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Ein fast vergessener Ort: Neue Dokumentation über das ehemalige Sammellager in Theley erschienen

„Das Sammellager des Landesarbeitsamtes Westmark für ausländische Arbeitskräfte in Theley“ ist der Titel einer mehr als 100-seitigen Dokumentation, die Michael Landau und Volker Munkes mit Unterstützung des Landkreises St. Wendel nach aufwendiger Recherchearbeit veröffentlicht haben.

Die Geschichte des Lagers, das zu Beginn des zweiten Weltkrieges am Ortsausgang von Theley in Richtung zwischen dem heutigen Keltenplatz und einem Kiefernwäldchen erbaut wurde, war bislang weitgehend unerforscht. Die beiden Autoren Michael Landau und Volker Munkes haben jahrelang in internationalen, nationalen und regionalen Archiven recherchiert. So ist es gelungen, die Funktion des Lagers im Gesamtgefüge der nationalsozialistischen Fremdarbeiter-Politik anschaulich darzustellen   In dem Lager, das eine Fassungskapazität von etwa 300 Menschen hatte, waren zuerst französische Kriegsgefangene, ab 1942/43 auch kranke Zwangsarbeiter, überwiegend aus der Sowjetunion und Polen, untergebracht. Mehr als 100 Menschen fanden an dem heute fast vergessenen Ort wegen der menschenunwürdigen Bedingungen den Tod. Sie wurden teilweise auf dem jüdischen Friedhof zwischen Theley und Tholey bestattet. Von dem Lager steht heute nur noch eine Baracke. Diese wurde 1950 vom Theleyer Obst- und Gartenverein erworben und wird noch heute als Kelterhaus genutzt. An das einstige Lager erinnert eine Gedenktafel.

  • Die Dokumentation von Michael Landau und Volker Munkes „Das Sammellager des Landesarbeitsamtes Westmark für ausländische Arbeitskräfte in Theley“ ist erhältlich in der Tourist-Information der Gemeinde Tholey, Römerallee 5. Sie kostet 5 Euro.