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Helmut Rauber präsentiert neues Buch:

„Die Kirche auf dem Dorf im Wandel der Zeit -100 Jahre Pfarrkirche „St. Mauritius Sotzweiler -Bergweiler“

 

„Die Kirche auf dem Dorf im Wandel der Zeit -100 Jahre Pfarrkirche „St. Mauritius Sotzweiler -Bergweiler“ ist der Titel eines Buches, das Helmut Rauber nun vorgelegt hat. Wie der einstige Landtags- und Bundestagsabgeordnete bei einem Termin beim Ersten Beigeordneten der Gemeinde Tholey und künftigen Bürgermeister Andreas Maldener erklärte, war das Bauch ein Produkt seiner ursprünglich als loser Folge geplanten Sammlung von Erinnerungen und Geschichten über seine Heimatpfarrei.

Dabei kam allerdings so viel interessantes Material zusammen, dass schließlich die Idee für ein ganzes Buch reifte und schließlich auch realisiert wurde.

Das Buch wird vom Förderverein „Magnifikat St. Mauritius Sotzweiler- Bergweiler“ herausgegeben. Für den Inhalt ist aber allein der Autor verantwortlich. Rauber geht der Frage nach, wie sich der christliche Glauben im Laufe der letzten 100 Jahre in Dörfern wie Sotzweiler und Bergweiler verändert hat. Beispielhaft macht er das an Hand der Geschichte seiner Heimatpfarrei deutlich. Rauber stützt sich dabei auf Gespräche mit Zeitzeugen ab und auf Dokumente und Briefe, die ihm zur Verfügung gestellt wurden. Er schlägt dabei einen weiten Bogen, von der Planung der Kirche, über die einzelnen Baumaßnahmen, dem Leben und Wirken der einzelnen Pfarrer, dem hauptamtlichen und ehrenamtlichen Engagement, bis hin zu den kirchlichen Mitbestimmungs- und Beratungsgremien. Angesprochen wird auch, wie sich die wichtigsten kirchlichen Feste und unser Glauben insgesamt im Laufe der Zeit verändert haben. Zu einer historischen Betrachtung gehört nach Meinung des Verfassers auch dazu, sich kritisch mit den vorhandenen Problemen der Kirche wie, steigende Kirchenaustritte, die Missbrauchsfälle, die Sexualmoral oder die Rolle der Frauen in der Kirche auseinander zu setzen. Rauber spart auch Fragen von Leben und Tod ebenso wenig aus, wie die, wie sich der Stellenwert der Institution Kirche in unserer Gesellschaft im Laufe der Zeit verändert hat. Selber bezeichnet sich der ehemalige Politiker als ein bekennender Christ, der an und mit seiner Kirche leidet. Für ihn hat die Botschaften des Evangeliums, auch nach 2000 Jahren, nichts an Faszination verloren. Was das Gebot der Nächsten- und Feindesliebe bedeutet, macht Rauber an Hand des außergewöhnlichen Lebens eines Priesters aus Sotzweiler deutlich. Johann Schmidt, genannt Kade Johann, hat wegen seines Glaubens unermessliches Leid durch die Nazis ertragen müssen. Seine Lebensgeschichte griff Rauber auf, um der Frage nachzugehen, wie sich das teuflische System des Nationalsozialismus in unseren Dörfern ausgewirkt hat. „Kade Johann lehrt uns, dass wir auch heute die Augen nicht davon verschließen dürfen wie tief die Macht von Indoktrination und Ideologie reichen. Sie dringt bis hinunter in die überschaubaren und als gefestigt geltenden dörflichen Gemeinschaften“, so Rauber. Kade Johann gehörte zu den Sträflingen des Konzentrationslagers Dachau, die auf den „Todesmarsch der 7000“, wie er genannt wird, in Richtung Alpen geschickt wurde. Kälte und Nässe und das brutale Vorgehen der Wachsoldaten, dezimierte ihre Zahl. Kade Johann hat überlebt. Er sann nicht auf Rache und Vergeltung. Statt alles daran zu setzen, dass seine Peiniger bestraft werden, tat er genau das Gegenteil. Er setzte auf das Verzeihen und Vergeben. Rauber hofft, dass dieses Buch wenigstens etwas dazu beiträgt, dass dieser vorbildliche Mensch endlich die Anerkennung und Wertschätzung erhält, um die er sich nie bemüht hat.

Andras Maldener lobte Helmut Raubers Buch als „konserviertes Wissen, über unsere Heimat.“ Darum dankte er dem Autor, dieses Wissen für die Nachwelt erhalten zu haben und lobte gleichzeitig Raubers Gespür, sich kritisch und mit persönlicher Analyse und Bewertung mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Das Buch, mit 210 Seiten, ist zum Preis von 14.50 Euro über das Pfarreibüro in Theley, Telefon 06853-2409, über die Tourist-Information in Tholey, Telefon 06853-508-66 oder nach dem Besuch der Heiligen Messe im Pfarrhaus in Sotzweiler zu. Der Erlös kommt vollständig der Pfarrei Sotzweiler -Bergweiler zugute.

  • Offiziell vorgestellt wird das Werk am Freitag, 1. Juli, um 19.30 Uhr nach der Abendmesse in der Kirche in Sotzweiler.