und Wolfgang Recktenwald aus Bergweiler sind bei einer Feierstunde im Historischen Sitzungssaal des Landratsamtes in Sankt Wendel mit der Freiherr-vom-Stein-Medaille ausgezeichnet worden. Staatssekretär Torsten Lang überreichte die Verleihunsgurkunden an insgesamt fünf verdiente Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Sankt Wendel.

Die Freiherr-vom-Stein-Medaille wird alle zwei Jahre an Bürgerinnen und Bürger verliehen, die sich durch ihre ehrenamtliche kommunalpolitische Tätigkeit oder die Ausübung eines kommunalen Amtes in besonderer Weise um die kommunale Selbstverwaltung verdient gemacht haben. Mit Elisabeth Biwer und Wolfgang Recktenwald erhielten zwei Persönlichkeiten aus der Gemeinde Tholey diese Auszeichnung, deren jahrzehntelanger Einsatz das politische und gesellschaftliche Leben ihrer Heimat nachhaltig geprägt hat.

Bürgermeister Andreas Maldener würdigte die beiden Geehrten als herausragende Beispiele für gelebte kommunale Verantwortung: „Eine Gemeinde lebt von Menschen, die nicht nur Ideen haben, sondern auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihre Heimat aktiv mitzugestalten. Elisabeth Biwer und Wolfgang Recktenwald stehen seit Jahrzehnten für genau diese Haltung. Sie haben viel bewegt, Menschen zusammengebracht und bleibende Spuren in ihren Ortsteilen und darüber hinaus hinterlassen. Die Freiherr-vom-Stein-Medaille ist eine hochverdiente Anerkennung dieser außergewöhnlichen Lebensleistung.“

Elisabeth Biwer gehört seit vielen Jahren zu den prägenden Persönlichkeiten des kommunalpolitischen und gesellschaftlichen Lebens in Lindscheid und im Bohnental. Im August 1999 übernahm sie das Amt der Ortsvorsteherin von Lindscheid und hatte dieses Amt bis zum vergangenen Jahr inne. Seit 1999 gehört sie zudem dem Gemeinderat der Gemeinde Tholey an. Dort engagiert sie sich im Werksausschuss mit dem Schwerpunkt Freizeit und Fremdenverkehr. Seit 2004 ist sie zudem Beigeordnete der Gemeinde.

Ein besonderes Anliegen ist ihr die Zusammenarbeit innerhalb des Bohnentals. Seit 2003 bringt sie sich in das Bohnentalprojekt ein. Außerdem zählt sie seit 2013 zu den Mitbegründerinnen des Organisationsteams der „Bohnentaler Musketiere“. Von 2008 bis 2022 stand sie dem CDU-Ortsverband Scheuern–Lindscheid vor.

Auch außerhalb der Kommunalpolitik hat Elisabeth Biwer über Jahrzehnte hinweg Verantwortung übernommen. Von 1994 bis 1998 war sie Vorsitzende des Frauen-Turn-Clubs Lindscheid. Seit 2001 steht sie an der Spitze der Vereinsgemeinschaft Lindscheid e. V. Darüber hinaus engagierte sie sich von 1998 bis 2020 als Lektorin und Kommunionhelferin. Seit 2010 ist sie Schriftführerin der Frauengemeinschaft St. Katharina. Nach ihrem Amtsantritt als Ortsvorsteherin übernahm sie zudem mit Unterbrechungen die Aufgabe der Jagdvorsteherin.

Für Bürgermeister Andreas Maldener ist dieses vielseitige Engagement ein Beispiel dafür, wie wichtig persönlicher Einsatz für das Zusammenleben in den Dörfern ist: „Elisabeth Biwer hat sich nie darauf beschränkt, politische Entscheidungen zu begleiten. Sie hat selbst angepackt, Verantwortung in Vereinen übernommen und immer wieder Menschen für gemeinsame Ziele begeistert. Besonders ihr Einsatz für Lindscheid und die Zusammenarbeit im Bohnental zeigt, wie viel durch Beharrlichkeit, Verlässlichkeit und Gemeinschaftssinn erreicht werden kann. Dafür verdient sie höchste Anerkennung.“

Auch Wolfgang Recktenwald hat die Entwicklung seines Heimatortes Bergweiler und der Gemeinde Tholey über viele Jahre entscheidend mitgestaltet. Seit 2004 gehört er dem Ortsrat Bergweiler an, seit 2009 ist er Mitglied des Gemeinderates Tholey. Von 2013 bis 2024 war er Ortsvorsteher von Bergweiler. Seit 2019 bekleidet er das Amt des Beigeordneten der Gemeinde.

Im Gemeinderat arbeitet Wolfgang Recktenwald im Haupt-, Finanz- und Personalausschuss sowie im Werksausschuss für den Freizeit- und Fremdenverkehrsbetrieb und den Abwasserbetrieb mit.

Besonders wichtig sind ihm ein lebendiges Vereinsleben und attraktive Angebote für alle Generationen. Er unterstützt unter anderem den Turn- und Tanzsportverein, kulturtreibende Vereine und die Jugendfeuerwehr. Auch die Mitgestaltung eines Spielplatzes in der Dorfmitte sowie die Organisation von Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Senioren gehören zu seinem vielfältigen Engagement. In der Vorweihnachtszeit schlüpft er zudem regelmäßig in die Rolle des Nikolaus.

Ein weiteres Herzensanliegen ist ihm die Bewahrung der Geschichte und der kulturellen Identität seines Heimatortes. Dazu zählen der Erhalt der Erasmus- und Blasiuskapelle sowie die Entwicklung des „Drei-Kapellen-Wanderweges“.

Mit Initiativen wie dem „Weiler Treff“, der Unterstützung traditioneller Veranstaltungen wie dem Kapellenfest, der Nachkirmes und den Neujahrsempfängen hat Wolfgang Recktenwald das Gemeinschaftsleben in Bergweiler maßgeblich bereichert. Darüber hinaus setzt er sich für die Pflege der Bergbautradition und des örtlichen Brauchtums ein, unter anderem als Mitglied der Künstlergruppe „Hüttenschwung“.

Bürgermeister Andreas Maldener hob insbesondere die Vielseitigkeit und Bürgernähe des Geehrten hervor: „Wolfgang Recktenwald ist jemand, der seine Heimat nicht nur kennt und liebt, sondern sie mit großem persönlichem Einsatz gestaltet. Ob Kommunalpolitik, Vereinsleben, Brauchtumspflege oder Projekte für Kinder und Familien – er ist dort zur Stelle, wo Unterstützung gebraucht wird. Dabei hat er stets das Verbindende in den Mittelpunkt gestellt. Dieses Engagement ist alles andere als selbstverständlich und verdient unseren besonderen Dank.“ Zugleich dankte der Bürgermeister Wolfgang Recktenwald für die langjährige vertrauensvolle und faire Zusammenarbeit.

Neben Elisabeth Biwer und Wolfgang Recktenwald wurden mit Dieter Bleimehl aus Dörrenbach, Jörg Vogt aus Nohfelden und Jörg Birkenbach aus Oberlinxweiler drei weitere Persönlichkeiten aus dem Landkreis Sankt Wendel für ihre herausragenden Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung ausgezeichnet.

Hintergrund:

Die Freiherr-vom-Stein-Medaille wird alle zwei Jahre vergeben. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die sich bei der Ausübung ihrer ehrenamtlichen kommunalpolitischen Tätigkeit oder ihres Amtes als kommunale Ehrenbeamte besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung erworben haben.

Namenspatron Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein (1757 – 1831) war ein preußischer Staatsmann, der vor allem durch seine Reformen im Verwaltungs-, Wirtschafts- und Bildungsbereich bekannt wurde. Ab 1807 im Amt des Staatsministers setzte er sich engagiert für die Freiheit der Person und die Freiheit des Eigentums ein. In der tatkräftigen Mitwirkung freier Bürgerinnen und Bürger am öffentlichen Leben sah Freiherr vom Stein die Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Staat. Die häufig nach ihm benannte Preußische Städteordnung von 1808 („Steinsche Städteordnung“) gilt als das Fundament der modernen kommunalen Selbstverwaltung in Deutschland.