Bebauungsplan „Seniorenwohnen Am Weiher“ in der Gemeinde Tholey, Ortsteil Tholey
17. Februar 2026
Bürgerbus Gemeinde Tholey – Neue Fahrzeiten ab März 🚌
19. Februar 2026

„DRIWWER GESCHWÄTZT“ #23: Faasend, Städtepartnerschaft und Neues aus dem Gemeinderat

 Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das neue Jahr 2026 ist bereits wieder rund zweieinhalb Monate alt – die Zeit, sie vergeht dieser Tage gefühlt wie im Schnelldurchlauf. Und so liegt zu dieser frühen Periode im Jahr bereits einiges an Arbeit hinter uns – auch bei der Gemeinde Tholey. Denn die erste Sitzung des Gemeinderates ist ebenfalls vorüber. Und über die Ergebnisse werde ich natürlich in dieser Ausgabe berichten.

Worüber ich auch berichte? Während Sie diese Zeilen lesen, befindet sich eine Delegation aus Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Tholey und darüber hinaus gemeinsam mit mir in Brasilien, genauer gesagt in unserer Partnergemeinde Alto Feliz. Was es mit der Partnerschaft auf sich hat und was wir vor Ort erleben, auch das ist Teil von „Driwwer geschwätzt“.

Gleichzeitig blicken wir in dieser Zeit auch einmal mehr mit Dankbarkeit auf all das, was unsere Gemeinde lebendig macht – und das sind vor allem die Menschen, die sich engagieren, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft gestalten. Ein Thema, das dafür wie kaum ein anderes steht, ist und bleibt das Ehrenamt. Und wenn man im Saarland über Ehrenamt spricht, dann kommt man an der „Faasend“ nicht vorbei.

Faasend – Ehrenamt mit Herz, Humor und Haltung

Wenn wir heute, nach dem Ende der närrischen Tage, das traditionell in unserer Gemeinde auf den Rosenmontag fällt, auf die zurückliegenden Wochen blicken, dann können wir eines mit voller Überzeugung sagen: Die Faasend in der Gemeinde Tholey war auch in diesem Jahr wieder ein echtes Gemeinschaftswerk, ein echtes Highlight.

Ob die beiden Umzüge in Theley und Überroth-Niederhofen, Kappensitzungen in unseren Hallen und im Zelt in Theley, ob Kinderfaasend, Rathaussturm in Sotzweiler, Faasendpartys in Hasborn-Dautweiler, Theley und Sotzweiler, viele weitere kleinere Veranstaltungen in nahezu allen Ortsteilen: Überall war spürbar, mit wie viel Herzblut, Kreativität und Einsatzfreude hier gearbeitet wurde. Überall wurde organisiert, geplant, dekoriert, geprobt und gefeiert.

Und all das geschieht ehrenamtlich. Hinter jeder gelungenen Veranstaltung stehen Vereine und Organisationen und damit vor allem Menschen, die Abende und Wochenenden investieren, Verantwortung übernehmen und schon Monate vorher mit der Planung beginnen. Und die auch Zusammenhalt leben – in Tanzgruppen von klein bis groß, in Vorständen oder als Wagenbauer. Faasend bedeutet eben nicht nur drei oder vier tolle Tage – Faasend bedeutet Vorbereitung, Organisation, Sicherheit, Auf- und Abbau und nicht zuletzt auch Verantwortung für andere. Das gilt auch für unsere Feuerwehren, für THW und DRK, die bei den vielen Veranstaltungen für die Sicherheit und das Wohlergehen der Feiernden sorgen.

Aus all diesen Gründen ist mir dieser Rückblick so wichtig. Denn diese Form des Engagements hält unsere Dorfgemeinschaften lebendig. Sie bringt Jung und Alt zusammen, schafft Begegnungen und Erinnerungen – und sie zeigt, wie stark der Zusammenhalt in unserer Gemeinde ist. Dafür sage ich allen Aktiven, Vereinen, Tanzgruppen, Musikgruppen, Prinzenpaaren, Helferinnen und Helfern sowie den Ortsräten ein herzliches Dankeschön. Die Faasend 2026 hat einmal mehr gezeigt, was unsere Gemeinde ausmacht!

Danke dafür an alle, die zu dieser wunderbaren Tradition beitragen!

Alto Feliz und die Gemeinde Tholey – Iwwerscheen

Ein besonderes Thema zu Beginn dieses Jahres ist unsere Partnerschaft mit der brasilianischen Gemeinde Alto Feliz. Seit dem 18. Februar und bis zum 1. März befindet sich eine Bürgerdelegation aus unserer Gemeinde in Brasilien, um diese Partnerschaft weiter zu vertiefen und mit neuem Leben zu füllen.

Diese Verbindung hat eine lange Geschichte, die weit vor der offiziellen Partnerschaft beginnt, die im Jahr 2018 von meinem Amtsvorgänger Hermann Josef Schmidt geschlossen wurde. Denn im 19. Jahrhundert verließen viele Menschen aus dem heutigen Saarland – darunter auch aus unserer Region rund um den Schaumberg – ihre Heimat. Wirtschaftliche Not, fehlende Perspektiven und schwierige Lebensbedingungen zwangen zahlreiche Familien zur Auswanderung, darunter auch nach Südamerika. Viele von ihnen ließen sich im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul nieder – unter anderem in der Region des heutigen Alto Feliz.

Was diese Menschen mitnahmen, waren ihre Sprache, ihre Bräuche, ihren Glauben und ihren ausgeprägten Gemeinschaftssinn. Bis heute sind diese Wurzeln dort sichtbar: in Familiennamen, in Traditionen, in Festen und nicht zuletzt in der engen Verbundenheit zur Herkunft ihrer Vorfahren. Auch in Alto Feliz wird diese Geschichte bewusst gepflegt und erinnert.

Aus genau dieser historischen Verbindung heraus entstand Jahrzehnte später der Wunsch, die Beziehung zwischen den Nachfahren der Auswanderer und ihrer ursprünglichen Heimat neu zu beleben. Begegnungen, private Reisen und Gespräche machten deutlich, wie stark die gemeinsamen Wurzeln auch nach Generationen noch sind.

Diese gewachsenen Kontakte führten schließlich dazu, dass die Partnerschaft zwischen Alto Feliz und der Gemeinde Tholey offiziell begründet wurde. Gleiches gilt übrigens für die Gemeinde Nohfelden, die eine Partnerschaft mit der Gemeinde Feliz pflegt, genauso wie für St. Wendel und deren Partnerstadt Sao Vendelino. Ziel war und ist es seitdem, den Austausch zwischen den Menschen beider Gemeinden zu fördern – nicht nur auf politischer Ebene, sondern vor allem im persönlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich. Über die Jahre hinweg gab es immer wieder gegenseitige Besuche, Delegationsreisen und Begegnungen, die diese Verbindung gefestigt haben.

An genau diese Tradition knüpft nun auch die Reise unserer Bürgerdelegation an. Sie soll dazu beitragen, bestehende Freundschaften zu vertiefen, neue Kontakte zu knüpfen und die Partnerschaft auch für kommende Generationen weiterzuentwickeln. Dabei geht es nicht um große Programme oder formelle Termine allein, sondern um Begegnungen auf Augenhöhe. Natürlich werden wir uns auch intensiv darüber unterhalten, wie wir die Partnerschaft künftig auch inhaltlich vertiefen wollen, zum Beispiel mit Blick auf Klimaschutzinitiativen und Gesundheitsfragen.

Ich bin sehr dankbar, dass sich Bürgerinnen und Bürger gefunden haben, unsere Gemeinde auf dieser Reise zu vertreten. Sie tragen mit dazu bei, diese besondere Partnerschaft weiter mit Leben zu füllen. Über die Eindrücke und Ergebnisse dieser Reise werden wir selbstverständlich berichten.

Das Motto dieser Reise bringt all das sehr treffend auf den Punkt: „Alto Feliz und die Gemeinde Tholey – Iwwerscheen“. Es steht für Nähe trotz großer Entfernung, für Verbundenheit über Kontinente hinweg und für die Erkenntnis, dass Heimat manchmal weiter reicht, als man denkt.

Infos aus dem Gemeinderat – zwischen Landesentwicklung und Bauleitplanung

Neben den schönen und vor allem geselligen Themen hatte sich der Gemeinderat zu Beginn des Jahres in seiner ersten Sitzung am 11. Februar mit weitaus schwierigeren Themenfeldern zu befassen. Und dabei vor allem mit einem, das zwar weniger sichtbar, dafür aber umso weitreichender ist: dem Landesentwicklungsplan des Saarlandes.

Landesentwicklungsplan – eine Herausforderung in jeglicher Hinsicht

Der Landesentwicklungsplan – kurz LEP – ist eines der zentralen Instrumente der Landesplanung. In ihm legt die Landesregierung fest, wie sich das Saarland räumlich und strukturell in den kommenden Jahren und Jahrzehnten entwickeln soll. Dabei geht es um grundlegende Fragen: Wo darf künftig gewohnt werden? Wo sollen Arbeitsplätze entstehen? Wie entwickeln sich Verkehr, Infrastruktur, Versorgung, Natur- und Landschaftsschutz? Und wie gelingt es, all diese Interessen in Einklang zu bringen?

Für die Städte und Gemeinden ist der Landesentwicklungsplan von enormer Bedeutung. Denn er bildet den verbindlichen Rahmen für nahezu alle kommunalen Planungen – vom Baugebiet über Gewerbeansiedlungen bis hin zu Fragen der Infrastruktur und Daseinsvorsorge. Kommunale Flächennutzungs- und Bebauungspläne müssen sich an den Vorgaben des LEP orientieren. Das bedeutet: Viele Entscheidungen, die vor Ort getroffen werden, haben ihren Ursprung in landesweiten Zielsetzungen.

Gleichzeitig ist der Landesentwicklungsplan aber kein starres Regelwerk, sondern ein Instrument, das regelmäßig fortgeschrieben wird. Genau diese Fortschreibung ist aktuell Gegenstand der Diskussion. Für uns als Gemeinde ist es deshalb wichtig, diesen Prozess aufmerksam zu begleiten und unsere Interessen dort einzubringen, wo es möglich ist. Denn die Festlegungen des LEP wirken langfristig – oft über Jahrzehnte hinweg – und prägen damit auch die Entwicklung unserer Ortsteile.

Besonders für ländlich geprägte Gemeinden wie Tholey ist dabei entscheidend, dass Entwicklung weiterhin möglich bleibt: bezahlbarer Wohnraum, Perspektiven für junge Familien, Raum für Handwerk, Gewerbe und Dienstleistungen, aber auch der Schutz unserer Natur- und Kulturlandschaft. Diese Ziele stehen nicht im Widerspruch zueinander – sie müssen vielmehr klug ausbalanciert werden.

Aber das Einbringen genau dieser gemeindlichen Interessen und damit die Erreichung der gerade genannten Ziele ist leider sehr schwierig. Denn in der ersten Anhörungsrunde wurde kein einziger der von der Gemeinde Tholey eingebrachten Änderungswünsche berücksichtigt.

Ich will zwei Beispiele nennen, die die Problematik aus Sicht des ländlichen Raums verdeutlichen:

  • Der LEP gibt sog. Wohnraumbedarfe vor, nach denen sich die Erschließung von Bauland u.a. richtet.
  • In der Gemeinde Tholey wird laut LEP als Grundlage für die Berechnungen über alle Ortsteile hinweg ein Wohnraumbedarf von einer Wohneinheit pro 1.000 Einwohner und Jahr angenommen. Im Vergleich zur bisherigen Regelung bedeutet das zunächst insbesondere für die Ortsteile Theley und Tholey eine deutliche Verschlechterung. Dies hatte die Gemeinde Tholey in einer Stellungnahme kritisiert, die jedoch keine Berücksichtigung fand.
  • Der LEP sieht ebenfalls vor, für Gemeindeteile mit Anschluss an Siedlungsachsen mit schienengebundener ÖPNV-Infrastruktur einen um 0,5 Wohneinheiten je 1.000 Einwohnern und Jahr erhöhten Wohnungsbedarf festzulegen.
  • Hier hatte die Gemeinde Tholey angeregt, mehrere Ortsteile aufgrund ihrer ÖPNV-Anbindung als solche bevorzugt zu betrachten. Dies wurde aber ebenso wenig berücksichtigt wie die Bitte, einen zusätzlichen Zentralitätsfaktor aufzunehmen für die besondere Lage derjenigen Ortsteile im direkten Umfeld von Bundesautobahnen (BAB) bzw. mit direkter Erreichbarkeit einer Anschlussstelle (z.B. Bergweiler, Hasborn-Dautweiler, Theley, Tholey und Sotzweiler).

Ähnlich verhält es sich mit der Berücksichtigung von Hinweisen zur künftigen Erschließung von Gewerbe- und Industriegebieten, die für Städte und Gemeinden essentiell sind.

Dass all diese aus Sicht des ländlichen Raums und der Gemeinde Tholey wichtigen Punkte keinerlei Berücksichtigung finden, ist ernüchternd genug. Dass allerdings auf all diese Punkte im gesamten Beteiligungsverfahren keine einzige Antwort des zuständigen Innenministeriums an die Gemeinde Tholey gerichtet wurde, um die Nichtaufnahme dieser Punkte zu erläutern, empfinde ich nicht nur als Affront gegenüber der kommunalen Ebene und ihrer Interessen, sondern auch als Verstoß gegen geltende Beteiligungsrechte, die umgekehrt von Kommunen zum Beispiel in jedem Bauleitplanverfahren so anzuwenden sind und auch vom Land erwartet werden.

Was bleibt nun also? Die Tatsache, dass nach einem unendlich langen Verfahren ein Landesentwicklungsplan vorliegt, durch den der ländliche Raum zwar Instrumente an die Hand bekommt, um seine Wohn- und Gewerbeflächenbedarfe zu begründen und bestenfalls auch umzusetzen. Letztlich werden aber auch hierfür erneut enorme Ressourcen und damit auch Kosten für Planungsbüros anfallen, da gerade kleine Gemeinden bei der Erstellung der Konzepte auf externe Unterstützung angewiesen sind. Ob all dies dem Recht auf kommunale Selbstverwaltung im Kern entspricht? Man darf es bezweifeln.

Bauleitplanung – die Schwierigkeiten des Systems an einem Beispiel

Über das Thema Bauleitplanung habe ich an dieser Stelle bereits mehrfach berichtet. Kein Wunder, ist es doch das zentrale Instrumentarium der Städte und Gemeinden zur Ermöglichung von Projekten – ganz egal ob diese gemeindlich sind wie Schulen oder Kitas oder eben anderer Natur wie im Falle des Neubaus des Seniorenhauses der GFA mbH im Ortsteil Tholey.

Im Mai 2025 hatte der Gemeinderat einstimmig die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens beschlossen, um der GFA an einem neuen Standort in der Dr.-Adenauer-Straße den Bau eines modernen Gebäude zur Betreuung und Pflege älterer Menschen zu ermöglichen – samt der wichtigen Tagespflegeplätze, die auch in unserer Gemeinde nachgefragt sind. Dass nun ein neuerlicher Beschluss an einem anderen Standort notwendig wurde, hat mehrere Gründe.

Vor allem aber war es der Widerstand betroffener Personen, die im Rahmen des Verfahrens Stellungnahmen abgegeben hatten. Diese Stellungnahmen und die Gefahr eines langwierigen Rechtsstreits haben die GFA nun dazu bewogen, die Planungen gemeinsam mit der Gemeinde an anderer Stelle fortzuführen. Ich kann diesen Schritt aus Sicht der GFA verstehen, bedauere ihn aber auch, denn letztlich wurde so die Schaffung moderner und vor allem notwendiger Betreuungs- und Pflegeplätze um fast ein Jahr nach hinten verschoben.

Als Gemeinde Tholey stehen wir aber hinter der GFA und ihren Bemühungen. Deswegen hat der Gemeinderat erneut und auch einstimmig beschlossen, einen Bebauungsplan „Seniorenwohnen am Weiher“ samt zugehöriger Teiländerung des Flächennutzungsplans auf den Weg zu bringen. Unmittelbar hinter den Märkten Edeka und Lidl soll demnach nun ein neues Seniorenhaus entstehen.

Ich hoffe sehr, gerade auch im Interesse unserer älteren Mitmenschen und derer, die künftig auf Pflegeangebote wohnortnah angewiesen sind, dass dieses Bauleitplanverfahren nun zügig umgesetzt werden kann.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

dass viel los ist in unserer Gemeinde, das hat diese Ausgabe sicher eindrucksvoll gezeigt. Ob es nun die freudigen Ereignisse wie unsere Faasend oder die gelebte Partnerschaft mit Alto Feliz sind oder die schwierigen Entscheidungen im Gemeinderat: Mir ist und bleibt wichtig, all diese Themen einzuordnen, Hintergründe zu erklären und dabei auch deutlich zu machen, dass am Ende nicht immer der einfache Weg der ist, der gegangen werden kann.

Sollten Sie also noch eine Frage zu den Themen dieser Ausgabe haben oder sich für ganz andere Bereiche unserer Gemeinde interessieren, dann lassen Sie es mich bitte wissen – per Mail, in den sozialen Medien oder in meiner Sprechstunde im Rathaus.

In genau diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein weiterhin glückliches, gesundes und erfolgreiches weiteres Jahr 2026.

Bis zum nächsten Mal bei „Driwwer geschwätzt“.

Herzliche Grüße

 Ihr Andreas Maldener