Theley
Am Ursprung des Naheberglandes liegt Theley, auf gleicher Höhe mit Kaiserslautern, Nürnberg und Le Havre. Toila, Theolia und Tueley wurde es einst genannt. Tilia soll soviel wie Linde bedeuten. Da Theley an einer römischen Straße lag, die möglicherweise mit Linden bepflanzt war, könnte sein Name von dort stammen.
Das Dorf gehörte im 13. Jahrhundert als Lehen des Bistums Verdun dem Grafen von Bar und später den Grafen von Veldenz. Grundherren waren in erster Linie Burgleute von der nahen Schaumburg. Außerdem besaßen die Herren von Daun-Falkenstein-Oberstein Lehensrechte in Theley, und zwar als Lehnsleute des Herzogs von Lothringen das halbe Dorf. Die andere Hälfte befand sich wahrscheinlich schon vor dem 15. Jahrhundert im Besitz von Kurtrier. Der Ort war ein Hochgericht, in dem die Herzöge von Lothringen und die Kurfürsten von Trier Hochgerichtsherren waren, bis 1778 der inzwischen französisch gewordenen lothringische Teil ebenfalls an Kurtrier kam.
Nachdem Napoleon von den Verbündeten in die Knie gezwungen worden war, kam der Raum 1814 unter eine Landesadministration mit Sitz in Kreuznach. Theley gehörte bis 1946 zum Amt Tholey, Kanton St.Wendel, und damit zum Kreis Ottweiler und wurde schließlich dem Kreis St.Wendel einverleibt.
Der Fuchshübel an der Straße nach Selbach war ein Keltiches Fürstengrab, das 1835 freigelegt wurde. 1933 wurde bei einer Anlage eines Sportplatzes ein kelticher Friedhof gefunden. Zwei Brandgräber der späteren Latène- und früheren Römerzeit fand man in den Fluren bei Hirzelbörnchen, Schwann und Busser Wald. Bei der römischen Siedlungsstelle am Nordwesthang des Schaumberges könnte es sich um Überreste einer Straßenstation handeln.
Die Güterbestätigung von Papst Innozenz von 1246 nennt als Besitz der Abtei Tholey Zehntrechte und die Grundgerichtsbarkeit in Theley, schweigt sich aber über das Patronatsrecht. Man darf annehmen, dass Theley um die Mitte des 13. Jahrhunderts noch Bestandteil des Pfarrbezirks Tholey war. 1624 wird eine dem heiligen Petrus geweihte Kirche in Theley erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten zeigte sich die katholische Gemeinde sehr baufreudig. Das heutige Gotteshaus ist das vierte, das errichtet wurde, wenn man den Erweiterungsbau von 1808 nicht als Neubau rechnet. Und immer standen die Kirchen an der ein- und selben Stelle. Ursprünglich gab es in Theley eine Pfarrschule, in der aber nicht der Pfarrer den Unterricht erteilte sondern ein lese- und schreibkundiger Mann des Ortes. Aus dem „Jahrgeding“ von 1718 ist der folgende Text erhalten
"Ingleichen und letzhin wurde sämtlichen Gemeindeangehörigen angedeutet, dass nach allgemeiner kurfürstlicher Verordnung die Untertanen ihre Kinder zur Schule zu schicken haben, andernfalls die verordneten Strafen angewandt werden. Auch sollen die über acht Jahre alten Kinder zur Kirche geschickt werden. Ferner darf keines der Kinder ohne Erlaubnis des Pfarrers am Sonntag oder Feiertag das Dorf verlassen." 1816 machte die Königliche Regierung die Pfarrschulen zu staatlichen Einrichtungen. Nach 1825 entstand am Ortsrand eine Ziegelhütte, die von Matthias Meyer erbaut wurde.
Das Rohmaterial wurde in der Röthelhümes gewonnen. Den Sommer über waren hier zehn bis 15 Personen beschäftigt. Die Produktion reichte für den Bedarf im Ort aus. Um die Wende des 20. Jahrhunderts wurde der Betrieb wieder geschlossen. Eine Straße erinnert noch heute an seine Existenz. Der Ortsteil Leitzweiler ist uralt. Er wird als Gruppensiedlung im Jahr 1310 als Letzweiler erwähnt, ist vermutlich aber viel älter. Die Forschungen ergaben, dass das Dörfchen schon vor 1400 aufgegeben wurde. Lediglich die dort stehende Mühle überdauerte die Jahrhunderte. In den letzten Jahrzehnten ist in Leitzweiler wieder eine Siedlung entstanden. Die Johann-Adams-Mühle, die über 400 Jahre alt ist, zieht unzählige Besucher an. Mühlenmuseum, Wasserrad und Gaststätte sowie kulturelle Veranstaltungen haben sich als ein Magnet erwiesen. Das schon im Mittelalter erwähnte und auf keltische Siedlungstätigkeit zurück gehende Hofgut Imsbach mit seiner ummauerten Hofanlage ist ein weiteres Standbein für den Tourismus.