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Gedenkfeier für Nikolaus Warken

Im September 1921 kamen kamen 17.000 Menschen zur Einweihung eines Denkmals nach Hasborn-Dautweiler. Errichtet wurde es zu Ehren eines Manns, der bis zum heutigen Tage in seinem Heimatort und dem gesamten Saarland unvergessen ist: Nikolaus Warken, genannt Eckstein. Er gilt als Begründer der ersten gewerkschaftlichen Bewegung an der Saar .

Traditionell gedenken die Gewerkschafter der IGBCE Ortsgruppe „Eckstein“ mit dem DGB und der Arbeitskammer des Saarlandes am Vorabend des 1. Mai am Eckstein-Denkmal in der Römerstraße des 1851 geborenen Bergarbeiterführers.

Viktor Schug, Vorsitzender der nach Eckstein benannten IGBCE Ortsgruppe, konnte dazu auch in diesem Jahr zahlreiche Vertreter von Gewerkschaften und Kommunalpolitik begrüßen.

Bürgermeister Hermann Josef Schmidt ging auf die Rolle von Nikolaus Warken als Bergarbeiterführer ein, der ein Charakter mit Ecken und Kanten gewesen sei. Aber nur so habe er der Obrigkeit entgegentreten treten können.

Der DGB-Landesvorsitzende und Landtagsabgeordnete Eugen Roth machte in seiner Rede deutlich, dass Solidarität ein Dauerthema war, ist und immer bleiben wird.

Zum Zeichen der Verbundenheit wurden Blumenschalen am Denkmal aufgestellt. Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgte eine Bläsergruppe des Musikvereins Hasborn-Dautweiler.

Bei der anschließenden Veranstaltung im „Alten Rathaus“ in Hasborn ging Dr. Frank Hirsch, Leider des Arbeitskammer-Dokumentationszentrums, darauf ein, wie es nach Eckstein innerhalb eines halben Jahrhunderts zu der einzigen paritätischen Mitbestimmung in der Arbeitswelt, zu der Montanmitbestimmung, kam.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack und Eugen Roth Antworten beschäftigten sich mit der Frage ein, wie nach dem Ende des Steinkohlebergbaus in Deutschland die Errungenschaften der Montanmitbestimmung erhalten werden könnten.

Musikalisch gestaltet wurde die Veranstaltung im alten Rathaus vom „Duo Eckstein“ (Roland Helm und Michael Geib) .

Info:

Nikolaus Warken wurde am 26. Dezember 1851 geboren. Der Bergmann gründete 1889 den „Rechtsschutzverein für die bergmännische Bevölkerung“, dessen Mitgliederzahl in den folgenden Jahren auf 20000 anwuchs. Wegen der in der Grube herrschenden menschenunwürdigen Bedingungen bei der Arbeit rief Warken als Vereinsvorsitzender den ersten Streik an der Saar aus, weil er der Überzeugung war, dass „der Arbeiter seines Lohnes wert ist.“ Von seinen Kameraden wurde er wegen seines Wagemutes und seines kämpferischen Einsatzes „Eckstein“ genannt. Seine Oberen nahmen ihm den Streikaufruf allerdings übel, weshalb er sogar ins Gefängnis wanderte. Warken starb am 24. August 1920.

Die saarländischen Bergarbeiter errichteten auf seinem Grab 1921 ein Denkmal mit der Aufschrift „Dem wackeren Vorkämpfer für unseres Standes Schutz und Recht, in Dankbarkeit und Verehrung gewidmet. Die christlichen Bergarbeiter.“ Die Straße, in der Warken wohnte, heißt heute Ecksteinstraße. In der Römerstraße in Hasborn-Dautweiler wurde zu Ehren Ecksteins 1989 eine Gedenkstätte eingerichtet, in das sein Grab-Denkmal integriert wurde.

Foto: Thomas Schulz DGB