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Gemeinderat besichtigt römische Hangmauer Archäologische Funde auf dem Schaumberg  bestaunt

Neueste archäologische Untersuchungen auf dem Schaumbergplateau haben außergewöhnliche Erkenntnisse zur Geschichte des Schaumbergs und des Saarlandes hervorgebracht.

Bürgermeister Andreas Maldener betont die Bedeutung der aktuellen Erkenntnisse: „Die neuen Untersuchungen zeigen eindrucksvoll, welch´ außergewöhnliche Geschichte in unserem Schaumberg verborgen liegt. Die Funde haben eine Bedeutung, die weit über unsere Gemeinde hinausreicht. Umso wichtiger ist es, dieses einzigartige Zeugnis unserer Vergangenheit fachgerecht zu erforschen, zu sichern und für kommende Generationen zu erhalten.“

Um sich persönlich einen Eindruck von den außergewöhnlichen Funden und den laufenden Untersuchungen zu verschaffen, hatte Bürgermeister Andreas Maldener in der vergangenen Woche die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter aus den Gremien der Gemeinde Tholey zu einem Ortstermin auf dem Schaumberg eingeladen.

Das Interesse war dementsprechend groß. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten von den Experten vor Ort umfassende Einblicke in die aktuellen Untersuchungen. Dabei staunte die Gruppe nicht schlecht über die Dimensionen und die historische Bedeutung der freigelegten Mauerzüge sowie über die besonderen Details der Funde.

Bereits bei früheren Baumaßnahmen waren auf dem Schaumbergplateau neben mittelalterlichen Spuren auch bedeutende Mauerreste aus römischer Zeit entdeckt worden. Die aktuellen Untersuchungen haben deren außergewöhnliche Bedeutung nun bestätigt. Nach Einschätzung der beteiligten Fachleute handelt es sich um das größte bislang bekannte aufgehende römische Bauwerk im Saarland.

Bei den Untersuchungen kamen zwei unmittelbar nebeneinanderliegende römische Befestigungsmauern zum Vorschein. Die ältere Anlage stammt nach Einschätzung des Landesdenkmalamtes aus dem späten 3. Jahrhundert. Wenig später wurde eine weitere, größere Befestigungsmauer errichtet, die möglicherweise den gesamten Bergsporn beziehungsweise das Schaumbergplateau umschloss.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgte zudem ein außergewöhnlicher Fund in einer römischen Mörtelschicht: Regelmäßig angeordnete Vertiefungen lassen sich den Nägeln eines römischen Schuhs zuordnen. Vermutlich hinterließ ein Soldat oder Handwerker den Abdruck während der Bauarbeiten im noch feuchten Mörtel.

Die römischen und mittelalterlichen Mauerzüge sind verschiedenen Belastungen durch Hangdruck, Bewuchs, Frostschäden und natürliche Erosion ausgesetzt. Gleichzeitig verlaufen öffentliche Wanderwege im Bereich beziehungsweise unterhalb der Mauern. Neben dem Denkmalschutz spielt daher auch die Verkehrssicherheit eine wichtige Rolle.

Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinderat der Gemeinde Tholey die vorbereitenden Maßnahmen zur denkmalgerechten Sicherung, Freilegung und Instandsetzung der römischen Hangmauer vergeben. Den Zuschlag erhielt das Institut für Baustoffuntersuchung und Sanierungsplanung GmbH aus Saarbrücken mit einem Bruttoangebotspreis von rund 103.000 Euro.

Die Fachleute werden die Mauerzüge weiterhin begutachten, dokumentieren und statisch überprüfen. Zudem sind die Entfernung schädigenden Bewuchses sowie notwendige Sicherungs- und Unterhaltungsmaßnahmen vorgesehen.

„Mit der nun vergebenen Maßnahme schaffen wir die Grundlage, dieses außergewöhnliche Denkmal dauerhaft zu sichern“, erklärte Bürgermeister Maldener. „Die römische Hangmauer ist ein einzigartiges Zeugnis der Geschichte unseres Schaumbergs. Gleichzeitig eröffnet die Entdeckung neue Möglichkeiten, die Geschichte dieses besonderen Ortes künftig noch stärker sichtbar und erlebbar zu machen.“

Die Gemeinde Tholey setzt das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt und weiteren Fachleuten um. Die aktuellen Untersuchungen und Sicherungsmaßnahmen sollen die Grundlage für den langfristigen Erhalt der außergewöhnlichen Anlage schaffen und zugleich weitere Erkenntnisse über die Geschichte des Schaumbergs ermöglichen.