Annelie Schmitt bleibt Behindertenbeauftragte der Gemeinde Tholey
23. Juni 2021
Die wichtigsten Informationen zur Eröffnung des Sauna Vicus am 1. Juli 2021
23. Juni 2021

Geführter Spaziergang über den jüdischen Friedhof: Bodo Bost informierte über die jüdische Vergangenheit Tholeys

Das Saarland blickt auf mindestens 700 Jahre jüdische Geschichte an der Saar zurück. In Tholey haben sich seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts jüdische Familien niedergelassen. Zeitweise lebten 180 Juden in Tholey. Es gab eine Synagoge, eine Miqwe und auch einen jüdischen Friedhof. Dieser Friedhof existiert heute noch, er liegt auf einer Anhöhe zwischen Theley und Tholey, ein idyllischer Ort mit altem Baumbestand.

Bodo Bost aus Sotzweiler führte den Spaziergang über den historischen Ort, zu dem die Gemeinde Tholey eingeladen hatte. Das Interesse an dieser Führung war so groß, dass zwei Gruppen gebildet werden mussten.

Der Friedhof wurde vermutlich gegen Ende des 18. Jahrhunderts angelegt.  Bis zur Deportation der jüdischen Gemeinschaft in den 1930er Jahren wurde der Friedhof genutzt. Alle Grabsteine sind nach Osten in Richtung Jerusalem ausgerichtet, der aufgehenden Sonne entgegen. Kleine Steine auf manchen Grabsteine zeigen vom jüdischen Brauch, beim Friedhofsbesuch einen Stein als Gedenkstein als Symbol für Beständigkeit und Unvergänglichkeit zu hinterlassen . Bodo Bost erläuterte auch einige Symbole, die auf den Grabsteinen zu finden waren und berichtete über Personen, die hier begraben sind.

Die vielleicht berühmteste Person, die dort beerdigt wurde ist Emma Baer, geborene Marx, eine Kusine von Karl Marx, die nach Tholey verheiratet war. Bodo Bost stammt aus Sotzweiler. Bodo Bost beschäftigt sich seit rund 40 Jahren mit der Geschichte der Juden in Tholey.

Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte Tholey, besonders mit ihrer jüdischen Vergangenheit und dem Schicksal der deutschen Auswanderer aus dem Schaumburger Land nach Brasilien.