Pfarrkirche St. Katharina in Scheuern

Als Schmuckstück und Wahrzeichen des Bohnentals präsentiert sich in Scheuern an der Hauptstraße gelegen die Pfarrkirche St. Katharina mit ihrem markanten Zwiebelturm. Die Kirche wurde in den Jahren 1912 bis 1914 im neobarocken Stil erbaut.

Als Schmuckstück und Wahrzeichen des Bohnentals präsentiert sich in Scheuern an der Hauptstraße gelegen die Pfarrkirche St. Katharina mit ihrem markanten Zwiebelturm. Die Kirche wurde in den Jahren 1912 bis 1914 im neobarocken Stil erbaut. 1910 erteilte der damalige Pastor Tressel dem Mainzer Kirchenbaumeister Professor Ludwig Becker und seinem Mitarbeiter Anton Falkowski den Auftrag zum Bau einer neuen Kirche. In den Jahren 1913/1914 entstand der Rohbau, während der Innenausbau während und nach dem ersten Weltkrieg erfolgte. Hierbei wurden aus dem Vorgängerbau aus dem 18. Jahrhundert das Seitenportal sowie Teile der Innenausstattung wie die Seitenaltäre übernommen. Dass solch ein prominentes Kirchenbauwerk damals in einer relativ kleinen und ärmlichen Landpfarrei möglich war, führte Pastor Tressel auf die engagierte und selbstlose Mithilfe der Pfarrangehörigen zurück. Die Ernennung der Heiligen Katharina zur Patronin der Kirche geht auf eine lange Tradition der Verehrung der Heiligen im Bohnental zurück.

Die Basilika besitzt ein reich verziertes Tonnengewölbe im Mittelschiff und dem Querhaus. Der eingezogene Chor mit halbrundem Abschluss wurde golden ausgemalt. Die Orgel thront über einer geschwungenen Empore mit runder Ausbuchtung. Dem Langhaus zur Seite gestellt wurde ein 46 m hoher Turm über quadratischem Grundriss, der sich seitlich neben dem Hauptportal auf der Westseite des Gebäudes befindet. Das Hauptportal aus gelbem Sandstein auf der südlichen Giebelseite wurde aufwendig im Barockstil gestaltet. Die Fenster sind mit einer Sandsteinlaibung und einer aufwändigen Verdachung verziert.

Wie in der barocken Kirchenbaukunst üblich wurde auch in der Scheuerner Kirche das Licht zur Raumgestaltung und Inszenierung genutzt. Stichkappenfenster im Hauptgewölbe sowie große Rundbogenfenster an den Stirnseiten des Querschiffes, an den Seitenschiffen sowie über der Orgelempore lassen das natürliche Licht des Himmels eintreten und die Kirchenraum durchfluten.

Das Zentrum des Chores akzentuiert ein in Marmor gestalteter Hochaltar. Blickfang ist hier der rückwärtige, prunkvoll verzierte Altaraufbau mit einer Malerei, die die Kirchenpatronin in einer visionären Begegnung mit dem Jesuskind zeigt. Die Malerei stammt von einem Münchener Kunstmaler. Das Altarbild flankieren zu beiden Seiten zwischen Säulen stehend die Holzstatuen von Petrus und Paulus. Krönender Abschluss des Altaraufbaus ist die von Engeln begleitete Mutter Gottes. Über ihr schwebt eine Taube als Symbol für den Heiligen Geist.

 

Die beiden barocken Seitenaltäre stammen noch aus der Vorgängerkirche aus dem Jahr 1729. Blickfang der Kanzel ist der kunstvoll gestaltete Schalldeckel (auch Kanzelhaube genannt). Diese auch Kanzelhaube genannte Bedachung hatte die akustische Funktion, dass die Worte der Predigt im ganzen Kirchenraum zu vernehmen waren. Eine Figur des Heiligen Johannes des Täufers bekrönt die Haube. Unter der Kanzel wurde der Grundstein des Kirchenbaus verlegt. Die rechte Seitenwand der Kirche akzentuiert eine Pieta. Die überlebensgroße Figurengruppe soll an die Gefallenen und Vermissten des zweiten Weltkrieges erinnern. Thema der bunten Glasfenster der Kirche sind vor allem Heilige.

Der rechterhand des Altars stehende Ambo ziert seit 2015 den Altarraum. Von diesem Lesepult aus liest der Pfarrer im Gottesdienst seine Predigt. Arno Jos Graf, ein bekannter saarländische Regisseur und Vorsitzender des Pfarrgemeinderates von Scheuern, hat diesen Ambo gestaltet.

Die Kirche St. Katharina gehört heute zum Dekanat St. Wendel und Bistum Trier. Umfangreiche Informationen zur Kirche bietet der Kirchenführer „St. Katharina Scheuern“, erhältlich in der Pfarrkirche, den Pfarrbüros Hasborn und Scheuern, der Sparkasse und der Volksbank Scheuern sowie in Überrother Geschäften.