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Auf Hexenspuren den Schaumberg umwandert   50 Teilnehmer auf  Zeit-Reise durch die dunkelsten Kapitel unserer Heimat

Wer am vergangenen Dienstag an Hexennacht zufällig auf dem Schaumbergplateau zu Gast war, konnte womöglich seinen Augen nicht trauen. Denn 50 Teilnehmer an der diesjährigen Hexenwanderung, die die Gemeinde Tholey in Zusammenarbeit mit Peter Schneider aus Bergweiler auf die Beine gestellt hatte, lockte neben dem Hauptdarsteller „Mephisto“ auch viele „Hexen“ und „gewandete“ Mitwanderer auf den Hausberg des Saarlandes, um gemeinsam in die Dunkelheit zu marschieren.

Askebusen-Schützen mit Schwarzpulver- Kanonen schossen das Event an.  Sogleich erschien denn auch der als Mephisto verkleidete Wander-Führer Peter Schneider aus Bergweiler und rezitierte zur Begrüßung aus Goethes Faust.

Es folgte ein Rundgang um das ehemalige Hochgericht, die Burg am Schaumberg, mit ihrem tiefen, aus keltischer Zeit stammenden Gemäuern und Fundamenten. Weiter ging es auf Wildnispfaden durch eine romantische Waldkulisse hinab auf den Herzweg  –  hin zur Sinnenbank. Dort angekommen, genossen die Teilnehmer wundervolle Aussicht und das malerische Abendlandrot der untergehenden Sonne über dem weiten Theel-Tal mit der Ortslage Exwiller, wo Susanna Schouller, die Hauptprotagonistin des diesjährigen Tour de Culture-Themas, im Jahre Sechszehnhundertachtzehn wohnte. Vorbei an der „Afrika-Kapelle“ wanderte die Gruppe wieder zurück auf das Schaumbergplateau.

Die Mitwanderer lernten auf der Tour, dass der Dreißigjährige Krieg, dazu führte, dass unsere Heimat, das Saarland Ende des 17.-ten Jahrhunderts entvölkert, Menschen leer war. Alle Felder blieben unbearbeitet, kein Holz wurde mehr gehackt und kein Haushalt wurde mehr bestellt. Das Land verkam zur Wüstenei. So dass die Grafschaften ihre Verwandten in Tirol baten, doch tüchtige Bauern, nicht erbberechtigte Knechte mitsamt ihren Familien hierher zu entsenden. Und so kamen Familien, welche die Schirra, Scherer, Schorr oder Caryot hießen und siedelten sich im Theeltal wieder an.

Die Hexenverfolgungen waren möglich, weil das Volk seiner Zeit unwissend und somit abergläubig war. Die Leute hatten Angst vor dem Teufel und seinen Heerscharen der Hexen und Zauberer. Die Hexen waren Schuld an allem Unglück, an Missernten, Krankheiten, Tod und Verderben, wenn Kinder verschwanden oder das Unwetter wie Hagel, Sturm, Hochwasser oder Kälte einem das Leben schwer machten. Gepaart mit Missgunst und Neid, zeigte Einer den Anderen im Dorf an. War man einmal unter Verdacht geraten, mit dem Teufel im Bunde zu sein, dann war man verloren. Beweise musste keiner liefern. Die Folter machte den Unschuldigen geständig. Als man daraus lernte und die Hexenverfolgung und Folter als Ungerechtigkeit entlarvt hatte, folgte der Grundsatz vor Gericht, der bis heute wichtig und gültig ist: „In dubio pro reo!“.