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Gemeinde Tholey beschreitet neue Wege bei politischer Teilhabe der Jugend Erfolgreicher Startschuss für Jugendbeirat der Gemeinde Tholey

In der Gemeinde Tholey bekommen Jugendliche künftig bei jugendrelevanten Themen ein politisches Mitspracherecht. Die Zielgruppe soll sich künftig in einem überparteilichen Jugendbeirat organisieren und an relevanten Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Die Weichen hierfür hatte der Gemeinderat Anfang April mit der Verabschiedung einer Satzung gestellt. Bis zum 26. Juli können sich nun alle 14 bis 20-Jährigen für einen Sitz im Jugendbeirat bewerben.

Das Interesse an der ersten Informationsveranstaltung im Tholeyer Rathaus war groß. Jugendliche, Eltern, Vertreter von Vereinen und in der Jugendarbeit tätigen Institutionen wollten mehr erfahren . 2018 hatte die Gemeinde bereits in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk das Projekt „Jugendbeteiligung vor Ort“ gestartet. In einem Workshop arbeiteten Schüler ihre Themen heraus. Bürgermeister Hermann Josef Schmidt: „Wir haben gesehen, dass es Jugendlichen häufig darum geht, eigene Angebote der Freizeitgestaltung zu schaffen und ihre Infrastruktur zu verbessern.“ Der Jugendbeirat ist ein weiterer Meilenstein des Projektes. Hermann Josef Schmidt stellte gemeinsam mit Elaine Neumann, der Generationenbeauftragten der Gemeinde, das neue Gremium vor.

Der Jugendbeirat soll sich aus 17 stimmberechtigten und neun beratenden Mitgliedern zusammensetzen. Aufgrund ihrer vorhandenen Nähe zur Jugend sind den Vereinen der Gemeinde sieben Plätze vorbehalten. Zwei Plätze sollen mit je einem Vertreter einer Institution der offenen Jugendarbeit besetzt werden. Jeweils einen Vertreter bestimmen können die Gemeinschaftsschule Schaumberg, die Jugendfeuerwehr das DRK und das THW. Ergänzend können sich vier unabhängige Jugendliche individuell bewerben. Zu den beratenden Mitgliedern gehören neben dem Bürgermeister unter anderem die Generationenbeauftrage sowie ein Vertreter der Gemeinschaftsschule Schaumberg. Der Jugendbeirat hat künftig bei jugendrelevanten Themen wie Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche, Freizeit- und Sportangebote und Jugendeinrichtungen ein Wörtchen mitzureden. Im August soll der Jugendbeirat personalisiert werden.

Ernennt werden die Mitglieder vom Gemeinderat.

Für jeden Vereinsvertreter wird ergänzend ein Stellvertreter bestimmt. Mit einem kleinen Budget ausgestattet soll der Jugendbeirat eigenverantwortlich kleinere Projekte unterstützen können.

Elaine Neumann: „Der Jugendbeirat trifft sich einmal im Halbjahr, bei Bedarf aber auch öfter. In der Tholeyer Grundschule sollen für den Jugendbeirat ein Versammlungsraum und ein kleines Büro entstehen. Ergänzend zu den Sitzungsterminen werden auch bildungspolitische Exkursionen wie zum Beispiel ein Besuch des Europaparlaments aber auch der Besuch von Partnerkommunen auf der Tagesordnung stehen.

Der Vorsitzende und der Stellvertreter des Jugendbeirates können, sofern jugendrelevante Themen behandelt werden, an den Sitzungen des Gemeinderates teilnehmen und haben dort auch Rederecht“, so Elaine Neumann.

Aber auch Jugendliche und Vereinsvertreter, die keinen Platz im Jugendbeirat ergattern, will die Gemeinde künftig in die politische Diskussion einbinden. Ergänzend zum Jugendbeirat soll ein Jugendnetzwerk aufgebaut werden, das ohne Begrenzung der Mitgliederzahl für alle offen ist. „Das Netzwerk soll eine lockere Geschichte und offen für alle interessierten Jugendlichen und Vereinsvertreter sein soll. Hier gibt es kein Bewerbungsverfahren. Hier geht es praktisch und handfest zu. Ein Ziel ist die Ausweitung von Freizeitmöglichkeiten für nicht in Vereinen organisierten Jugendlichen. Aus dem Netzwerk können gerne Anregungen in den Jugendbeirat fließen“, erläutert Elaine Neumann. Eine Informationsveranstaltung für das Jugendnetzwerk sei in Planung.

Hermann Josef Schmidt und Elaine Neumann sind zufrieden mit der ersten Informationsveranstaltung. „Wir wollen den Jugendlichen eine Plattform geben, über die sie sich in unsere Gemeindearbeit einbringen können und ihnen die Möglichkeit geben, etwas zu verwirklichen, was ihnen wichtig ist. Der Jugendbeirat soll aber auch die Lust an der Politik wecken und junge Menschen motivieren, sich einzumischen. Gemeinsam mit der Jugend wollen wir nachhaltige Projekte vorantrieben. Das ist ein Experiment, das sich einspielen muss“, so Hermann Josef Schmidt.

Rund um den Jugendbeirat:

Bewerbungsschluss: 26. Juli 2019

Ansprechpartnerin: Elaine Neumann, Tel. 06853/50840 oder e.neumann@tholey.de

Hier gibt es das

Bewerbungsformular

Es ist auch im Bürgerservicezentrum im Tholeyer Rathaus erhältlich.