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Neues Glanzlicht für den Wareswald: Römischer Umgangstempel wurde als moderne Rekonstruktion errichtet

Seit 20 Jahren werden im Wareswald die Überreste einer römischen Siedlung ausgegraben. Im Jubiläumsjahr ist es der Terrex GgmbH gelungen, ein ganz besonderes Projekt umzusetzen: die Visualisierung eines römischen Umgangstempels. „Ich freue mich, dass die Besucher des Wareswalds damit eine eindrucksvolle Möglichkeit erhalten, diesen Tempel mit seinen Dimensionen zu erleben“, freute sich Bürgermeister Hermann Josef Schmidt über das neue Glanzlicht. Er beobachtete den Aufbau der Tempelvisualisierung vor Ort. Ein Schwerlastkran war nötig, um die bis zu 11,40 Meter langen Stelzen in die Luft zu hieven und  an Ort und Stelle zu bewegen.

Um den Besucherinnen und Besuchern eine eindrückliche Vorstellung von den Dimensionen des Tempels und seinem Aussehen vor Augen zu führen, entschloss sich die TERREX gGmbH in Absprache mit dem Landesdenkmalamt zu einer Visualisierung des Bauwerks in den modernen Materialien Stahl und Beton und einer abstrahierten Formensprache entsprechend der im Jahre 2011 fertiggestellten Visualisierung des Pfeilergrabmals. Dabei wurde großen Wert daraufgelegt, die Originalbausubstanz bestmöglich zu schützen.

Bei der Nachbildung des Tempels handelt es sich um ein Stahlgerüst, das die ungefähre Form des gallorömischen Tempels an seinem ursprünglichen Standort nachbildet. Laut dem leitenden Archäologen Klaus-Peter Henz waren für einen detailgenauen Wiederaufbau des Tempels aus dem zweiten Jahrhundert zu wenige Daten verfügbar.

Der Leiter des Landesdenkmalamts Dr. Georg Breitner hat das Projekt maßgeblich unterstützt und mitgeholfen, die erforderlichen Fördergelder vom Land und vom Bund zu generieren. Er ist von der kulturhistorischen Bedeutung der Ausgrabung im Wareswald überzeugt: „Die Ausgrabungen im Vicus Wareswald stellen einen wichtigen Beitrag in der Archäologie des Saarlandes und überregionalen Forschung zum römischen Siedlungswesen dar“.

Die Bauarbeiten zu dieser Visualisierung sind im Wesentlichen abgeschlossen. Allein die Umfeldgestaltung steht noch aus. Dem Interessierten vermittelt die Visualisierung aber bereits jetzt eindrücklich Dimension und Aufbau eines Umgangstempels. Die Bauarbeiten werden gefördert von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien mit 75.000 €, dem Land mit 30.000€. Den Eigenanteil erbringen der Landkreis St. Wendel und die Wareswald-Gesellschaftergemeinden Tholey, Oberthal und Marpingen. Die Visualisierung wird eine weitere kulturtouristische Attraktion der Gemeinde Tholey.