Benediktinerabtei Tholey

Die Benediktinerabtei St. Mauritius Tholey gilt als eine der ältesten Klostergründungen auf deutschem Boden.

DIE ABTEIKIRCHE

Bauzeit: zwischen 1260 bis zum Ende des 13. Jahrhunderts

Bauweise: Querschifflose, dreischiffige Kirche im gotischen Stil, mit 6 Jochen, drei 5/8-Polygonabschlüssen im Osten und wuchtigem 31 m hohem Westturm mit barocker Haube aus dem 18. Jahrhundert.

Kircheninnenmaße: 47 m Länge, 20 m Breite, 16 m Höhe

Die Benediktinerabtei St. Mauritius Tholey ist die älteste Klostergründung auf deutschem Boden. Am Ort der heutigen Abtei wurde im 3. Jahrhundert n. Chr. eine römische Prunkvilla errichtet. Auf deren Resten erbaute der fränkische Diakon Adalgisel Grimo Anfang des 7. Jahrhunderts eine Kirchenanlage, die er 634 dem Bischof von Verdun übereignete. Um 750 wurde die Kirche durch eine rechteckige Choranlage erweitert.
Vermutlich begann um diese Zeit das benediktinische Klosterleben in Tholey. 1260 startete der Bau der heute bekannten, frühgotischen Abteikirche. Portal, der mächtige Westturm und einige Lichtgadenfenster wurden von der romanischen Bauanlage übernommen. Um 1300 war das Bauwerk vollendet und diente als Abtei- und Wallfahrtskirche.
Im Jahr 1487 trat die Abtei Tholey der Bursfelder Kongregation bei und erlebte eine Blütezeit, die 1794 durch Brandschatzung und Plünderung durch französische Revolutionstruppen ein Ende fand. Die Abtei wurde aufgehoben und 1798 wurden Kirche und Abteigebäude versteigert. 1806 erwarb ein Tholeyer Bürger die noch erhaltenen Gebäude und schenkte sie der Gemeinde als Pfarrkirche und Wohnung für den Pfarrer.
Seitdem ist die Tholeyer Abteikirche zugleich auch die Pfarrkirche der Gemeinde Tholey. Am 8. Dezember 1949 wurde die Abtei durch Papst Pius XII. wiedererrichtet und von Mönchen der Abtei St. Matthias in Trier unter der Leitung von Abt Dr. Petrus Borne in der Osterwoche 1950 neu besiedelt. Die Abteikirche ist seit der Wiederbesiedelung gemeinsame Pfarr- und Abteikirche und seit 2018 im Besitz der Abtei. 12 Mönche leben noch heute dort nach den Regeln des Hl. Benedikt.