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Spannendes über die Wilddieberei und Förstermorde erfahren Tour de Culture-Wanderung mit Peter Schneider fand riesigen Anklang

Mehr als 30 Frühlingswanderer nutzten den letzten Samstag im März mit seinen frühlingshaften Temperaturen, um auf dem ehemals fürstlichen Hofgut Imsbach de Lapointe auf Wildnispfaden von der Gegenwart in die spannende Vergangenheit zu wandern. Der Förster Peter Schneider aus Bergweiler förderte eine Vielzahl an belegten Wilderergeschichten zu Tage und verstand es diese historischen Begebenheiten mit den heute noch Mords gefährlichen Geschehnissen im ansonsten friedlichen Wald zu verbinden.

Peter Schneider zitierte immer wieder gerne aus Otto Busdorfs gleichnamigen Buch. Dieser Kriminologe war zwischen den beiden Weltkriegen Experte für die deutschlandweit aufkommende Wilderei und Förstermorde. So ergab es sich auch 1927, dass in Fischbach im damaligen Saargebiet, gleich zwei junge Forstgehilfen mit drei Wilderern zusammen stießen, wobei der Forstlehrling Paul Schmitt schon mit 23 Jahren erschossen wurde. Nur sein Kollege Jerichow überlebte schwer verletzt.

In der abendlichen Kulisse wurde auch zumindest ein flüchtender Hase und Vogelwild (Kanada-Gänse und Stockenten) gesichtet. Über die ein oder andere Anekdote konnte sogar herzhaft gelacht werden, wie zum Beispiel, dass der Biber auch zum Jagdwild zählte, weil er im katholischen Lothringen freitags, aufgrund seiner schuppigen „Kelle“ als „Fisch“ verspeist werden durfte, wegen seines dichten, wärmenden Fells und wegen des Bibergeil, das nach Moschus riecht und als Potenzmittel galt. Einen ausführlichen historischen Schlenker machte er auch zum Inhaber des Hofgutes, dem Colonel Charles Louis Narcisse Lapointe. Napoleon schenkte 1812 das Hofgut Imsbach an seinen Offizier, nach dem auch die Tafeltour „Offizierspfad Imsbach“ heute benannt ist.

So verschmolzen der Wildnispfad und die Historie zu einem Spaziergang der besonderen Art. Am schaurigsten jedoch fanden die Zuhörer die Geschichte des Alois Huber, der am 17.09.2013 noch bei Annaberg in Niederösterreich als Wilderer der Gegenwart entlarvt wurde und auf seiner Flucht 4 Menschen und sich selbst ermordet hat. Dass man auch heute noch Wilderern in freier Flur begegnen kann, die mit modernsten Waffen und Nachtsichtgeräten in der Hand nichts Gutes im Schilde führen und zu allem bereit sind, das erzeugte Hühnerhaut und so war man dann froh, dass man nach Einbruch der Dämmerung wieder am Hofgut Imsbach gesund und munter ankam.
Aber auch zur nächsten Tour de Culture – der Hexenwanderung in der „Hexennacht am Schaumbergturm“, am Dienstag, 30. April, 20.30 Uhr, ist ebenso Spannung angesagt.