

Anklage:
Lieber Andi, hör gut zu
Heut gibt es bei der Anklage kein Tabu
Krawatte weg, der Spaß ist Pflicht,
Jetzt stehst du vor dem Narrengericht.
Ähn Sach führt in alle Ortsteile zur Erregung,
denn bei einem Projekt gibt´s wenig Bewegung,
die ganz Gemään wartet auf die Glasfaser- Verlegung.
Wenig bis nix tut sich in dieser Sache,
Denen müscht du mal Feuer unter ihre Hinnern mache.
Bohnental
Aus dem Bohnental kommen jetzt die Klagen,
und da gibt es einiges zu sagen.
In Überroth-Niederhofen ist es den Bürgern ganz schön bang,
denn die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses lässt auf sich warten schon lang.
Das Dach der Toilette im Betzem ist auch kaputt
das ist für die Benutzer auf Dauer nicht sehr gut.
In Scheuern die Hütte, haben die Bürger schön renoviert,
aber das Wasser davor muss weg, das ist garantiert.
Und in der Mehrzweckhalle gibt es einiges zu beklagen:
undichtes Dach und alte Bestuhlung quälen die Besucher – ohne Frage.
Eine direkte Verbindung für Spaziergänger vom Trimm auf den Berg,
wünschen die Lindscheider sich und das ist sicher kein Hexenwerk.
Vielleicht kann der Bürgermeister das in die Wege leiten,
dann stehen die Bürger aus Lindscheid auch weiter an seiner Seite.
Zum Schluß noch was Schönes für den Bürgermeister – und das ganz entschieden
in Neipel die Leute sind mit der Sanierung der Kantstraße sehr zufrieden.
Vielleicht kann der Andreas für das Bohnental noch was regeln – das wäre topp–
Und deshalb von hier Allaaf, Helau und Allee Hopp
Hasborn
Die Häschber sin net dumm,
doch deren Stroße, die sin krumm.
Schlachloch hier, Schlachloch do,
ganz Hasborn is Verkehrsberuhigung – sowieso!
Am Bildungscampus: nix ze sieh’n,
ke Bagger, ke Lärm, ke Fortschritt drin.
Do wächst nur Gras un viel Geduld,
Bildung per Hoffnung – ganz ohne Schuld.
Un am Edeka, halleluja,
do werd jetzt Dreißich – endlich ja!
Bei dem Verkehr e echtes Glück:
Nur Glasfaser fehlt, awa die kommt Stück für Stück
Tholey
Jetzt kumme die Tholer von do oowe her,
die lobe de Bürgermeister, doch kritisiere mehr.
Als Häschberer war ihm schnell klar:
Thole is dat Dorf, wunderbar.
Jetzt darf er endlich dort auch wohne,
vor Kritik werden wir ihn aber net verschone.
Er steht mitten im Ort und sieht trostlos aus
der vordere Teil vom Freizeithaus.
Schon fast 2 Johr sind ins Land gegangen,
doch der Umbau hat noch nicht einmal angefangen.
Und dabei weißt doch du am beste,
die brauche das Haus für Vereine und Feste.
Und ganz in der Näh nach dem Matzeecke,
da tut sich keiner die Finger mehr lecke.
Ach dort geht die Sanierung, so is ed nun leider,
nur schleppend oder gar nicht weiter.
Das neue Spielfeld für die Jugend und Kinner,
is prima gelungen, ein richtiger Gewinner.
Doch eins tun besonders die Kleine vermisse
ein stilles Örtchen, wenn sie mo müsse.
Jetzt hoffe die Tholer, du kannst ihnen Lösungen bieten,
dann sind die mit dir ganz sicher zufrieden.
Thole alaaf
Theley
De Theeler versprochen und groß gedacht –
der geplante Edeka hat noch keine Fortschritt gemacht.
Die Klage weg, der Weg ist frei,
der Bau könnt starten, die Theeler wäre dabei!
Denn während anderswo man fleißig baut,
Hann ihr nur in die Luft und auf Pläne geschaut.
Kein Bagger rollt, kein Spaten sticht,
die Theler warte, verstehn es nicht.
Wird das ein Markt oder ein Mythos bloss?
Theley fragt laut: Was ist denn los?
Hör hin, liebes Bürgermeisterlein,
in Theley soll was Neues sein.
Das Seniorenheim, jetzt still und leer,
wird Kindergarten -bitte sehr!
Doch Baustellen gibt’s noch keine dort,
der Umzug stockt, es geht nicht fort.
Wer plant, wer misst, wer sagt uns fein:
Wann ziehn die Kinder endlich ein?
Alleh Hopp, Andi, gib Antwort schnell,
sonst bleibt die Anklage aktuell!
Wir Theler klagen und lachen zur Narrenzeit,
doch die Wahrheit ist nicht weit:
Eins, dass muss man dem Häschber, der in Thole Bürgermeister ist auch mal sagen,
Theley hat nicht nur zu klagen,
der Andi regiert meistens mit Verstand,
drum geht ihm die Arbeit auch gut von der Hand!
Wie er das regelt finden wir topp,
Theley grüßt mit Alleh Hopp
Erwiderung des Bürgermeisters
So, ihr Narren, jetz bin isch dran,
Nodem ihr mich hier angeklagt hann.
Die Krawatt is faschd fort, der Puls is am rase,
awei passe uff, mit mir is ne zu spaße!
Mir hoffe, bei dem rasante Tempo Nnemand zu verliere
bei den Schnecken von der Glasfaser könnt dat defintiv ned passiere!
Ja, die Glasfaser – ich geb es zu,
das zieht sich wie Kaugummi am nem alte Schuh.
Man kann der Deutschen Glasfaser drohn,
mit Feuer, mit Briefen, mit Telefon.
Doch selbst wenn ich ruf: „Awei brennt die Bud!“
die Leitung bleibt kalt – do hilft ach keine Wut.
Drum glaubt mir eins, ich renn weiter und mache,
in hunnad Johr werde mir hoffentlich driwwer lache.
Ihr Iwwerooder, seid net bang,
das Dorfgemeinschaftshaus, jo, es dauert lang.
Awwa ich sahns euch wies is, mir sen doch sehr rücksichtsvoll,
un wisse, ihr feiere immer ausgiebisch un toll.
Et Dorfgemeinschaftshaus in „Ü“ werde mir dieses Jahr modernisiere,
awa erschd noh der Faasend, wenn die Narre ferdisch sen mit eskaliere.
Dies Johr geht’s los, das ist kein Witz,
der Plan steht fest – und der Helm sitzt!
In Scheuern liegt die Pfütze vor da Hitt,
da schwimmt ball der Karpfen, ma kann mache keen Schritt.
Die Ausbesserung han mir deshalb schon of em Plan
damit dort künftig richtig gefeiert werde kann.
Euer Hall ist mittlerweile in die Jahre gekommen
un ich versichere, ich han eure Klagen zur Kenntnis genommen.
Ihr Lindscheider komme ständig ins Schnaufe,
weil ihr euch aufm Heimweg vom Trimm so oft verlaufe.
Damit ihr ned wie Hänsel und Gretel müsse Brotkrumme straue,
prüfe mir jetzt, ob dort ä Weg mir könne euch baue.
Der Bürgermeister denkt ewe net nur im Kreis,
sondern auch gradlinig – so Gott will und es passt im Preis.
Danke ihr Neipeler, dass ihr mit mir sen so zufriede,
drum werd ich mich natürlich auch weiterhin für euch engagiere.
Schließlich will euer neuer Ortsvorsteher mithalle mit den Große,
un sich zusammen mem Lindscheider neue OV die Hörner abstoße.
Ihr Häschber jammere auf hohem Niveau,
die Stroße bei euch sen besser als annerschwo.
Onn jeder weiß doch, je schlechter die Strooße,
desto weniger die Leit mit de Autos durch bloose,
Am Bildungscampus rollen im März die Bagger heran,
auch wenn der Ortsvorsteher das sicher wollt frieher hann.
Feuerwehr on Neubau für die Schul genn scheen,
on flotter als die Glasfaser wird’s allemol gehn.
Die Thooler, die hann ach so einiges zu beklage,
trotzdem will ich mich an e Widerspruch vage.
Bei auch fühl ich mich jetzt „zu Haus“, das ist kein Scherz,
aber natürlich liegt mir die gesamte Gemeinde am Herz.
Das Mauritiusheim kommt, ach wenn’s stottert und ruckt,
eigentlich nur weil es Land off da Spardos huckt.
Awwa selbschd wenn die in Saarbrigge spare wolle,
losse mir uns den Ort ganz bestimmt ned holle.
Und trotzdem so hört ma, dass wohl so manche Tholer Narren,
faschd liewer die ganz Nacht in Sotzweiler verharre.
Und wenns im Matzenecken mal wieder stagniert,
dann werden von mir bestimmt Pflastersteine spendiert.
Den Kindern werden wir helfen nach Beschlüssen,
damit sie fürs Geschäft nicht in die Wiese müssen.
Und an die Kinder hann ich auch gedacht,
damit keiner künftig sei Geschäft in die Wiese macht.
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Hallo Theley, kaum ist die Klage zerronnen,
wird selbstverständlich mit dem Bau vom Edeka begonnen.
Die Klage ist durch, mir ware halt stark,
und baue jetzt gemeinsam dene Markt.
Die Ortsmitte blüht, das wird richtig scheen,
manchmo muss man halt Umwege gehn.
Der Kindergarten – ich wär gere schon fertig heut,
doch das Ministerium hat halt sein eigenes Tempo, ihr Leut.
Am End wird’s gut, ich geb euch mein Wort,
genauso wie ich’s mache in jedem Ort!
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Ihr leut, Mei Puls fängt langsam an zu sinke.
Ach wenn die Sotzweiler und Bergweiler noch winke,
Keen angst ich verliere euch ned aus de Aue,
ach hier müsse na ma med de Projekte nur vertraue.
Bergweiler und Sotzweiler han dieses Jahr nix zu motze?
Kä Wunner, dort tun mir ned kleckern, sondern klotze.
Un wer wäs, wenn ihr ganz fest dran glaubt,
wird in Sotzweiler am Ende noch ä McDonalds gebaut.
Und jetzt zum Schluss, ihr lieben Leut,
ein Wort, das mir wirklich am Herzen liegt heut:
Wenn jeder mit anpackt und net nur lamentiert,
dann wird die Gemeinde gemeinsam saniert.
Meine erste „Halbzeit“ hab ich grad gefeiert
und auch in der zweiten wird ned rum geeiert.
Ich hab noch Luft, ich hab noch Laune,
nicht nur zur Faasend – ihr werre noch staune.
Drum lacht, feiert, schimpft ach mo, doch halle zusammen,
denn nur gemeinsam bringen wir die Gemeinde zum Flammen –
Im besten Sinn, versteht sich ganz klar:
Alleh Hopp – die Gemeinde Tholey ist wunderbar!
