THOLEY

Pilgerwege


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Pilgerwege im Sankt Wendeler Land

ArtikelbildSeit Jahrhunderten folgen Menschen dem alten Pilgerpfad des Heiligen Wendelinus von St.Wendel über Winterbach und Alsweiler nach Tholey. Der Heilige, der im 6. Jahrhundert in unserer Gegend lebte, gehörte der iro-schottischen Mönchsbewegung an und setzte sich für die Verbreitung des christlichen Glaubens in unserer Region ein. Der Legende nach war er als Königssohn auf dem Weg nach Rom und ließ sich als Eremit nieder, wo heute die ihm geweihte Kapelle steht. Der hl. Wendelinus fand Kraft und Inspiration in der lieblichen Talaue bei St. Wendel. Auf den Pilgerwegen
finden auch Sie Ruhe und können inmitten der Natur Ihren Gedanken nachgehen.

Tholey entstand am Kreuzungspunkt zweier wichtiger römischer Handelsstraßen. Auf den Resten einer römischen Badenanlage errichtete der fränkische Diakon Adalgisel Grimo eine Kirche, die 634 schriftlich belegt ist. Er richtete eine Klerikergemeinschaft ein, die als das älteste Kloster Deutschlands gilt. Im 8. Jahrhundert entwickelte sich daraus die Benediktinerabtei St.Mauritius. Von 1264 bis 1302 wurde die heutige frühgotische Abteikirche erbaut. 1794 wurde sie aufgehoben und erst im Jahr 1949 wieder besiedelt. Bis heute leben dort die Mönche nach den Regeln des hl. Benedikt.

St. Wendel geht auf eine merowingische Gründung zurück. Um die Jahrtausendwende tauchte der Name »Sankt Wandalino« erstmals auf. Durch Balduin von Luxemburg, dem Erzbischof von Trier, erhielt St. Wendel 1332 die Stadt- und Marktrechte. In dieser Zeit wurde mit dem Bau der Wendelinusbasilika begonnen, die 1460 im spätgotischen Stil fertig gestellt wurde. Im Hochgrab
am Altar (15. Jh.) befi nden sich die fast vollständig erhaltenen Gebeine des Heiligen. Sehenswert sind auch Steinkanzel, Tumba und Grablegungsgruppe. Besonders die Wallfahrten an Pfingsten
und in der Wendelswoche im Oktober sind bis heute von großen Märkten begleitet.

In Marpingen ist die Marienverehrung seit dem 15. Jh. bekannt. Im Juli 1876 erreichte sie einen ersten deutschlandweit beachteten Höhepunkt, als die Mutter Gottes angeblich drei achtjährigen Mädchen im Härtelwald erschien. Jährlich besuchen tausende Pilger die Marienverehrungsstätte.
Kapelle, Kreuzweg, Kreuzigungsgruppe und Marienquelle laden zum Gebet und zur Verehrung der Mutter Gottes ein. Viele Wegekreuze wie das Friedenskreuz oder das Pestkreuz erinnern an die Volksfrömmigkeit vergangener Jahrhunderte.

Wendelinus-Pilgerweg (Tholey - St. Wendel)

Der Wendelinus-Pilgerweg (14,9 km) zwischen St. Wendel und Tholey folgt im Wesentlichen dem Verlauf des historischen Pilgerweges. Daran schließen sich drei Rundwege an: Wendelinus-, Marien- und Mauritius-Rundweg. Wendelinus-Pilgerweg Der Wendelinus-Pilgerweg (14,9 km) beginnt an der Wende linusbasilika in St.Wendel. Die im 15. Jahrhundert fertig gestellte spätgotische Kirche prägt weithin das Stadtbild. Der Weg führt durch den Wendelinuspark, ein beliebtes Freizeitgelände. Im Bereich der ehemaligen Römerstraße genießen Sie einen wunderbaren Blick auf den 569 m hohen Schaumberg. Ebenso schöne Aussichten hat man nach der Durchwanderung des Alsbachtals auf Tholey mit seiner ehrwürdigen Abteikirche. Im Wareswald lohnt eine Besichtigung der römischen Ausgrabungsstätte, die ca. 300 m vom Weg entfernt liegt. Dort kreuzten sich die in die Kaiserstädte führenden Römerstraßen: Metz –Mainz und Trier– Straßburg. Wir erreichen bald den Endpunkt des Wendelinus-Pilgerweges, die Abteikirche St. Mauritius. Rückfahrt: Ab dem Rathausplatz in Tholey können Sie mit der Buslinie R4 im Stundentakt nach St. Wendel zurück fahren (auch am Wochenende).

Mauritius-Rundweg (Tholey)

Der Mauritius-Rundweg (7,7 km) führt von der Benediktinerabtei Tholey über den Marktplatz mit Rathaus und dem Historischen Museum Theulegium hinauf zum Schaumberg. Folgt man dem Weg, vorbei an der Bacchushütte, weitet sich der Blick beim Waldaustritt über Sotzweiler mit der Stahlskulptur Wortsegel von Heinrich Popp. Am Wendepunkt des Weges kommt man an die Blasiuskapelle, einem barocken Kleinod bei Bergweiler. Als Einsiedelei 1246 entstanden, entwickelte sie sich im Laufe der Jahre zur Wallfahrtskapelle des Tholeyer Klosters. Nach einem Brand 1716 in der heutigen Form wieder aufgebaut, werden hier neben dem Heiligen Blasius auch der Heilige Theobert, Markus und Wendelinus verehrt. Die historischen und liebevoll restaurierten Pilgerwegekreuze, die man immer wieder am Wegrand entdeckt, gehörten ehemals zu einem Kreuzweg, der von der Abtei Tholey zur Blasiuskapelle führte.

Wendelinus-Rundweg (St. Wendel)

Der Wendelinus-Rundweg (7,9 km) nimmt an der Wendelinusbasilika seinen Ausgangspunkt. Die im 15. Jahrhundert fertiggestellte Basilika gilt als eine der schönsten spätgotischen Hallenkirchen Deutschlands. Das mittelalterlich geprägte Ambiente rund um den Fruchtmarkt vermittelt einen Eindruck von der einstigen Bedeutung der Stadt als Pilgerzentrum. Wir kommen am Wendelinusbrunnen mit einer schönen Darstellung des Heiligen vorbei. Die Wendelinuskapelle liegt im Wendelstälchen, wo jedes Jahr an Pfingstmontag die Pferdesegnung stattfindet. Der Legende nach hat an dieser Stelle die Klause des Eremiten gestanden und dort soll Wendelinus auch seine Schafe gehütet haben. Weithin sichtbar über der Stadt liegt das Missionshaus, von wo aus die Steyler Missionare ihre missionarische Tätigkeit in alle Welt ausübten. Etliche Kult- und Haushaltgegenstände, die die Patres von ihren Reisen mit zurück brachten, sind im »Museum für Missions- und Völkerkunde« zu bewundern. Ab dem Wendelinushof kann man herrliche Aussichten in die hügelige Landschaft genießen und eine Pause einlegen, bevor man wieder an der Basilika eintrifft.

Marien-Rundweg (Marpingen)

Der Marien-Rundweg (10,5 km) beginnt an der Pfarrkirche »Maria Himmelfahrt« in Marpingen. Von dort aus geht es weiter zur bekannten und bedeutenden Marienverehrungsstätte im Härtelwald. Dort ist die Mutter Gottes im Juli 1876 angeblich drei achtjährigen Mädchen erschienen, was Marpingen bald den Ruf als das »deutsche Lourdes« einbrachte. Seit dieser Zeit besuchen jährlich tausende von Pilgern die Marienverehrungsstätte. Der Marien-Rundweg führt weiter zur Rheinstraße, wo das Friedenskreuz und die Johannes-Kapelle zur Besinnung einladen. Das »Friedenskreuz« wurde im Jahr 1995 von den Bewohnern der Rheinstraße zum Dank für 50 Jahre Friede in Deutschland errichtet. Der Pilger folgt weiterhin dieser ehemaligen Römerstraße bis zum Wegekreuz zwischen Alsweiler und Winterbach, wo der Marien-Rundweg wieder in den Wendelinus-Pilgerweg mündet. Neben der Kirche in Alsweiler liegt das Hiwwelhaus, das älteste in seiner Originalität erhaltene Bauernhaus Südwestdeutschlands. Die liebliche Talaue begleitet den Pilger zum Marienbrunnen (»Maieborn«), eine der ältesten Stätten der Marienverehrung in Marpingen, zurück zum Ausgangspunkt.


An allen Wegen finden Sie Tafeln mit Besinnungstexten, die zum Innehalten und Nachdenken anregen. Sie sollen gleichermaßen Mut machen, Trost spenden und die Seele stärken.

Alle besinnlichen Texte finden Sie im Büchlein »Pilgerwege im Sankt Wendeler Land«. Die einzelnen Wegebeschreibungen sind ebenfalls enthalten. Das Buch ist für 6,95 Euro im Bürger-Service-Zentrum im Tholeyer Rathaus erhältlich.


Weitere Infos finden finden Sie hier:
http://www.bostalsee.de/aktiv-sein/wandern/pilgerwege/

Eine Karte der Wege mit weiteren Informationen finden Sie als
Download-Datei.: hier runterladen!
04.04.2013 Druckversion


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