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31. Juli 2020

Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt sammelt Ideen in Tholey

Am 23. Juni wurde die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt gegründet.

Mit 30 Millionen Euro pro Jahr durch den Bund unterstützt, soll die Stiftung Vereine, Verbände und Initiativen durch Service, Beratung und Qualifizierung unterstützen. Dies insbesondere bei der Digitalisierung, wie die Tholeyer Bundestagsabgeordnete Nadine Schön erklärt, die sich im Stiftungsrat engagiert.

Ihre Arbeit aufgenommen hat die Stiftung allerdings offiziell nicht in Neustrelitz, wo sie ihren Sitz hat, sondern im Tholeyer Rathaus, wo Bürgermeister Hermann Josef Schmidt neben den beiden Gründungsvorständen Katarina Peranic und Jan Holze auch eine Riege von Kommunalpolitikern und Experten aus der Region begrüßen durfte, die sich in Sachen „Ehrenamt“ engagieren.

„Gerade bei uns im ländlichen Raum gibt es dafür hervorragende Beispiele und ohne das Ehrenamt würde so manches nicht laufen“, so Hermann Josef Schmidt.

Wie Landrat Udo Recktenwald erklärte, gibt es im Kreis St. Wendel rund 1400 Vereine in denen sich rund 44.000 Ehrenamtliche engagieren. Um diese zu unterstützen wurde beim Kreis bereits vor Jahren die von Tina Noack betreute Ehrenamtsbörse ins Leben gerufen. Seither wurden verschiedene Strukturen und Initiativen geschaffen, wie die Projekte „Hauptamt stärkt Ehrenamt“, oder „Mitmacher gesucht“, die Vereine beraten oder sie in verschiedenen Bereichen schulen.

Für Thomas Gebel, den Leiter des Amtes für die Entwicklung des ländlichen Raumes beim Landkreis, ist die Zusammenarbeit mit den Kommunen  ein Erfolgsrezept der Ehrenamts-Arbeit im St. Wendeler Land.

Beispiele, wie das in der Gemeinde Tholey funktioniert, präsentierte Hermann Josef Schmidt.

Hier habe man beispielsweise einen Jugendbeirat oder Seniorenbeirat ins Leben gerufen, deren Arbeit von der Generationenbeauftragten koordiniert und unterstützt werde.

Im Bohnental  klappe bei dem interkommunalen Bohnentalprojekt die Zusammenarbeit bereits seit Jahren über Gemeinden- und Landkreisgrenzen hinweg.

Exemplarisch stellte dazu der Neipeler Ortsvorsteher Aloisius Berwanger, die “Bohnentaler  Muske(l)tiere“ vor, die den 2.500 Menschen in den fünf Bohnentalorten ehrenamtlich mit den verschiedensten Hilfsangeboten zur Verfügung stehen, seien Mitfahrgelegenheiten oder kleinere Reparaturen. Dafür gibt es mittlerweile ein Team von gut 70 engagierten Ehrenamtlern.

Als weiteres positives Beispiel aus der Region stellte der Hasborner Ortsvorsteher Martin Backes, der sich auch als Vorsitzender der „Gemeinschaft der Ortsvereine“ engagiert, die App Dorffunk vor.

Diese wurde eingeführt, um die 44 Vereine des Ortes noch besser zu vernetzen, gleichzeitig aber auch allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bieten, untereinander auch über die App zu kommunizieren und sich auf schnellem Wege auszutauschen. Dies habe in Hasborn so gut geklappt, dass die App mittlerweile auf die gesamte Gemeinde Tholey ausgeweitet worden sei.

Katarina Peranic und Jan Holze zeigten sich von dem Gehörten sichtlich beeindruckt.

Aufgabe der Stiftung werden es künftig sein, zu unterstützen und zu vernetzen.

„Die Menschen können voneinander profitieren wenn sie sich austauschen.“ Die im Tholeyer Rathaus vorgestellten Projekte seien positive Beispiele, die auch in anderen Regionen funktionieren können.

Von Tholey ging die Reise von Katarina Peranic und Jan Holze weiter nach Illingen ins dortige Rathaus. Im Anschluss standen Besuche in Saarbrücken mit Abgeordneten des Landestages, Ministerpräsident Tobias Hans sowie Vertretern der Landesarbeitsgemeinschaft „Pro Ehrenamt“ auf der Agenda.