Wein- und Käsemarkt auf dem Schaumberg lockt außergewöhnlich viele Gäste an
8. Oktober 2026

„Driwwer geschwätzt“ – die Infoseite des Bürgermeisters #27: Schiedswesen, Sicherheitsberatung und ein Fest mit großer Wirkung

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Herbstferien sind für viele eine Zeit, in der der Alltag ein wenig ruhiger wird. Vielleicht ist das genau der richtige Moment, einmal den Blick auf Menschen zu richten, die sich oft ganz selbstverständlich für andere einsetzen und dabei viel für unser Zusammenleben leisten.

In dieser Ausgabe geht es um unsere Schiedsmänner und Schiedsfrauen, die helfen, Konflikte zu lösen, bevor sie sich verhärten. Es geht um die Seniorensicherheitsberatung, die mit viel Erfahrung und praktischen Hinweisen dazu beiträgt, gerade ältere Menschen vor Betrug und anderen Gefahren zu schützen. Und es geht um unseren Wein- und Käsemarkt – und vor allem um all jene, die mit großem Einsatz dafür sorgen, dass eine solche Veranstaltung überhaupt stattfinden kann.

So unterschiedlich diese Themen auch sind, sie haben für mich etwas ganz Wesentliches gemeinsam: Menschen übernehmen Verantwortung, bringen sich ein und machen unsere Gemeinde damit ein Stück lebenswerter. Viel Spaß beim Lesen!

Wenn aus einem kleinen Streit ein großes Problem wird: Die Rolle von Schiedspersonen

Wo Menschen miteinander leben, da gibt es manchmal auch unterschiedliche Auffassungen. Schwierig wird es erst dann, wenn aus einer Meinungsverschiedenheit ein handfester Streit wird, beispielsweise unter Nachbarn, wegen einer Grundstücksgrenze, einer Hecke, Lärm oder aus anderen Gründen. Nicht jeder solcher Konflikte muss und sollte aber gleich vor Gericht landen und auch die Gemeindeverwaltung kann nicht immer als Mittler auftreten.

Genau an dieser Stelle leisten unsere Schiedsmänner und Schiedsfrauen eine Arbeit, die in der Öffentlichkeit oftmals viel zu wenig wahrgenommen wird. Das Schiedswesen hat im Saarland eine lange Tradition. Nach der Saarländischen Schiedsordnung werden Schiedspersonen bestellt, um streitige Rechtsangelegenheiten zu schlichten. Sie üben dieses Amt ehrenamtlich aus und werden für fünf Jahre gewählt. In unserer Gemeinde gibt es aufgrund ihrer Größe mehrere Schiedsbezirke.

Dabei ist schon der Begriff „Schlichten“ entscheidend. Eine Schiedsperson ist kein Richter und entscheidet einen Streit nicht nach dem Prinzip „Einer gewinnt, einer verliert“. Vielmehr geht es darum, die Beteiligten an einen Tisch zu bringen, beide Seiten anzuhören und nach einer Lösung zu suchen, mit der beide leben können. Und genau darin liegt für mich der große Wert des Schiedswesens. Ein klassisches Tätigkeitsfeld sind bürgerlich-rechtliche Streitigkeiten. Dazu gehören insbesondere Konflikte aus dem Nachbarrecht oder andere vermögensrechtliche Ansprüche. Auch bei Streitigkeiten wegen einer Verletzung der persönlichen Ehre kann ein Schlichtungsverfahren infrage kommen. Das Verfahren beginnt grundsätzlich auf Antrag einer oder beider beteiligten Personen.

Wichtig ist bei alledem: Schiedspersonen sind keine allgemeine Rechtsberatungsstelle und sie ersetzen weder Polizei noch Gerichte. In akuten Gefahrensituationen oder wenn eine Straftat unmittelbar verfolgt werden muss, ist natürlich die Polizei die richtige Ansprechpartnerin. Ebenso gibt es klare gesetzliche Grenzen. Familiensachen oder arbeitsrechtliche Streitigkeiten gehören beispielsweise nicht in die Zuständigkeit der Schiedspersonen. Auch Rechtsstreitigkeiten, an denen Behörden oder öffentlich-rechtliche Körperschaften beteiligt sind, fallen grundsätzlich nicht unter das entsprechende Schlichtungsverfahren.

Wer unsicher ist, ob der eigene Fall überhaupt zum Schiedsamt gehört, muss diese juristische Einordnung übrigens nicht selbst vornehmen. Die Gemeindeverwaltung hilft gerne dabei, die zuständige Schiedsperson zu finden und den Kontakt herzustellen. Bei der Gemeinde Tholey ist das Schiedsmannswesen beim Bereich Bürgerdienste angesiedelt. Die Ansprechpartner im Rathaus sind unter 06853 / 508-27 beziehungsweise über buergerdienste@tholey.de zu erreichen. Natürlich können Sie sich auch wie immer über die Zentrale unter 06853 / 508-0 an uns wenden.

Mir ist an dieser Stelle vor allem eines wichtig: unseren Schiedspersonen einmal ausdrücklich Danke zu sagen! Denn hinter diesem Amt stehen Menschen, die ihre Freizeit zur Verfügung stellen, um sich mit Konflikten anderer Menschen zu beschäftigen. Dafür braucht es Geduld, Fingerspitzengefühl, Lebenserfahrung, Neutralität und manchmal sicherlich auch ein dickes Fell. Sie hören zu, vermitteln und versuchen, verhärtete Fronten wieder ein Stück weit aufzubrechen. Das geschieht meist ohne großes öffentliches Aufsehen. Gerade deshalb verdient dieses Ehrenamt unsere Anerkennung.

Unsere Schiedsmänner und Schiedsfrauen helfen damit nicht nur den unmittelbar Beteiligten und tragen zur Entlastung der Gerichte bei. Sie leisten auch einen ganz konkreten Beitrag zu einem guten Miteinander in unseren Dörfern. Und vielleicht ist genau das auch ein Gedanke, den wir uns über das Schiedswesen hinaus häufiger zu Herzen nehmen können: Nicht jeder Konflikt braucht einen Sieger und einen Verlierer. Manchmal braucht er vor allem zwei Menschen, die bereit sind, wieder miteinander zu reden – und jemanden, der ihnen dabei hilft.

Damit sich Menschen sicher fühlen: Unsere Seniorensicherheitsberater

„Das würde mir doch niemals passieren.“ Diesen Satz hört man schnell, wenn von Betrugsmaschen am Telefon, falschen Polizeibeamten, vermeintlichen Bankmitarbeitern oder dubiosen Haustürgeschäften die Rede ist. Leider zeigt die Realität immer wieder etwas anderes.

Betrüger gehen heute ausgesprochen professionell vor. Sie setzen ihre Opfer unter Zeitdruck, erfinden Notlagen in der Familie, geben sich am Telefon als Polizisten, Ärzte oder Bankmitarbeiter aus oder versuchen, sich unter einem Vorwand Zugang zu Häusern und Wohnungen zu verschaffen. Die Methoden ändern sich ständig und werden teilweise so geschickt vorbereitet, dass grundsätzlich jeder Mensch darauf hereinfallen kann. Ältere Menschen stehen dabei besonders häufig im Fokus bestimmter Betrugsmaschen. Genau hier setzt ein Angebot an, auf das ich einmal ganz bewusst aufmerksam machen möchte: die ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberaterinnen und Seniorensicherheitsberater im Landkreis St. Wendel. Die Grundidee dahinter ist ebenso einfach wie sinnvoll: Fachwissen aus der Kriminalprävention wird mit ehrenamtlichem Engagement und dem direkten Zugang älterer Menschen zu ihrer eigenen Generation verbunden. Die Seniorensicherheitsberater verstehen sich deshalb als Bindeglied zwischen Polizei und älteren Menschen. Sie informieren, sensibilisieren und geben ganz praktische Hinweise dazu, wie man Gefahren erkennt und sich schützen kann.

Wie wichtig diese Aufklärung ist, zeigt leider auch ein Blick auf aktuelle Fälle. Noch im August dieses Jahres haben die Seniorensicherheitsberater des Landkreises beispielsweise erneut vor Betrügern gewarnt, die sich als Bankmitarbeiter oder Ärzte ausgeben. Mit geschickter Gesprächsführung werden dabei Ängste geweckt und Menschen dazu gebracht, sensible Bankdaten preiszugeben oder sogar Geld und Wertsachen auszuhändigen. Der wichtigste Rat dabei ist eigentlich sehr einfach: Bankmitarbeiter, Ärzte oder Polizeibeamte fragen nicht telefonisch nach Ihrem persönlichen Besitz und verlangen auch keine Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen. Aber gerade in einer überraschenden Situation ist es manchmal gar nicht so einfach, einen kühlen Kopf zu bewahren. Deshalb ist Vorbeugung so wichtig. Wer eine Betrugsmasche schon einmal gehört und verstanden hat, erkennt sie im Ernstfall möglicherweise schneller.

In jeder der sieben Gemeinden des Landkreises sowie in der Kreisstadt St. Wendel stehen entsprechende ehrenamtliche Ansprechpartner zur Verfügung. Für die Gemeinde Tholey ist seit wenigen Monaten Jürgen Längler als Seniorensicherheitsberater zuständig, er ist unter 0152 340 91 763 zu erreichen. Auch diesem Engagement möchte ich ausdrücklich meine Anerkennung aussprechen. Die Seniorensicherheitsberater übernehmen ihre Aufgabe ehrenamtlich. Sie investieren Zeit, halten ihr Wissen aktuell und geben dieses Wissen an andere Menschen weiter. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Kriminalprävention, aber auch dazu, älteren Menschen Sicherheit und Selbstvertrauen im Alltag zu geben. Dafür vielen Dank!

Wenn viele Hände anpacken, wird aus einer Idee ein Fest

Wenn wir in unserer Gemeinde Veranstaltungen wie den traditionellen Wein- und Käsemarkt am 3. Oktober erleben, dann sehen wir zunächst das Ergebnis: gut gefüllte Stände, regionale Spezialitäten, gute Weine, Musik, Begegnungen und viele Menschen, die gemeinsam ein paar schöne Stunden verbringen.

Was man als Besucherin oder Besucher jedoch oft nicht sieht, ist das, was hinter einer solchen Veranstaltung steckt. Denn ein Fest dieser Größenordnung entsteht nicht einfach so. Es braucht viele Wochen der Vorbereitung, genaue Abstimmungen, unzählige Telefonate und Gespräche, Aufbau und Logistik, Sicherheitskonzepte, Strom- und Wasserversorgung, Verkehrsregelungen, Beschilderung, Reinigung und vieles mehr. Und es braucht vor allem eines: Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und mit anzupacken.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle einmal ganz bewusst all jenen danken, die unseren Wein- und Käsemarkt mit ihrem Engagement möglich machen.

  • Allen voran sind dies die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Gemeindeverwaltung. Eine besondere Verantwortung liegt dabei bei den Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachgebiet Kultur und Tourismus. Dort laufen viele Fäden zusammen. Sie planen und organisieren, führen Gespräche mit Ausstellern und Partnern, koordinieren Abläufe, kümmern sich um Werbung, Genehmigungen und das Veranstaltungsprogramm. Und müssen dabei immer wieder flexibel reagieren, wenn sich kurzfristig etwas ändert oder wie am Samstag ein Shuttle-Bus wegen eines Defekts kurzfristig ausfällt. Für all das möchte ich ausdrücklich Danke sagen.
  • Ein ebenso wichtiger Teil dieses Teams sind unsere Kolleginnen und Kollegen vom Baubetriebshof. Sie sind vor, während und nach solchen Veranstaltungen im Einsatz: beim Aufbau, bei Absperrungen und Beschilderungen, bei der technischen Infrastruktur und schließlich auch beim Abbau und bei der Reinigung. Oft beginnt ihre Arbeit lange bevor die ersten Besucher kommen und sie endet erst dann, wenn vom Fest längst kaum noch etwas zu sehen ist. Auch dafür ein riesiges Dankeschön!

Nicht wegzudenken sind außerdem die vielen ehrenamtlichen Kräfte, die ihren Beitrag zur Sicherheit und zum Gelingen solcher Veranstaltungen leisten. Unsere Freiwillige Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz stehen bereit, wenn Hilfe benötigt wird, übernehmen wichtige Aufgaben im Sicherheits- und Sanitätsbereich und sorgen mit dafür, dass wir solche Feste guten Gewissens durchführen können. Dieses Engagement ist keineswegs selbstverständlich. Viele dieser Helferinnen und Helfer opfern dafür ihre Freizeit – Zeit, die sie eigentlich mit ihren Familien oder Freunden verbringen könnten.

Auch die Schaumberg-Alm gehört als wichtiger Partner spätestens seit der Trennung von der Globus-Gruppe als Kooperationspartner vor zwei Jahren mit dazu. Ebenso unsere regionalen Winzer, die Anbieter von Käse und anderen Spezialitäten sowie die Betreiber der zahlreichen kulinarischen Stände. Sie alle tragen mit ihren Angeboten, ihrer Qualität und ihrer Gastfreundschaft dazu bei, dass der Wein- und Käsemarkt seine besondere Atmosphäre bekommt.

Denn ein Markt lebt nicht nur von Verkaufsständen. Er lebt von Menschen, die gerne miteinander ins Gespräch kommen, die ihre Produkte mit Leidenschaft präsentieren und die ein Stück ihrer Heimat und ihrer Arbeit zeigen, auch musikalisch und damit kulturell, was unsere Bands Jahr für Jahr unter Beweis stellen. Gerade die Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern und Anbietern ist für mich dabei besonders wertvoll. Sie zeigt, wie viel Qualität, Ideenreichtum und Unternehmergeist wir vor unserer Haustür haben. Solche Veranstaltungen bieten die Gelegenheit, diese Vielfalt sichtbar und erlebbar zu machen.

All diese Akteure, sie bilden gemeinsam ein großes Team. Ich finde, genau das ist auch eine schöne Botschaft, die von solchen Veranstaltungen ausgeht: Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Natürlich freuen wir uns als Gemeinde, wenn viele Besucher kommen und ein Fest gut angenommen wird. Noch wichtiger ist mir aber, dass wir uns bewusst machen, wie viele Menschen hinter einem solchen Erfolg stehen.

Zur Wahrheit gehört auch, dass manches vielleicht nicht perfekt läuft: Wenn beispielsweise ein Shuttle-Bus einen Defekt hat und dadurch längere Warteschlangen entstehen oder die Gläserrückgabe 30 Minuten nach Ende der Veranstaltung schließt, damit Reinigung und Rückgabe auch tatsächlich funktionieren. Aus diesen Themen lernen wir aber auch Jahr für Jahr. Wir denken darüber nach, zu Stoßzeiten mehr Busse einzusetzen, wenn es bezahlbar ist.

Denn das ist eine wichtige Prämisse: Kultur zählt (leider) nicht zu den kommunalen Pflichtaufgaben. Wenn gespart werden muss, dann häufig dort. Die vielen Veranstaltungen zeigen aber, dass es wichtig ist, in einer Gemeinde auch kulturelle Angebote bereitzuhalten, weil sie Zugehörigkeit und Heimat stiften! Kommunale Arbeit besteht eben nicht nur aus Sitzungen, Entscheidungen und Projekten. Sie bedeutet auch, Räume für Begegnung zu schaffen und Gemeinschaft zu ermöglichen.

Deshalb möchte ich den Wein- und Käsemarkt zum Anlass nehmen, einmal nicht nur über das Fest selbst zu sprechen, sondern über diejenigen, die es möglich machen. Ihnen allen gilt mein herzliches Dankeschön. Solche Veranstaltungen zeigen, was entstehen kann, wenn Verwaltung, Ehrenamt, regionale Betriebe und viele engagierte Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen. Und genau diese Bereitschaft zum Mitmachen und Anpacken ist etwas, auf das wir in unserer Gemeinde stolz sein können.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

diese Ausgabe zeigt eines ganz besonders: unsere Gemeinde lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich einbringen und füreinander da sind. Oft ganz selbstverständlich und ohne viel Aufhebens darum zu machen. Dafür möchte ich an dieser Stelle einfach einmal Danke sagen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien weiterhin schöne und erholsame Herbsttage und freue mich, wenn wir auch beim nächsten Mal wieder miteinander in den Dialog treten: Bei Festen, Veranstaltungen, in der Sprechstunde, digital oder analog.

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal bei „Driwwer geschwätzt“.

Ihr Bürgermeister
Andreas Maldener