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Sommertour mit Umweltminister Reinhold Jost rund um das Hofgut Imsbach

Gemeinsam mit Bürgermeister Hermann Josef Schmidt wanderte der saarländische Umweltminister Reinhold Jost auf seiner Sommertour 2020 rund um das Hofgut Imsbach bei Theley und erkundigte sich über neue Projekte rund um den Landschaftspark.

„Aus diesem Landschaftspark kann einer der prägendsten Landschaftsteile im Saarland entstehen“, so der Umweltminister in seiner Begrüßung der Gäste, darunter unter anderem Vertreter der Naturlandstiftung Saar und die Vorsitzende des Naturschutz-Bundes Saar (NABU) Dr. Julia Michely. Seit 2007 wird auf dem Hofgut und in seiner Umgebung der Landschaftspark im englischen Stil des 19. Jahrhunderts wiederbelebt.

Angeführt von Eberhard Veith von der Naturlandstiftung wanderte die Gruppe knapp drei Stunden durch den Landschaftspark und streifte dabei markante Stellen wie die Weideflächen mit den Wasserbüffeln. Zwei Wasserbüffel haben in einem weitläufigen Feuchtgebiet einen artgerechten Lebensraum gefunden. Die ursprünglich aus dem südostasiatischen Raum stammenden massigen Tiere mit den sichelförmig gebogenen Hörnern spielen hier beim Naturschutz eine gewichtige Rolle.

Studien besagen, dass diese Weidetiere anders als beim Mähen die Flächen schrittweise abgrasen, so dass immer auch Nahrungspflanzen für Insekten stehenbleiben. Vor allem für die Pflege von feuchten Wiesen und sumpfigem Weideland sind die Wasserbüffel effektive Helfer. Veith: „Bei der Erweiterung unseres Landschaftsparkes Richtung Selbach wollen wir neuen Lebensraum für zehn weitere Tiere schaffen.“

Die Wasserbüffel sollen auch Akteure der neuen bukolischen Weidelandschaft sein. Geplant sind Weiden und Wiesen mit unterschiedlichem Feuchtegrad, Weidebäume, Baumgruppen und Hecken als Gestaltungselement der Einfriedung. Auch Weiherkaskaden sollen als naturnahe Gewässer im Wald geschaffen werden. Eine Station der Wandergruppe war ein bereits angelegtes Ersatzgewässer für den vom Aussterben bedrohten Kammmolch. Der Bestand des Kammmolches nimmt im Saarland insbesondere durch den Verlust und die zunehmende Verinselung seiner Lebensräume ab. Daher steht er auf der roten Liste der gefährdeten Pflanzen und Tiere. Bei der Anlage des Gewässers hat man sich an den Lebensräumen des Kammmolches orientiert. Während der Wanderung stellte Eberhard Veith weitere Bausteine der Erweiterung des Landschaftsparkes vor. Auch Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt zeigte sich beeindruckt von den Plänen der Naturlandstiftung: „Das Hofgut Imsbach gehört sicherlich zu den beeindruckendsten Kulturdenkmälern nicht nur in der Gemeinde Tholey, sondern der gesamten Region. Dank des Einsatzes der Naturlandstiftung Saar hat sich hier in den zurückliegenden Jahren bereits immer viel getan. Die Erweiterung des Landschaftsparks wird die Attraktivität des Hofgutes für seine Gäste gewiss steigern. Besonders erfreulich ist, dass dabei ökologisch wertvolle Flächen eine weitere Aufwertung erfahren und bedrohte Tierarten hier eine Heimat finden. Das Hofgut ist somit in meinen Augen ein Musterbeispiel für die gelungene Symbiose aus gelebtem Naturschutz und sanftem Tourismus. Als Gemeinde Tholey können wir stolz darauf sein und ich danke der Naturlandstiftung für ihr Engagement.“

Die Umgestaltung orientiert sich an den Vorstellungen einer sogenannten Ferme ornée. Das ist eine besondere Stilrichtung des englischen Landschaftsgartens. Vor dem Hintergrund einer rentablen landwirtschaftlichen Nutzung strebt die Gestaltung die Verbindung des Nützlichen mit dem Schönen an. Bausteine der Erweiterung sind unterschiedlich strukturierte Weiden und Wiesen, gestaltete Einfriedungen, die Anlage von Weidebäumen und Baumgruppen sowie Weiheranlagen. Ein „belt walk“ soll die Landschaftsszenerie rundförmig erschließen. Belt walk meint in der Gartenkunst einen Rundweg am äußersten Ende eines Gartengeländes. Ein besonderer Ort soll an einer alten, gut erhaltenen Jagdhütte entstehen, die im Landschaftspark idyllisch an einem Weiher liegt. Veith: „Das ist eine der letzten original erhaltenen Jagdhütten im Saarland.“ Im Rundweg solle die Hütte eine Rolle als Picknickort spielen. Auch typische Aspekte eines Gartens wie Blumenwiesen und Nutzflächen sind als gestalterische Elemente geplant. „Wir wollen Sichtbeziehungen zwischen verschiedenen Orten des Landschaftsparkes schaffen, damit man offen durch den Wald zu einem Punkt schauen kann“, so Eberhard Veith zu den Plänen. Die Wandertour endete im Friedwald, der bereits in der Nähe des Hofgutes Imsbach geschaffen wurde. Der Friedwald als Wald der Besinnung und des Gedenkens wird im Landschaftspark als Symbol für den Naturkreislauf und die Verbundenheit von Leben und Tod verstanden.