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„Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“: Gewerkschafter setzen Zeichen gegen Verrohung der Sitten

Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen und privatisierten Sektor ist in Deutschland leider mittlerweile oftmals Alltag. Das zeigt sich nicht erst seit der Corona-Pandemie, in der uns täglich Meldungen von Personal im ÖPNV oder Polizistinnen und Polizisten erreichen, die bei der Durchsetzung von Vorsichtsmaßnahmen beleidigt und verletzt werden. Bereits seit Jahren klagen auch Kolleginnen und Kollegen bei den Rettungskräften, auf Ämtern, bei den Reinigungsunternehmen, in Schulen oder Krankenhäusern über zunehmende Bedrohungen, Beleidigungen und körperliche Angriffe bei der Arbeit.

Dem möchte der Deutsche Gewerkschaftsbund entgegen wirken und ein Zeichen für mehr Respekt und Menschlichkeit im Umgang miteinander setzen. Bürgermeister Hermann Josef Schmidt empfing darum zusammen mit der Vorsitzenden des Personalrates, Regina Backes, zwei Kollegen des DGB. Der DGB Kreisverbandsvorsitzende Kevin Wagner übergab dem Bürgermeister das Kampagnenschild „Vergiss nie hier arbeitet ein Mensch“, welches nun die Bürgerinnen und Bürger sensibilisieren und daran erinnern soll, dass sie einen Menschen vor sich haben, der seine Arbeit macht und keinen Roboter oder Maschine.

Eine vom Deutschen Gewerkschaftsbund im Jahr 2019 durchgeführte repräsentative Studie macht das Ausmaß der Problematik deutlich: Ganze 67 Prozent der Beschäftigten wurden allein in den vergangenen zwei Jahren im Dienst zum Opfer verbaler oder körperlicher Gewalt. Dass das nicht normal ist, liegt auf der Hand. Es wird aber auch von 57 Prozent der Befragten bestätigt, dass die Gewalt in den letzten zehn Jahren zugenommen habe. Diese Tendenz konnte auch die Personalratsvorsitzende der Stadt Sulzbach bestätigen. Auch Bürgermeister Schmidt merkte an: „…der Ton wird rauer! Insbesondere in den eingehenden Mails, die auch direkt an den Bürgermeister gerichtet sind.“ Insgesamt sei die Verwaltung aber sehr friedlich durch die Pandemie gekommen. Vielleicht auch, weil das Rathaus direkt neben der Abtei steht bemerkte Bürgermeister Schmidt mit einem Augenzwinckern. Anfang 2020 startete der DGB die Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“, mit der die betroffenen Beschäftigten eine Stimme geben und in der Öffentlichkeit für Respekt werben. Die Aussage ist ganz einfach: Im öffentlichen und privatisierten Sektor arbeiten Menschen wie Du und ich, die Empathie und Rücksichtnahme verdienen.