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Gedenkfeier für Nikolaus Warken

Zum 100. Mal jährte sich in dieser Woche der Todestag eines Mannes, der als Begründer der ersten gewerkschaftlichen Bewegung im Saarrevier gilt: Nikolaus Warken, genannt Eckstein, starb am 24. August 1920 in seinem Heimat- und Geburtsort Hasborn-Dautweiler, wo sein Andenken wie auch andernorts im Saarland hochgehalten wird.

Aus Anlass seines Todestages und zum ehrenden Gedenken legten Vertreter von Kommunalpolitik und Gewerkschaften in Anwesenheit seines Enkels Alfons Besch am Ecksteindenkmal in der Römerstraße ein Blumengedeck nieder.

„Nikolaus Warken kämpfte für die Rechte der Bergleute, auch wenn er dafür persönlich Nachteile in Kauf nehmen musste“, blickte Bürgermeister Hermann Josef Schmidt auf das bewegte Leben des Hasborners zurück.

Dieser wurde am 26. Dezember 1851 in Hasborn-Dautweiler geboren. Als einfacher Bergmann gründete er 1889 den „Rechtsschutzverein für die bergmännische Bevölkerung“, dessen Mitgliederzahl in den folgenden Jahren auf 20000 anwuchs. Wegen der in der Grube herrschenden menschenunwürdigen Bedingungen bei der Arbeit rief Warken als Vereinsvorsitzender den ersten Streik an der Saar aus, weil er der Überzeugung war, dass „der Arbeiter seines Lohnes wert ist.“ Von seinen Kameraden wurde er wegen seines Wagemutes und seines kämpferischen Einsatzes „Eckstein“ genannt. Seine Oberen nahmen ihm den Streikaufruf allerdings übel, weshalb er sogar ins Gefängnis wanderte.

Die saarländischen Bergarbeiter errichteten auf seinem Grab im Jahr 1921 ein Denkmal mit der Aufschrift „Dem wackeren Vorkämpfer für unseres Standes Schutz und Recht, in Dankbarkeit und Verehrung gewidmet. Die christlichen Bergarbeiter.“ Zur Einweihung des Denkmales kamen 17.000 Menschen.

Die Straße, in der Warken einst wohnte, heißt heute Ecksteinstraße. In der Römerstraße in Hasborn-Dautweiler wurde zu Ehren Ecksteins 1989 eine Gedenkstätte eingerichtet, in die sein Grab-Denkmal integriert wurde.

Eugen Roth, der DGB-Landesvorsitzende und Landtagsabgeordnete, lobte die Erinnerungskultur in Warkens Heimatgemeinde, in der heute neben einer Straße und einem Denkmal auch jährliche Gedenkfeiern am Vortag des „Tages der Arbeit“ an den Bergarbeiterführer erinnern.

Hasborns stellvertretender Ortsvorsteher Walter Krächen beschrieb Nikolaus nicht nur als engagierten Kämpfer für die Rechte der Bergleute, sondern auch als gläubigen Christen.

Sein Einsatz für andere trotz persönlicher Nachteile sei bis heute vorbildhaft.

Viktor Schug, Vorsitzender der nach Eckstein benannten IGBCE Ortsgruppe, ging auf den aufreibenden Kampf Ecksteins ein, der sich zwischen Politik, Kirche und Kaisertum aufgerieben habe und dem zu Lebzeiten die Anerkennung verwehrt geblieben sei: „Er hat es aber nie bereut und darum ist es gut, dass die Politik Nikolaus Warken heute würdigt.“