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19. November 2021

Modellprojekt Smart Cities stellt Projektideen vor

Mit den Modellprojekten „Smart Cities“ unterstützt die Bundesregierung Kommunen dabei, die Digitalisierung strategisch im Sinne einer integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung zu gestalten. Ziel des Förderprogrammes ist es, sektorenübergreifende digitale Strategien für das Leben der Zukunft zu entwickeln und zu erproben.

Auf die Ausschreibung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat hatten sich 86 Städte, Kreise und Gemeinden sowie interkommunale Kooperationen aus ganz Deutschland beworben. 32 Projekte wurden ausgewählt, darunter auch der Landkreis St. Wendel.

Dadurch soll die Digitalisierung in der Region vorangetrieben werden. Für die kommenden sieben Jahre gibt es dafür über 15 Millionen Euro vom Bund, der Kreis steuert zusätzlich knapp zwei Millionen Euro bei.

Am 28. Oktober 2021 fand die zweite Sitzung der zur Umsetzung gegründeten Fachgruppe Innovation statt, die sich aus wechselnden Vertretern der Kreiskommunen, aus Wirtschafts- und Sozialpartnern zusammensetzt. Die zweistündige Veranstaltung erfolgte auf Einladung des Tholeyer Bürgermeisters Hermann Josef Schmitt im Freizeithaus St. Mauritius in Tholey.

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Stabsstellenleiter Digitalisierung und Datentreuhänder, Aljoscha Dietrich, und die Leiterin des Digitalen Kompetenzzentrums, Sabine Dorsch, wurden sechs Projektideen aus den Projektbereichen („Ökosystemen“) Mitgestaltung und Bürgerdienste präsentiert.

So wurde unter anderem das Thema „LoRaWAN-Netz“ aus dem Ökosystem Bürgerdienste vorgestellt. LoRaWAN steht für Long Range Wide Area Network und ist ein Funkstandard mit vergleichsweise kleinen Datenpaketen, die über große Distanzen übertragen werden. Geplant ist sein Einsatz für Daten von Sensoren, Messgeräten und anderen intelligenten Objekten. Die übermittelten Daten werden dann zur weiteren Verwendung in verschiedenen Softwareapplikationen bereitgestellt. In einem weiteren Schritt sollen den Bürgerinnen und Bürgern die aufbereiteten Daten über ein Dashboard zur Verfügung stehen. „Funklochbeseitigung und Ausbau öffentlicher WLANs“ war ein weiteres Thema aus demselben Ökosystem, denn Funklöcher und Bereiche mit schlechter Netzqualität stören den Digitalisierungsprozess des Landkreises. Ziel der Projektidee ist es, den Bürgerinnen und Bürgern die digitalen Dienste möglichst dauerhaft und überall zur Verfügung zu stellen. Aus dem Ökosystem Mitgestaltung wurde das Thema „Hopology“ präsentiert. Hopology ist ein interaktiver Spielboden für Schulkinder, mit dem selbst entwickelte Online-Spiele in der analogen Welt ausprobiert und gespielt werden können. Dadurch sollen nicht nur die Kompetenzen im IT-Bereich frühzeitig gefördert werden, sondern Schüler sollen auch das Potenzial neuer Technologien kennenlernen und so zur aktiven Mitgestaltung ihrer Zukunft befähigt werden.

Das Thema der digitalen Fitness der Bevölkerung im Landkreis war ein Gegenstand des zweiten Durchlaufs. Dem Ökosystem Mitgestaltung zugeordnet, zielte das Thema auf grundlegende digitale Fähigkeiten, die jedem Bürger und jeder Bürgerin einen Mehrwert im Alltag bieten können. Zu diesem Zweck sollen Projekte wie eine Zukunftswerkstatt und eine prototypische Social-Media-Schulung im Rahmen von Smart-City-Modellvorhaben umgesetzt werden. Die „Zukunftswerkstatt“ dient zur Ermittlung von Problemen, Sorgen, Chancen und Hoffnungen der Bürgerinnen und Bürger in Bezug auf die nachhaltige und digitale Zukunft des Landkreises. Eine weitere Projektidee im zweiten Durchlauf war ein halbtägiger Workshop mit Vertretern lokaler Wirtschaftsunternehmen zur Ermittlung ihrer Probleme und Bedarfe. Für diese sollen in einem weiteren Schritt gemeinsam digitale Lösungen im Sinne des Smart-City-Vorhabens entwickelt werden. Die dritte Themenstation widmete sich dem Thema der „Entwicklung von Chatbots“ für eine Effizienzsteigerung in der Verwaltung. Ein Chatbot ist eine Anwendung, die künstliche Intelligenz verwendet, um mit Menschen in natürlicher Sprache zu kommunizieren. Solche Anwendungen können Verwaltungsmitarbeiter spürbar entlasten, indem sie häufige Standardfragen von Bürgerinnen und Bürgern mit Verwaltungsanliegen beantworten.

Sabine Dorsch und Aljoscha Dietrich zeigten sich höchst erfreut über die Ergebnisse der Veranstaltung: „Die regen Diskussionen im Plenum und an den Themenstationen haben viele wertvolle Beiträge zu den Projektideen geliefert.“ Die erarbeiteten Beiträge der Fachgruppe zu den einzelnen Projektideen werden vom Smart-City-Team weiterbearbeitet und in den Strategiepapieren für die Lenkungsgruppe aufgehen, die als Gremium im Smart-City-Modellvorhaben über die Umsetzung von Projektideen abstimmt.