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Bei „Kaiserwetter“ unterwegs auf einst herzoglichem Terrain

Wanderung durch die 700-jährige Geschichte des Hofgutes Imsbach

 

Auf Einladung der Gemeinde Tholey trafen sich am vergangenen Samstag rund 30 Wanderer zu einer Informationstour zur bewegten Historie des Hofgutes Imsbach. Mit Wanderführer Klaus Linnenbach startete im Innenhof des heute unter Denkmalschutz stehenden Gebäude-Ensembles die Zeitreise vom Hochmittelalter bis zur Gegenwart, in deren ersten fünf Centennien insbesondere die Zugehörigkeit zum Amt Schaumburg als Teil des Herzogtums Lothringen im Mittelpunkt stand. stand. Die in diesem Kontext mit knapp 40 Jahren relativ kurzzeitige Besitzergreifung durch Frankreich, die zudem noch von einer mehrjährigen Zugehörigkeit zu Kurtrier unterbrochen wurde, brachte für das Hofgut im Jahr 1812 dennoch ein Ereignis, das seine Zukunft prägen sollte: Kaiser Napoleon schenkte es seinem verdienten Reiteroberst Charles Louis Narcisse Lapointe. Er und seine familiären Nachfolger, die mit ihm in der Gruft der Gutskapelle beigesetzt sind,  verwalteten das Hofgut bis 1929, bauten es  aus und verhalfen ihm zur Blüte. Und das obwohl es beim „Wiener Kongress“ als Ausgleich für von Napoleon verursachte Kriegsschäden  ab dem Jahr 1817 dem Herzogtum Oldenburg zugesprochen wurde, zu dem es dann 120 Jahre lang gehören sollte. Noch heute markieren zahlreiche Grenzsteine die ehemalige Grenze der oldenburgischen Imsbach zur preußischen Rheinprovinz, deren südlicher Verlauf zwischen 1920 und 1935 auch die Grenze zwischen dem Saargebiet und dem Deutschen Reich bildete. Nach den Lapointes sollte das Hofgut noch mehrmals zwischen privatem und staatlichem Besitz wechseln sowie die Art seiner Nutzung ändern. Anlässlich der Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahr 1974 kam das Hofgut wieder heim nach Theley, mit dem es in der napoleonischen Zeit zusammen mit Hasborn und Dautweiler bereits die „Mairie de Theley“ bildete.

Neben der Landwirtschaft sollte über viele Jahrhunderte auch der Bodenschatz „Rötel“, nach dem in den Wäldern des nach ihm benannten Rötelwaldes gegraben wurde, zum Leben und Überleben der Bewohner der nahegelegenen Dörfer beitragen. Wo die Ahnen in den zurückliegenden Jahrhunderten emsig arbeiteten, finden heute deren Nachfahren im sogenannten „Friedwald“ ihre letzte Ruhestätte.

Vorbei am Bruderborn, der zweiadrigen Quelle des dem Hofgut seinen Namen „Imsbach“ gebenden Bachlaufs, nutzte Klaus Linnenbach beim Austritt aus dem „Kathreinenwald“ die prächtige Aussicht auf einen Großteil des Landschaftsparks, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Grundprinzipien der aktuellen Nutzung und Gestaltung des Landschaftsparks Imsbach durch die Naturlandstiftung Saar mit ihren Tochtergesellschaften näherzubringen. Am Ende einer kurzweiligen Wanderung durch eine traumhaft schöne Herbstlandschaft fand die Wanderung, die aufgrund eines Gott sei Dank gut ausgegangenen internistischen Notfalls verkürzt werden musste, im Biergarten des Hofgutes einen erfrischenden Abschluss.