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Wichtige Aufarbeitung der Theleyer Geschichte Volker Munkes referierte über das Zwangsarbeiterlager in Theley

„Damit morgen nicht wieder das geschieht, was wir gestern geschehen ließen“ , der Heimatforscher Volker Munkes aus Hasborn setzt sich mit viel Engagement dafür ein, die  jüngere Vergangenheit der Gemeinde Tholey aufzuarbeiten. Im Rahmen eines Vortrages der Kreisvolkshochschule St. Wendel referierte er über das Zwangsarbeiterlager in Theley.

Nur noch ein unscheinbares Gebäude, vom  Theleyer Obst- und Gartenbauverein genutzt, ist vom ehemaligen Zwangsarbeiterlager Theley geblieben. Dort, wo jetzt mittelständische Firmen ihren Sitz haben und der Obst- und Gartenbauverein sein Kelterhaus, dort mussten von 1942 bis 1945 vorwiegend sowjetische Frauen und Männer in mit Stacheldraht umzäunten und durch Wachtürme gesicherten Baracken auf dem blanken Fußboden schlafen und schuften. Nach dem 2. Weltkrieg wurden in den Lagerbaracken NS-Belastete untergebracht Insgesamt sollen dort 2.400 Personen, die Mitglied in einer Nazi-Organisation waren, inhaftiert gewesen sein.

Das Theleyer Lager war eines von vielen im heutigen Landkreis St. Wendel. Aber es war ein im negativen Sinn deshalb besonderes, weil in Theley besonders viele Zwangsarbeiter*innen (dokumentiert mindestens 130, in Wirklichkeit mehr) starben. Einige der nicht mehr als arbeitsfähig eingestuften Zwangsarbeiter wurden in sogenannte Heil- und Pflegeanstalten überstellt.

Wie mit den Theleyer Zwangsarbeiter*innen umgegangen wurde, konnte Munkes durch mittlerweile zahlreiche und weitestgehend übereinstimmende Schilderungen von Zeitzeug*innen bestens belegen: Die Arbeitskommandos wurden auf dem Weg zu den Einsatzstellen vom Wachpersonal mit Peitschenhieben traktiert, die Ernährung war miserabel, die hygienischen Umstände waren katastrophal und das eigentlich für „nur“ dreihundert Zwangsarbeiter*innen ausgelegte Lager war ständig überbelegt.

75 in Theley verstorbene Zwangsarbeiter*innen sind auf dem Jüdischen Friedhof zwischen Tholey und Theley bestattet, 27 auf dem Gemeindefriedhof in Theley.

Wie sehr dieses Thema die Bevölkerung interessierte, konnte man daran ablesen, dass fast 130 Zuhörer ins Pfarrheim nach Theley gekommen waren .

Bürgermeister Hermann Josef Schmidt dankte Volker Munkes für seine engagierte Quellensuche: „Ich bin froh, dass wir über dieses bisher dunkle Kapitel unserer Geschichte nun mehr wissen. Es ist wichtig, sich damit auseinanderzusetzen“. Die Gemeinde hat veranlasst, dass am jüdischen Friedhof eine Gedenktafel, die an das Zwangsarbeiterlager erinnert, aufgestellt wird..

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