Wortsegel Schreibwettbewerb 2021

Wortsegel-Schreibwettbewerb 2021

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Heimatverlust & Exil

Rose Ausländer
Else Lasker-Schüler
Nelly Sachs


Das „Wortsegel“, eine Stahlplastik in der Nähe von Tholey-Sotzweiler, wurde von Heinrich Popp als „Denkmal für Poesie“ geschaffen.
Sie ist Namensgeberin eines Schreibwettbewerbs der Gemeinde Tholey, der Schülerinnen und Schüler aller Schultypen zum kreativen Umgang mit Sprache anregen soll. Christine Streichert-Clivot, Ministerin für Bildung und Kultur, hat die Schirmherrschaft für diesen Wettbewerb übernommen. 2021 ist der Wortsegel-Schreibwettbewerb der Erinnerung an 1700 Jahre jüdisches Leben und jüdische Kultur in Deutschland gewidmet. Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 321 n. Chr. auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Dieses Jubiläumsjahr ist auch für den Wortsegel-Schreibwettbewerb ein Anlass, sich mit der Bedeutung der jüdischen Kultur in Deutschland verstärkt auseinanderzusetzen. Und auch das dunkle Kapitel der Verfolgung und Ermordung, die Shoa, darf nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb stellt der Wortsegel-Schreibwettbewerb drei jüdische Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts in den Mittelpunkt.
Die Beschäftigung mit Else Lasker-Schüler (1869 – 1945), Rose Ausländer (1901 – 1988) und Nelly Sachs (1891 – 1970) soll die jungen Autorinnen und Autoren anregen, sich mit der deutschjüdischen Literatur und Geschichte zu beschäftigen.

Alle drei Autorinnen mussten sich im Laufe ihres Lebens auf sehr unterschiedliche Art mit der Erfahrung des Exils, des Heimatverlustes auseinandersetzen. Alle drei mussten Deutschland während des Nationalsozialismus verlassen und eine neue Heimat im Ausland suchen. Else Lasker-Schüler lebte zunächst im Exil in der Schweiz und später in Israel. Rose Ausländer floh vor den Nationalsozialisten nach Amerika. Nelly Sachs emigrierte nach Schweden. Ihre prägenden Lebenserfahrungen bestimmten ihr dichterisches Werk.
Aus ihren Werken wurden Zitate ausgewählt, die Anregungen geben, selbst ein Gedicht oder eine Ballade zu schreiben:
Folgende Zitate stehen zur Auswahl, sie sind Schreibimpulse, sie müssen nicht im Text übernommen werden:

Else Lasker-Schüler
■ Ich schlafe in der Nacht an fremden Wänden / Und wache in der Frühe auf an fremder Wand.
■ Immer möcht ich auffliegen, mit den Zugvögeln fort.
■ Und uns gehört das ganze bunte Leben / Das blaue, große Bilderbuch mit Sternen…

Rose Ausländer
■ Komm mit mir ins Wolkenkuckuckshaus / mein verlässliches Heim
■ Welt einsammeln / überall / wo du sie findest / auf der Straße / in Wörtern / bei allen die sie sprechen
■ Mein Heimweh / ist ein Stacheltier
■ Gestern nahm ich / Abschied von mir / warf meinen Pass ins Meer
■ Wenn man sich umwendet, sieht man Fußspuren, die sich verlaufen im Sand
■ Die Statue ruft Freiheit

Nelly Sachs
■ Wir Wandernde, Unsere Wege ziehen wir als Gepäck hinter uns her.
■ Nichts Schlimmeres als Vorübergehen / Keiner bleibt stehn…
■ Lasst uns das Leben leise wieder lernen

Teilnahmebedingungen

1. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler (Einzelpersonen, Gruppen) in den Jahrgangsstufen 3 – 13.
Die Bewertung erfolgt nach Altersgruppen. Dies sind:
> 3./4. Klasse Grundschule
> 5./6./7. Klasse weiterführende Schule
> 8./9./10. Klasse weiterführende Schule
> 11./12./13. Klasse weiterführende Schule

2. Pro Klasse können max. 3 Beiträge eingereicht werden, deshalb ist es sinnvoll, Texte und Vortrag vorher in der Klasse zu besprechen. Wenn dies nicht möglich sein sollte, können sie auch direkt eingereicht werden. Sie müssen in zweifacher Ausfertigung vorgelegt werden.
Die Beiträge müssen maschinengeschrieben sein und im Kopfteil des Blattes Name und Adresse des Schülers/der Schülerin, Adresse der Schule, Altersgruppe, Name des betreuenden Lehrers/ der betreuenden Lehrerin enthalten.

3. Grundlage der Bewertung sind die eingereichten schriftlichen Texte. Folgende Aspekte spielen bei der Bewertung eine besondere Rolle:
> Ist bei den Texten das Bemühen um Originalität hinsichtlich der Wortwahl, der Bilder, der Form bzw. der Darstellung erkennbar?
> Zeigen sich auch in „unfertigen“, noch nicht „perfekten“ Texten Entwicklungsmöglichkeiten?
> Wird auf Sprachmelodie und rhythmische Gestaltung geachtet?

4. Aus den eingereichten Beiträgen wählt eine Jury die preiswürdigsten aus.
Die Preisvergabe ist nicht anfechtbar.
Die Preisträger/innen werden während einer Festveranstaltung ausgezeichnet und tragen ihre Texte vor.

5. Die Gedichte der Preisträger/innen werden mit weiteren Wettbewerbstexten in einer Broschüre veröffentlicht.

6. Die eingereichten Beiträge werden nicht zurückgesandt.

Kontakt

Die Gedichte bitte senden an:
Gemeinde Tholey
„Wortsegel-Schreibwettbewerb“
Im Kloster 1
66636 Tholey

Einsendeschluss ist der 9. April 2021.

Informationen:
J. Backes-Burr, Gemeinde Tholey, Im Kloster 1, 66636 Tholey
Tel. 06853/508-13, j.burr@tholey.de

Unterstützt wird der Wettbewerb
vom Ministerium für Bildung und Kultur


Preise

1. Die Gemeinde Tholey zeichnet die besten Beiträge jeder Altersklasse aus:
> 1. Preis: jeweils 200 €.
> 2. Preis: jeweils 100 €.
> 3. Preis: jeweils 50 €

2. Weitere Preise
Die Ministerin für Bildung und Kultur stellt Preise für die Klassen der Preisträger zur Verfügung.

Die Broschüren mit den Siegerbeiträgen der zurückliegenden Jahre finden Sie als Download-Dateien:

2012: Johannes Kühn

2013: Nora Gomringer

2014: Christian Morgenstern

2015: Rainer Maria Rilke

2016: Berthold Brecht

2017: Robert Gernhardt

2018: Joachim Ringelnatz

2019: Zeit