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Aufwertung für den Wareswald

Umfeld der Tempel-Visualisierung wird neu gestaltet

Nachdem im vergangenen Jahr an der gallo-römischen Grabungsstätte im Wareswald die viel beachtete Visualisierung eines Umgangstempels realisiert werden konnte, soll nun die Umfeldgestaltung des Tempels in Angriff genommen werden.

Die Terrex gGmbH, eine kommunale, archäologische Grabungsgesellschaft, bestehend  aus den Gesellschaftern Landkreis St. Wendel sowie den Gemeinden Marpingen, Oberthal, Tholey und Nonnweiler, wird dafür rund 30.000 Euro investieren. Vom saarländischen Ministerium für Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz gibt es dafür einen Zuschuss von rund 16.350 Euro.
Das Geld stammt aus Mitteln des Landes und der Europäischen Union (europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes – ELER) nach dem saarländischen Entwicklungsplan für den ländlichen Raum im Rahmen von LEADER.
Den entsprechenden Zuwendungsbescheid übergab Ministerin Petra Berg an Landrat Udo Recktenwald sowie die Beigeordneten Andreas Maldener (Gemeinde Tholey), Dirk Schäfer (Gemeinde Oberthal) und Harald Becken (Gemeinde Marpingen) sowie Terrex-Geschäftsführer Christian Kaster und Grabungsleiter Dr. Klaus-Peter Henz.

Nach Vorstellung der Verantwortlichen soll sich das Umfeld um die Visualisierung des Tempels nach Möglichkeit an dem historischen Vorbild eines römischen Gartens orientieren. So soll ein harmonisches Bild zusammen mit der Tempelvisualisierung entstehen. Im Ergebnis soll von einem parkähnlichen Entrée über einen Weg vom Pfeilergrabmal zum Tempel durch diesen römischen Garten mit Sitzbänken und gegebenenfalls antiken Versatzstücken eine weitere deutliche kulturtouristische Aufwertung des Grabungsprojektes entstehen. Dazu wurde bereits eine Sichtachse von der Rekonstruktion des Pfeilergrabmals zum Tempelbezirk geschaffen.

 

Hintergrund:

Am Kreuzungspunkt der zu römischer Zeit überregional bedeutsamen Straßen zwischen Metz und Mainz einerseits und Straßburg und Trier andererseits entstand im ersten Jahrhundert nach Christus der Vicus im Wareswald, gelegen am Fuße des Schaumbergs zwischen den heutigen Gemeinden Marpingen, Oberthal und Tholey. Viele Menschen – Reisende und Händler – benutzten die zumeist vom Militär angelegten Wege. Die dadurch hervorgerufene Nachfrage nach Unterkunft und Verpflegung, aber auch nach Gütern des täglichen Bedarfs veranlasste Händler und Handwerker sich an der Stelle des heutigen Wareswaldes niederzulassen. Es setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, der die Siedlung zu einer stattlichen Größe von mehreren Hektar besiedelter Fläche wachsen ließ. Um das Jahr 400 wurde der Vicus verlassen. Der Platz ist seither nicht mehr besiedelt.

Um den Besucherinnen und Besuchern eine eindrückliche Vorstellung von den Dimensionen eines bei den Ausgrabungen entdeckten Resten eines Tempels und seinem Aussehen vor Augen zu führen, entschloss sich die TERREX gGmbH in Absprache mit dem Landesdenkmalamt zu einer Visualisierung des Bauwerks in den modernen Materialien Stahl und Beton und einer abstrahierten Formensprache entsprechend der im Jahre 2011 fertiggestellten Visualisierung des Pfeilergrabmals. Dabei wurde großen Wert daraufgelegt, die Originalbausubstanz bestmöglich zu schützen.

Bei der Nachbildung des Tempels handelt es sich um ein Stahlgerüst, das die ungefähre Form des gallorömischen Tempels an seinem ursprünglichen Standort nachbildet. Laut dem leitenden Archäologen Klaus-Peter Henz waren für einen detailgenauen Wiederaufbau des Tempels aus dem zweiten Jahrhundert zu wenige Daten verfügbar.