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Gemeinderat vergibt Auftrag zur Sicherung der römischen Hangmauer am Schaumbergplateau

Der Gemeinderat der Gemeinde Tholey hat beschlossen, die vorbereitenden Maßnahmen zur denkmalgerechten Sicherung, Freilegung und Instandsetzung der römischen Hangmauer am Schaumbergplateau zu vergeben (Archivfoto). Den Zuschlag erhielt das mindestbietende Unternehmen „Institut für Baustoffuntersuchung und Sanierungsplanung GmbH“ mit Sitz in Saarbrücken zu einem Bruttoangebotspreis von rund 103.000 Euro.

Auf dem Schaumbergplateau sind im Zuge umfangreicher Baumaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte neben bedeutenden Spuren aus dem Mittelalter auch deutlich ältere Mauerreste aus römischer Zeit freigelegt worden. Die Entdeckung einer derart gut erhaltenen und mächtigen Ummauerung einer römischen Höhenfestung gilt als außergewöhnlich und ist aus archäologischer Sicht von besonderer Bedeutung. Das Landesdenkmalamt stufte die vorhandenen Mauerzüge als unbedingt erhaltens- und schützenswert ein.

Bürgermeister Andreas Maldener betont die Bedeutung der Maßnahme: „Die römische Hangmauer ist ein einzigartiges Zeugnis der Geschichte unseres Schaumbergs. Mit der nun vergebenen Maßnahme schaffen wir die Grundlage, dieses außergewöhnliche Denkmal fachgerecht zu sichern und für kommende Generationen zu bewahren.“

Aus baulicher Sicht übernimmt die Stützmauer zudem eine wichtige Funktion: Sie stabilisiert nahezu den gesamten südlichen Hangbereich des Schaumbergplateaus. Entsprechend sollen die Mauerzüge begutachtet, dokumentiert und statisch überprüft werden. Geplant sind außerdem die Entfernung schädigenden Bewuchses sowie notwendige Sicherungs- und Unterhaltungsmaßnahmen. Diese Arbeiten erfolgen durch spezialisierte Fachunternehmen in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt.

Die Gemeinde Tholey steht zur Umsetzung des Projekts bereits seit mehreren Jahren in kontinuierlichem Austausch mit den Denkmalbehörden. Zur Finanzierung wurden Fördermittel des Bundes und des Landes bewilligt, sodass die Maßnahme auf einer soliden finanziellen Grundlage steht.

Der Schaumberg blickt auf eine über 2.000-jährige Geschichte zurück und zählt zu den kulturhistorisch bedeutendsten Orten der Region. Archäologische Funde belegen eine Besiedlung von der Frühlatène-Zeit über die römische Epoche bis in das Mittelalter und die Neuzeit. Im Zuge der Umgestaltungsmaßnahmen zwischen 2010 und 2013 konnten unter anderem Reste einer mittelalterlichen Burg sowie Mauern einer römischen Höhenfestung nachgewiesen werden.

Bereits in den Jahren 2010 und 2011 hatte das Büro für Burgenforschung Dr. Joachim Zeune aus Eisenberg die Mauerzüge am Südhang untersucht und eine Schadenskartierung vorgenommen. In seinem Abschlussbericht bestätigte Dr. Zeune die Datierung der Mauern in die Römerzeit und hob deren außergewöhnlichen Erhaltungszustand hervor.

„Die Sicherung dieser römischen Mauerzüge ist nicht nur ein Beitrag zum Denkmalschutz, sondern auch ein wichtiger Baustein für die kulturelle und touristische Entwicklung unserer Gemeinde“, so Andreas Maldener abschließend.